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Prinzessin aus dem Kongo: Odette Kremplin von belgischer Polizei gesucht

Odette Krempin. Foto: Christian Christes (Christian Christes) Odette Krempin.
Frankfurt. 

Es herrscht Verwirrung um Odette Maniema Kremplin. Einige Jahre lang mischte die angebliche Prinzessin aus dem Kongo die Frankfurter Gesellschaft auf. Keine Party, bei der sie nicht war. Kein Empfang, bei dem sie nicht Sekt schlürfte. Kein Ball, auf dem sie nicht tanzte. Außerdem machte die „sündhaft gut aussehende“ Frau, wie ein Bekannter sie beschreibt, in Benefiz und war Honorarkonsulin der Republik Kongo.

Doch dann kam der Verdacht der Veruntreuung von Spenden auf, die Staatsanwaltschaft ermittelte – und schließlich folgte der gesellschaftliche Absturz. Die Society-Lady verschwand von der Bildfläche. Zudem wurde ihr das Honorarkonsulat entzogen. Einige Jahre später tauchte Odette Maniema Kremplin wieder auf – mit einer Firma, die sich auf seltene Erden spezialisierte, die man unter anderem für Handys braucht. Danach wurde es erneut still um sie.

Nun sucht die belgische Polizei nach der einstigen Frankfurterin. Die Beamten interessieren sich aber vor allem dafür, wo ihr derzeitiger Lebenspartner, der Wirtschaftsberater Stephan de Witte, abgeblieben ist. Der soll im Kongo für den Schweizer Stahl- und Rohstoffkonzern Duferco gearbeitet haben und wird seit Juni des vergangenen Jahres vermisst.

Die kongolesische Schönheit könnte in einen Skandal verwickelt sein, in dem es um Stahlgeschäfte, Bestechung, Lotteriegeschäfte und um einen Bürgermeister geht, der zurücktrat. Denn der Rathauschef von Waterloo (Belgien) musste sein Amt niederlegen, weil er im Duferco-Auftrag Machthaber im Kongo bestochen haben soll, wie die Bild-Zeitung berichtet. Kürzlich wurde bereits der Italiener Antonio Gozzi, Präsident des Duferco-Konzerns und des italienischen Verbandes der Eisenindustrie „Federacciai“, in Brüssel verhaftet. Auch in diesem Fall lautet der Vorwurf, dass er Entscheidungsträger im Kongo für Duferco bestochen haben soll.

Das alles geht nicht spurlos an Odette vorbei. Wie die französische Zeitschrift „Paris Match“ berichtet, fürchtet sie sich. Sie sei bedroht worden, falls sie sich gegenüber den belgischen Behörden äußere, erzählt sie dort. Doch im selben Satz sagt sie, dass sie mit ihnen zusammenarbeiten möchte. Ihren Aufenthaltsort – sie soll in Deutschland sein – will sie nicht verraten. Ebenfalls aus Angst. Allerdings ist bekannt, dass sie von der Mainmetropole i nach Berlin zog.

Des Weiteren gibt sie an, dass Stephan de Witte, lieber im Kongo bliebe als nach Belgien zurückzukommen, weil auch er bedroht werde. Auf die Frage, ob er tot sei, entgegnet sie, dass sie das nicht ausschließen könne und ergänzt, dass sie zu ihm seit mehr als einem Jahr keinen Kontakt mehr hatte.

(es)
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