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St. Peter und Paul: Orgel: Generalreinigung für 2359 Pfeifen

Von Für die nächsten fünf bis sechs Wochen muss die Königin der Instrumente in der katholischen Pfarrkirche schweigen. Reinigung und Revision sind eine aufwendige Arbeit.
Die beiden Fachleute Emmanuel Uhry und Ralf Rudelbach (rechts) bauen eine Pfeife nach der anderen vorsichtig aus. Foto: Hans Nietner Die beiden Fachleute Emmanuel Uhry und Ralf Rudelbach (rechts) bauen eine Pfeife nach der anderen vorsichtig aus.
Hofheim. 

Emanuel Uhry und Ralf Rudelbach wissen, wo sie anfassen müssen. Mit geübten Griffen nehmen die beiden Orgelbauer die ersten Pfeifen aus dem Prospekt. Seit Dienstag sind die Mitarbeiter des Orgelbauunternehmens Fischer & Krämer aus dem badischen Endingen in der Hofheimer Pfarrkirche St. Peter und Paul damit beschäftigt, das aus ihrem Haus stammende Instrument in seine Einzelteile zu zerlegen. „Bitternötig“, sagt Bezirkskantor Matthias Braun, sei die Reinigung der immerhin 33 Register umfassenden Orgel, „putzen Sie mal daheim 18 oder 19 Jahre nicht Staub“, macht Kirchenmusiker Braun anschaulich, warum es an der Zeit sei für eine Generalüberholung der Orgel. die nicht nur in Gottesdiensten erklingt, sondern gern auch für Konzerte genutzt wird.

„Sie ist ein Unikat und komplett so für diesen Kirchenraum konzipiert“, sagt Georg Fischer. Er ist heute Geschäftsführer der Orgelbaufirma am Kaiserstuhl und selbst Orgelbaumeister und hat es sich nicht nehmen lassen, bei den Arbeiten in Hofheim dabei zu sein. Der Chef verrät nicht ohne Stolz, dass sein Vater Friedrich Wilhelm Fischer das Instrument für St. Peter und Paul disponiert und geplant habe. Eines von mittlerweile 175 solcher „Königinnen der Instrumente“, die das seit 1970 bestehende Unternehmen gebaut hat. Vor allem am Orgelgehäuse lasse sich die Handschrift von Fischer & Krämer erkennen, sagt der Orgelbaumeister.

1981 hat die Pfarrei St. Peter und Paul das Instrument angeschafft. Da gebe es mit der Zeit einfach einen gewissen Verschleiß, „den man nacharbeiten muss“, sagt Fischer. Die von seinen Mitarbeitern Uhry und Rudelbach bereits aus dem Spieltisch genommenen Manuale werden genauso einer fachmännischen Begutachtung unterzogen wie die 2359 Pfeifen, die kleinste 10 Millimeter, die längste 4,80 Meter hoch. Die Orgel verfüge als Besonderheit über einen mechanischen Setzer, der eine Registervorwahl ermöglicht, erläutert Fischer. Das gebe dem Organisten zusätzliche Ausdrucksmöglichkeiten beim Spiel. Dass die fünf Setzer seit fast 50 Jahren einwandfrei arbeiten, sei für ihn „schon begeisternd“, sagt der Orgelbaumeister, „von welchem elektronischen Gerät lässt sich das sagen?“

Neue Sicherheitsvorschriften gibt es für die Elektroanlage, die unter anderem für den nötigen „Wind“ sorgt. Die erforderliche Umrüstung hat letztlich die Arbeiten noch einmal dringlicher gemacht. Heute würden neue Orgeln immer seltener in Auftrag gegeben, sagt Georg Fischer. Die Aufgabe von Kirchen ist angesichts sinkender Mitgliederzahlen längst kein Tabu mehr. Auch der eigene Betrieb sei schon kleiner geworden, meint der Mann aus Baden. Aufträge wie der aus Hofheim sind da willkommen. Die Reinigungs- und Ausbesserungsarbeiten werden zum Teil auch in der Orgelbauwerkstatt in Endingen gemacht, ein Teil der Pfeifen wird daher eingepackt und abtransportiert. Nur sehr vorsichtig, überwiegend mit dem Pinsel, werden Staub und Ruß entfernt. „Da kann man ja nicht mit Pressluft arbeiten, das ist aufwendige Handarbeit“, sagt Fischer.

Die Kosten für Reinigung und Revision belaufen sich auf rund 38 000 Euro. Wer dafür etwas übrig hat: Die IBAN des Spendenkontos, Stichwort „Orgelreinigung St. Peter und Paul, bei der Naussauischen Sparkasse lautet: DE92 5105 0015 0200 0173 66.

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