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Verein Historische Landmaschinen: Pachtvertrag: „Das ist uns zu riskant“

Von Das Stadtarchiv soll nach Diedenbergen umziehen, ins frühere Feuerwehrhaus. Doch das Vorhaben, den Vereinen, die das Feuerwehrhaus unter anderem als Lager nutzen, am Ortsrand neue Räume zu schaffen, ist geplatzt. Dem Verein Historische Landmaschinen Diedenbergen, der Bauherr sein sollte, sind die Risiken zu hoch.
In das ehemalige Feuerwehrhaus in Diedenbergen soll das Stadtarchiv umziehen. Foto: Knapp In das ehemalige Feuerwehrhaus in Diedenbergen soll das Stadtarchiv umziehen.
Hofheim. 

Im ehemaligen Feuerwehrhaus in Diedenbergen ist derzeit noch alles beim Alten. Die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft soll das Haus sanieren und für den Einzug des Stadtarchivs umbauen. Doch das geht nicht, solange es keine anderen Lagerräume für die Diedenberger Vereine gibt. Nun ist klar: Die Idee der Stadt, das Problem mit einer Lagerhalle nahe der Speedway-Bahn zu lösen, deren Bauherr und Eigentümer der Verein Historische Landmaschinen Diedenbergen (HLD) hätte werden sollen, ist vom Tisch. Das hat der Magistrat im Ortsbeirat mitgeteilt.

In die Kernstadt

Bisher lagern unter anderem die Kerbegesellschaft, der HLD, das DRK und die Narrengilde vieles, was sie für ihr Wirken brauchen, im ehemaligen Feuerwehrhaus im Ortskern. Wie von der Stadtverordnetenversammlung beschlossen, soll hier aber das Stadtarchiv einziehen, das schon lange unter widrigen Bedingungen im Gebäude der Stadtbücherei arbeitet. Allerdings gab es an dem Vorhaben auch Kritik. Dass das Stadtarchiv in die Innenstadt gehört, nicht in einen Ortsteil, zählt zu den Einwänden der Kritiker. Diese verweisen darauf, dass die Stadtarchivarin eng mit dem Stadtmuseum zusammenarbeitet. Auch die Nähe zum Rathaus und die zentrale Lage des Archivs, das für die Nutzer gut erreichbar sein sollte, wurden als Gründe genannt, dass die Einrichtung besser in der Kernstadt aufgehoben wäre.

In Diedenbergen ärgerte sich der Ortsbeirat, dass er im Vorfeld der Entscheidung für einen Umzug in das ehemalige Feuerwehrhaus nicht informiert und um Stellungnahme gebeten worden war (wir berichteten). Die Vereine im Stadtteil waren nicht glücklich mit der Aussicht, ihre Lagerräume mitten im Ort aufgeben zu müssen. „Es war allerdings von Anfang an klar, dass das keine Lösung für die Ewigkeit sein würde“, sagt Yvonne Freund-Ochs als Vereinsring-Vorsitzende. Im vergangenen Jahr war beim Martins-Markt viel Wehmut spürbar, denn alle gingen damals davon aus, dass es das letzte Mal sein würde, dass dabei das Feuerwehrhaus mitgenutzt werden könnte. Doch noch ist kein Bautrupp angerückt. Denn der HLD hat beim Projekt Hallenbau die Notbremse gezogen.

„Etwas Eigenes“

Den Traum von „etwas Eigenem“ hat der HLD, der derzeit Pächter eines Grundstücks an der Speedway-Bahn ist, schon seit Jahren. Das passende Grundstück dafür aber gab’s einfach nicht. 2014 habe man das Thema für erledigt erklärt, erinnern sich der Vereinsvorsitzende Norbert Müller und sein Stellvertreter Patrick Ammann. Als die Stadt aber die Idee mit dem Archiv-Umzug spann, kam sie 2015 auf den Verein zu und fragte, ob dieser nicht eine eigene Halle nebst Lagerräumen für andere Vereine auf stadteigenem Grund bauen wolle. Alles ließ sich zunächst gut an, wie der Vorstand berichtet. Die nötigen Beschlüsse des Stadtparlaments wurden mit dem Doppelhaushalt 2016/17 auch gefasst. Der HLD hoffte, im Frühjahr gleich loslegen zu können. Doch kam dazu kein Signal.

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Kommentar: Das Archiv doch an den Kellereiplatz

Für eine Stadt ist ihr Archiv so etwas wie ihr Gedächtnis. Hier ist ihre Vergangenheit dokumentiert. Hier lässt sich manches nachvollziehen, wofür es schon lange keine Zeitzeugen mehr gibt. Ein Ort nicht nur für Heimatforscher.

clearing

Ende Mai legte die Stadt dann den Pachtvertrags-Vorschlag auf den Tisch. Der Vorstand sah sich das Papier an und war sich schnell einig: „Das geht so nicht. Das ist uns zu riskant.“ Die Haftungsrisiken seien für einen von Ehrenamtlichen geführten, nur 85 Mitglieder starken Verein einfach zu groß, fasst Ammann zusammen. So gab es etwa die Auflage, bei einer Auflösung des Vereins die Halle vollständig rückzubauen. Die nötige Verlegung eines Entwässerungskanals, die die Stadt mit als Begründung für das Scheitern angeführt hatte, kam dazu. „Das hätte das Projekt noch einmal um mehr als 20 000 Euro verteuert“, sagt Ammann. Rund 7000 Euro für Ausgleichsmaßnahmen im Sinne der Umwelt hätte man zudem zu stemmen gehabt. Doch der entscheidende Grund, die Sache abzusagen, sei das Vertragswerk gewesen, sagen Müller und Ammann.

Nun hängt auch die Stadt wieder in der Luft. Auf Anfrage sagt Stadtsprecher Jonathan Vorrath, man sei derzeit um eine andere Lösung bemüht. Erst wenn diese gefunden sei, könne die Hofheimer Wohnungsbaugesellschaft den Umbau umsetzen.

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