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Vorfeld des Flughafens in Frankfurt: Nimm niemals einem Flugzeug die Vorfahrt!

Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens Auto fahren darf nicht jeder. Cathrin Spilarewicz und ihre Klasse 4 d der Hartmutschule in Eschborn haben die Fahrschule am Flughafen besucht und sich alles erklären lassen. Hier nun Bericht und Fotos, die die Schüler im Rahmen des Projektes Zeitung in der Grundschule (ZING) angefertigt haben.
Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens Auto fahren darf nicht jeder. Auf dem Vorfeld des Frankfurter Flughafens Auto fahren darf nicht jeder.
Frankfurt/Eschborn. 

Auf dem Vorfeld des Flughafens in Frankfurt herrscht immer viel Betrieb. Sowohl beim Warten auf das Flugzeug, das einen in die Ferien fliegen soll, als auch bei einer Vorfeldrundfahrt, die am Flughafen für Besucher angeboten wird, kann man sehen, wie Gepäckwagen zu den Flugzeugen gefahren werden oder Tankwagen die Flugzeuge betanken. Dazwischen fahren noch andere Fahrzeuge, und wenn auf dem Vorfeld gerade besonders viel los ist, zum Beispiel um die Mittagszeit, entsteht der Eindruck, als würden viele Ameisen auf einem Ameisenhaufen herumwuseln.

Doch halt, hier hat alles seine Regeln. Damit das nicht im Chaos endet, muss jeder, der auf dem Vorfeld fährt, den Vorfeldführerschein machen. Dafür gibt es am Flughafen eine Fahrerausbildung. Insgesamt arbeiten im Moment acht Mitarbeiter für die Abteilung der Fahrerausbildung am Flughafen: der Leiter der Fahrerausbildung, fünf Fachausbilder und zwei Büromitarbeiterinnen.

 

Fachausbilderin

 

Jenny Hansen ist eine Fachausbilderin. Sie ist 29 Jahre alt, arbeitet seit acht Jahren am Frankfurter Flughafen und hat Fachabitur. Sie berichtet, dass sie gern am Flughafen und in der Fahrerausbildung arbeitet. Ihr Ziel ist es, Menschen etwas beizubringen. Außerdem hat sie dort viele nette Kollegen, sagt sie. Sie hat vor ihrer jetzigen Arbeitsstelle im Rettungsdienst am Flughafen gearbeitet.

Marina Hack ist 33 Jahre alt und arbeitet im Büro. Sie hat Abitur und arbeitet seit mehr als 13 Jahren am Flughafen. Sie ist zuständig für Terminabsprachen, Organisationen und Schulungen in der Fahrerausbildung.

Beide haben einen Vorfeldführerschein und besitzen einen Ausweis für den Flughafen. Jeder, der am Flughafen arbeitet, benötigt so einen Ausweis. Er ist fälschungssicher durch einen eingebauten Chip. Der Inhaber dieses Ausweises weist damit nach, dass er berechtigt ist, sich auf dem Gelände des Frankfurter Flughafens zu bewegen. Jeder Ausweis hat eine bestimmte Farbe.

Die Ausweisfarbe Grün bedeutet, dass der Inhaber Zutritt zu den öffentlichen Betriebsbereichen hat. Wenn man sich auf dem Vorfeld bewegt, hat man schon einen Ausweis in der Farbe Rot. Ist der Ausweis blau, dann darf man auch zu den luftseitigen Bereichen in den Terminals. Als letztes gibt es noch einen Ausweis in Gelb. Damit darf man all das machen, was die Besitzer der Farben Grün, Blau und Rot dürfen.

Zur Genehmigung dieses Ausweises ist der Nachweis einer dauerhaften Tätigkeit in all diesen Bereichen notwendig. Es darf also nicht einfach jeder auf dem Flughafen herumlaufen. Dies dient der allgemeinen Sicherheit und vor allem natürlich der Sicherheit der Passagiere des größten deutschen Flughafens. Das Besondere an den Ausweisen von Marina Hack und Jenny Hansen ist, dass auf deren Ausweis ein „F “ aufgedruckt ist. Das bedeutet, dass sie einen Vorfeldführerschein besitzen.

Den Vorfeldführerschein kann man in der Fahrerausbildung am Flughafen an einem Tag machen, man muss davor aber einen normalen Führerschein gemacht haben und somit mindestens 18 Jahre alt sein.

Der Vorfeldführerschein kostet etwa 210 Euro, und die Firma, für die man arbeitet, bezahlt den Vorfeldführerschein. Wichtig ist auch, dass man einen besonderen Sehtest in der Flughafenklinik abgelegt hat. Der Sehtest darf nicht älter als zwölf Monate sein und testet unter anderem das Sehen in der Dämmerung und das räumliche Sehen. Die Ausbildung in der Fahrerausbildung dauert nur einen Tag. Möglicherweise wird die Ausbildung von Ende des Jahres an zwei Tage dauern, weil der Anteil der Theorie recht hoch ist, dies muss aber noch entschieden werden.

Wenn man sich konzentriert und wenn man an dem Unterricht teilnimmt, hat man seinen Führerschein nach bestandener praktischer Prüfung. Diese ist am Ende des Tages in einem der sieben Ausbildungsautos abzulegen. Bei der Prüfung ist natürlich der Fachausbilder mit dabei.

