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Hofheim: Ordnungspolizei greift durch: Wer die Natur nicht achtet, muss zahlen

Von In Wald und Feld gelten klare Regeln. Für die, die sie nicht beachten, kann es teuer werden – auch wenn sie erst mal glauben, überhaupt keinen Fehler gemacht zu haben. Die Ordnungspolizei wird in nächster Zeit häufiger kontrollieren.
Landwirtschaftlicher Verkehr darf hier rollen. Für alle anderen ist dieser Weg tabu – sie dürfen dort auch nicht parken. Foto: Knapp Landwirtschaftlicher Verkehr darf hier rollen. Für alle anderen ist dieser Weg tabu – sie dürfen dort auch nicht parken.
Hofheim. 

Das war ärgerlich für den Spaziergänger: Bei schönem Wetter hatte er mit seiner Frau eine Runde durch die Bauerlöcher Wiesen gedreht – und fand bei der Rückkehr ein Knöllchen an der Windschutzscheibe. 30 Euro. „Das tät ich nicht bezahlen, das ist ja mehr, als das Falschparken in der Innenstadt kostet“, gibt der Hofheimer Reaktionen von Bekannten wieder, denen er von dem Ordnungsgeld erzählte. „Ich habe niemanden behindert“, sagt er selbst und kann sogar zum Beleg ein Foto von der Situation vorlegen.

30 Euro Strafe

Jonathan Vorrath, Pressesprecher der Stadt, hat sich auf Kreisblatt-Anfrage erkundigt, warum das Knöllchen erteilt wurde. Das Problem, so seine Auskunft, sei, dass das Fahrzeug, bevor es überhaupt dort geparkt werden konnte, in den Bereich eingefahren sei, in dem ein Durchfahrverbot für Autos und Motorräder gilt. Nur „Landwirtschaftlicher Verkehr“ darf hier rollen. Fahrräder sind auch erlaubt. Für alle, die hier einen Garten haben, gibt es zudem Ausnahme-Genehmigungen. „Das Befahren mit dem Auto kostet ansonsten 30 Euro, und das wohl bundesweit“, erläutert Vorrath. Von „Willkür“, wie der Bürger gemutmaßt hatte, könne also keine Rede sein.

Konflikte mit Landwirten

Andere Spazierwillige sollten den Fall also als Warnung nehmen und ihr Auto besser so parken, dass es außerhalb des gesperrten Bereichs bleibt. Die Ordnungspolizei wird in den nächsten Wochen und Monaten häufiger auch in der freien Feldgemarkung unterwegs sein. Denn mit den wieder wärmeren und längeren Tagen wird dort leider auch gehäuft gegen die in Feld und Flur geltenden Regeln verstoßen. Besonders oft komme es dann zu Konflikten mit den Landwirten, weiß Vorrath. Geparkte Autos, die (anders als im geschilderten Fall) Wege so verengen, dass sie mit den häufig sehr breiten landwirtschaftlichen Fahrzeugen nicht mehr passiert werden können, sorgen ebenso dafür wie freilaufende Hunde.

Betreten verboten

Deshalb macht die Stadtverwaltung Jahr für Jahr auf die geltenden Regeln aufmerksam und hat diese auch an vielen Zugängen in die freie Gemarkung ausgehängt. Sich seines Mülls zu entledigen, indem er einfach fallen gelassen wird, ist auf Wiesen und Äckern genauso wenig erlaubt wie in der Innenstadt. Auch fremder Leute Grundstücke (dazu gehören unter anderem Felder, Wiesen und Obstplantagen) dürfen nicht betreten werden. Zwar steht gerade erst die Baumblüte bevor, doch für Obst und Nüsse gilt: Wer sie entwendet, ist im Feld genauso ein Dieb wie im Supermarkt.

Party im Schrebergarten

Hundekot ist auch im Feld ein Ärgernis – zumal dort Landwirte Lebensmittel produzieren. Wer möchte schon Erdbeeren mit Kot-Spuren essen? Genauso wenig möchten die, die sie ernten, in solche Hinterlassenschaften treten.

Ein Problem ist gerade in den Abend- und Nachtstunden auch Lärm. Wer sich zur Party im Schrebergarten trifft, sollte Rücksicht nehmen, nicht zuletzt auf die ihn umgebende Natur. Das gilt im Übrigen auch für die Treffen im Wald oder auf Spielplätzen oder an anderen, vor allem bei jungen Leuten beliebten, Rückzugsorten. Wo Grenzen überschritten werden, bleibt denen, die sich gestört fühlen, abends und an Wochenenden ein Anruf bei der Polizei, denn die Ordnungshüter der Stadt sind, anders als diese, nicht rund um die Uhr im Einsatz.

Dass sie am Feldrand, aber nicht dort Knöllchen verteilten, wo Falschparker ständig für gefährliche Situationen sorgten, etwa im Einmündungsbereich des Nordrings in die Niederhofheimer Straße, ärgert den erwähnten Hofheimer, der nun 30 Euro zahlen soll. Rathaussprecher Jonathan Vorrath sagt, er nehme die Anregung, dort zu kontrollieren, gern auf. Immer wieder gebe es solche Hinweise von Bürgern, denen die Ordnungspolizei dann auch nachgehe. Das Problem sei aber letztlich nicht, dass die Ordnungshüter nicht ständig und überall unterwegs sein könnten, sondern dass sich zu viele nicht an die Regeln hielten.

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