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Phrix-Künstler haben ein „ungutes Gefühl“

Drei Phrix-Künstler haben ihre Ateliers geöffnet. Über der dritten Kunst-Jamsession schwebte allerdings auch die Sorge, wie es in Zukunft mit den Räumen in der alten Papierfabrik weitergeht.
Okriftel. 

Zur Eröffnung wurde es laut: Masaki Kato und Mitstreiter aus einer „Highlandpipe-Gruppe“ spielten zum Auftakt der Kunst-Jamsession auf ihren Dudelsäcken. Die Begrüßung war gleichzeitig auch ein Abschied. Die Dudelsackwerkstatt von Clemens Bieger, für die Kato arbeitet, verlässt die Phrix in den kommenden Monaten. „Es ist traurig, dass er weggeht“, bedauerte Lara Mouvée. Die Künstlerin richtete die Ausstellung am Wochenende gemeinsam mit Mari Duesterberg und Kai Wolf aus.

Der gelernte Dudelsackbauer Masaki Kato ist vor sechs Jahren aus Schottland nach Deutschland gezogen. In den vergangenen Jahren arbeitete er für „Bieger Pipes“, die ihre Werkstatt in den Räumlichkeiten der Phrix Künstlergemeinschaft eingerichtet haben. Kato schätzt, dass zwischen fünf und zehn schottische Dudelsackwerkstätten in Deutschland existieren. Darunter gibt es aber wahrscheinlich keine, die einen Ausblick bietet, wie ihn Masaki Kato von seinem Fenster in der Phrix genoss.

 

Erster Mieter zieht aus

 

Kato hat bereits damit begonnen, zu packen. Im vergangenen Jahr habe sein Chef andere Räumlichkeiten in Hofheim-Diedenbergen gefunden, erklärt der Instrumentenbauer. Die Dudelsackwerkstatt ist der erste der kreativen Mieter, der die ehemalige Okrifteler Fabrik verlässt. Andere könnten folgen: Die Phrix wurde im vergangenen Jahr von neuen Eigentümern übernommen, die ankündigten, das Areal als Standort für Loft-Wohnungen zu nutzen. Für die Phrix Künstlergemeinschaft ist der Wechsel der Verwalter mit zusätzlichen Auflagen und einer ungewissen Zukunft verbunden. „Alle Künstler waren etwas unsicher“, sagt Masaki Kato. Ob die Dudelsackwerkstatt auch ausgezogen wäre, wenn die Eigentümer nicht gewechselt hätten, kann er nicht hundertprozentig sagen. Er persönlich wäre zumindest gerne geblieben.

Die besondere Atmosphäre der Phrix rückte Kai Wolf am Sonntag in einer Präsentation in den Mittelpunkt. Unter dem Titel „Le cathédrale d’industrie“ zeigte der Phrix-Künstler verschiedene Ansichten der alten Papierfabrik. Die Sorge um die eigene Zukunft auf dem Gelände hat der Mitausrichter der Kunst-Jamsession dabei immer im Hinterkopf. Die drei Künstler, die am Wochenende ihre Ateliers öffneten, wissen nicht wie lange sie noch an diesem Ort arbeiten können. „Es ist ein ungutes Gefühl, nicht genau zu wissen, woran man ist“, sagt Kai Wolf. „Da hängen Existenzen dran“, betont der hauptberufliche Künstler, der hofft, dass er rechtzeitig informiert wird, falls die Künstler anderen Projekten auf dem Gelände weichen müssen. Mit der Menge an Material, die er in seiner Werkstatt habe, sei eine Kündigungfrist von drei Monaten kaum ausreichend.

Bürgermeisterin Antje Köster (SPD) wünscht sich, dass die Phrix-Künstler im Stadtgebiet bleiben. „So eine Künstlerkolonie ist etwas Innovatives und passt zu unserem Kulturprogramm“, erklärte die Verwaltungschefin auf Kreisblatt-Nachfrage. Vor vier Wochen habe sie bei einem Gesprächstermin mit den neuen Eigentümern der Fabrik betont, dass man die Künstlergemeinschaft in der Stadt halten wolle. Sie habe außerdem in einem Brief an die Eigentümergemeinschaft hervorgehoben, dass die Künstler Sicherheiten brauchen, die über das Ende des laufenden Mietvertrages im Oktober hinaus gehen.

 

Suche nach Alternativen

 

Die Pläne, Loftwohnungen in der Fabrik einzurichten, gäbe es noch immer, so die Bürgermeisterin. Für den Fall, dass sich die Künstler nicht in das Konzept integrieren ließen, höre sich die Stadt nach alternativen Räumlichkeiten um. Passende Gebäude zu finden, sei schwer, weil die Künstler in unterschiedlichen Branchen tätig seien, erklärt sie. „Eine Lösung auf dem Phrix-Gelände wäre mir am allerliebsten“, so die Rathauschefin.

(sas)
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