 

Prüfung

 

Falls man durch die Prüfung durchfallen sollte, kann man die Prüfung auch wiederholen. Die Fahrschule hat von Montag bis Freitag geöffnet. Es gibt jeden Tag viele Kurse. Der Vorfeldführerschein ist lebenslang gültig. Wenn man aber innerhalb von zwölf Monaten nicht mindestens einmal auf dem Vorfeld gefahren ist, muss man die Prüfung für den Vorfeldführerschein wiederholen. Interessant zu erfahren war. Auch wenn man seinen normalen Führerschein für einen kurzen Zeitraum von zum Beispiel drei Monaten abgeben muss, darf man unter Umständen trotzdem auf dem Vorfeld weiter fahren.

 

Ein Tag Ausbildung

 

Pro Jahr werden etwa 3000 Führerscheine von der Fahrerausbildung ausgestellt. In einer normalen Fahrschule kann man spätestens ab einem Alter von 18 Jahren einen Führerschein für das Auto machen. Hier erklärt der Fahrlehrer dem Fahrschüler das Autofahren – zum Beispiel, was die Schilder bedeuten, wie schnell man in der Fußgängerzone fahren darf und wie ein Auto bedient wird. Man muss den theoretischen Unterricht besuchen und gemeinsam mit dem Fahrlehrer im Straßenverkehr fahren. Zum Abschluss wird eine Fahrprüfung abgelegt, durch die man aber auch durchfallen kann, wenn man zu viele Fehler macht.

So eine Führerscheinausbildung dauert einige Monate. Ohne diesen Führerschein darf man nicht Auto fahren. Wer ohne gültigen Führerschein erwischt wird, bekommt eine Strafe.

Die Fahrerausbildung am Flughafen muss den Fahrschülern nicht mehr erklären, wie man Auto fährt. Sie zeigt, wie man sich auf dem Vorfeld verhalten muss und welche Besonderheiten dort zu berücksichtigen sind. Wichtig ist, wie schnell man fahren darf, wo man fahren darf und was die Schilder bedeuten. Im Unterschied zur normalen Fahrschule ist die Ausbildung auch viel kürzer: Sie dauert nur einen Tag.

Auf dem Vorfeld gelten die Regeln wie im normalen Straßenverkehr. Man findet dort aber selten stehende Schilder an einem Pfosten. Die meisten Verkehrszeichen sind einfach auf den Boden gemalt. Schilder sind auf dem Vorfeld eher im Weg. Es könnte passieren, dass ein Flugzeug mit seinen weiten Flügeln dagegen rollt und so die Tragflächen kaputt gehen. Das wäre ein hoher Schaden, und das möchte man ja vermeiden.

 

Kaum Schilder

 

Auf dem Vorfeld gibt es rote Grenzlinien, die Autos nicht überfahren dürfen. Vorfeld bedeutet, dass dort Flugzeuge rollen und auf Positionen stehen. Dort bewegen sich Fahrzeuge, um die Passagiere zu den Flugzeugen hinzubringen oder abzuholen, um zu Be- und Entladen und die Flugzeuge zwischen ihren Stopps zu warten. Im Rollfeld gibt es wiederum die Flugzeuge, die starten und landen. Jeder Flughafen auf der Welt kann unterschiedliche Regeln für das Fahren auf dem Vorfeld haben. Aus diesem Grund muss man auch auf jedem Flughafen einen neuen Vorfeldführerschein erwerben und die Prüfung wiederholen.

Es gibt ein besonders Schild auf dem Vorfeld namens „Stopp bei Rollverkehr“. Es bedeutet „Achtung rollende Flugzeuge“. Es gibt aber nur zwei Ampeln auf dem Flughafengelände, diese befinden sich in einem Tunnel an der Startbahn West. Auch gibt es nur zwei echte, stehende Stoppschilder. Wenn es im Winter schneit, dann könnte man denken, dass man die Verkehrszeichen auf dem Boden nicht sieht, weil Schnee draufliegt. Aber der Winterdienst ist so schnell, dass immer zügig freigeräumt ist. Wenn es nicht so wäre, könnten die Fahrer der verschiedenen Fahrzeuge sich nicht mehr sicher auf dem Vorfeld bewegen.

Auf dem Vorfeld darf man nur 30 Kilometer pro Stunde fahren und in manchen Zonen auch nur Schrittgeschwindigkeit. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Fahrzeuge mit roter Rundumleuchte haben auf dem Vorfeld immer Vorrang und dürfen schneller als 30 Kilometer pro Stunde fahren. Das können zum Beispiel Follow-Me-Autos, aber auch Flugzeugschlepper sein. Man kann sogar vom Schutzdienst am Flughafen geblitzt werden, wenn man unerlaubt über 30 Kilometer pro Stunde auf dem Vorfeld fährt. Sollte man zu schnell fahren und wird erwischt, riskiert man eine Strafe.

Die Strafen beginnen bei einer Verwarnung und enden mit dem Verlust des Vorfeldführerscheins. Am Flughafen gibt es seit April 2015 ein Punktesystem. Dieses ist ähnlich aufgebaut wie das Flensburger Punktesystem, hat aber eine eigene, andere Tabelle. Wenn man auf dem Vorfeld fährt, darf man wie im normalen Straßenverkehr auch, keinen Alkohol trinken, man muss sich anschnallen und darf nicht beim Fahren telefonieren. Das gilt für die Fahrer von allen 2500 bis 3500 Fahrzeugen, die täglich auf dem Vorfeld unterwegs sind.

Arne Kohring, Jonathan Muth, Sofia Mouhibi, Solène Bienmüller, Robin Weißer, Isabelle Honsa, Chiara Zborschil und Timo Lariviere

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