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Fastnachtszug in Hofheim: Petrus muss ein Narr sein

Von Tausende Narren hatten gestern in Hofheim ihren „Spass uff de Gass“. Und es wurde friedlich gefeiert, wie die Polizei bestätigte.
Klage aus dem Stadtteil: Die Lorsbacher fühlen sich wie im Knast. Bilder > Foto: Maik Reuß Klage aus dem Stadtteil: Die Lorsbacher fühlen sich wie im Knast.
Hofheim. 

Unfassbar! Ambett Marina hatte es gestern gegen 13 Uhr noch mit der ganzen Würde ihres Amtes getragen, dass der Himmel seine Schleusen geöffnet hatte. „Da hat einer den Teller nicht leer gegessen“, mutmaßte Wolfgang Herzog vom Herrenkomitee, das unter einem Vordach Schutz gesucht hatte. Selbst die harten Wikinger hatten sich Plastikfolie übers Fell gezogen. Und Kreisbeigeordnete Ingrid Hasse, mit Ex-Ambett Dagmar Siegemund neben sich, kurbelte die Fensterscheibe herunter und meinte: „Wir wollten eigentlich Cabrio fahren . . .“ Das konnten die Damen dann auch, die Wikinger ließen die Folie fallen und die Ambett machte glücklich den Daumen hoch. Denn das, was bei der Aufstellung kaum noch einer zu hoffen wagte, war tatsächlich eingetreten: Für Hofheims Fastnachtszug machte der Regen Pause.

Zug-Splitter: Süßes vom Schleuderbrett

So originell wie Markus Leonhardt brachte sonst niemand das Wurfmaterial unters Volk. Der Krifteler, Begleiter der Kindergarde des KKK, hatte ein Schleuderbrett dabei und katapultierte die Süßigkeiten

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Schnell füllte sich die lange noch recht leere Gass’ mit viel närrisch Volk, das so einiges geboten bekam. Phantasievolle Kostüme, für die in jüngster Zeit immer mehr Privatgruppen sorgen. Die „Ho-Kri-Hühner“ etwa, schillernde Phantasie-Vögel. „Wir sind schon zum 6. Mal dabei, es macht einfach Spaß“, verriet Tine Kunze-Kochendörfer über den Freundeskreis aus Hofheim und Kriftel.

Klagenreich die Beiträge aus den Stadtteilen: Die Lorsbacher Traktorfreunde sahen ihren Ort „im Knast“. „Zur Bahnstation kein Weg zum laafe, im ganzen Ort nix einzukaafe, ein Straßenverkehr, der immer steht, ne Radwegeplanung, wo gar nix geht, statt Kerbeplatz nur noch Sparzwänge, aber mir lasse die Köpp noch lange net hänge“, so der Lorsbacher Reim aus das diesjährige Zugmotto. „Wespe ohne Nest“ stichelte es dagegen aus Wallau. Und dann trotzig: „Jetzt nehmt ihr uns auch noch die Hall – uns Wespen bringt ihr nicht zu Fall!“ Der kleinste Stadtteil reimte: „Wildsächser Baustelle zieht sich in die Länge, trotzdem lasse mir den Kopp nit hänge!

Als hätte er vorher Mäuschen gespielt, war der Magistrat als Bautrupp unterwegs mit dem Spruch: „Mer schaffe Dach und Nacht, weil uns d’ Haushalt so Sorge macht. Auch wenn wir kein Geld aber Baustelle habbe, mer krempele die Ärmel hoch und tun anpacke.“

Bodo Tadewald hatte dagegen offenbar das Geld gefunden, das dem Magistrat fehlt. Der FWG-Mann kam mit einem Koffer, aus dem die Scheine nur so quollen und dem Spruch: „Die schwarz-rote Stadtregierung gab die Hofemer Millione/ für Herrin Giselas Visione! Eine Karikatur, auf der die „Regentin“ allerlei Schnickschnack befiehlt, während die Ortsteile darben, gab’s noch als Ergänzung.

VW-Abgas-Skandal nahmen die Firma TWK Hofheim („Mer baue ehrlich“), oder die Lorsbacher Äppelquetscher mit einer „Made in Germany“ aufs Korn. Den Pilotenstreik löste die Hofheimer Feuerwehr – mit einem selbstgebauten Flugzeug. Der „Drehpunkt“ warb für Inklusion („Ob behindert oder nich, ein Narr ist Mensch wie du und ich“). Andere Vereine, Gruppen und Firmen nutzten den Zug auch für Eigenwerbung, vom Team des Marxheimer Garten Eden über den Gewerbeverein IHH („Altstadtfest – wir schaffen das“) bis zu den Marxheimern, die schon mal zur Kerb einluden. Groß vertreten war auch der Krifteler Karneval Klub, der sein 66-Jähriges feiert. Auch einige andere Nachbarn wie die Fischbacher und die Sindlinger waren vertreten. Alles in allem ein närrischer Lindwurm, der viel Laune machte und es unbedingt verdient hatte, trocken durchzukommen.

Bilderstrecke Erfrischender Karnevalsumzug in Hofheim am Taunus
Weit über 100 Zugnummern schlängelten sich beim diesjährigen Karnevalsumzug durch die Straßen der Kreisstadt.Tausende von Zuschauer jubelten den Teilnehmern zu.
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