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Posthume Hommage an Dieter Trippe

Ein Treffpunkt war er früher, der Platz unweit der Martinskirche. Das soll er nun auch wieder werden. Zu verdanken ist dies dem Engagement der „Bürger für Hornau“, deren kürzlich verstorbener Chef, Dieter Trippe das Projekt auf den Weg gebracht hat. Nun lädt ein geschichtsträchtiger Ort in frischem Gewand zum „Entschleunigen“ ein.
Alois Steyer malte dieses Bild von der ehemaligen Hornauer Waage. Bilder > Alois Steyer malte dieses Bild von der ehemaligen Hornauer Waage.
Hornau. 

Die feierliche Eröffnung des restaurierten Platzes an der Hornauer Straße konnte der kürzlich im Alter von 76 Jahren verstorbene Dieter Trippe nicht mehr miterleben. Doch als Vorsitzender des Vereins „Bürger für Hornau“ war er an dessen Planung und Umsetzung federführend beteiligt – und vom erfolgreichen Gelingen überzeugt. „Nach langer Vorarbeit haben wir das Ziel erreicht: Die Neugestaltung des Platzes an der ehemaligen Dorfwaage“, zitierte ihn sein Nachfolger Michael Jung vor knapp 100 Besuchern. Diese Worte hatte Trippe in einem Manuskript festgehalten, das nun im Rahmen einer kleinen Broschüre veröffentlicht wurde. Bürgermeister Thomas Horn, zugleich Schirmherr der Restaurationsarbeiten, erinnerte sich in seiner Eröffnungsrede an die ersten Gespräche mit Dieter Trippe über das Projekt. „Er kam vor knapp drei Jahren zu mir und stellte erste Skizzen vor“, schildert der Rathauschef. „Ich sagte ihm damals, dass die Arbeiten erhebliche Kosten mit sich bringen würden.“ Dies sei kein Problem, bekam Horn damals als Antwort, schließlich vertraute Dieter Trippe auf die tatkräftige Unterstützung seiner Hornauer Mitbürger.

Das Vertrauen zeigte sich einmal mehr als begründet. Insgesamt konnten die „Bürger für Hornau“ über 40 Sponsoren und Spender gewinnen, um das rund 40 000 Euro teure Projekt im alten Ortskern zu finanzieren. Dazu steuerte die Stadt Kelkheim 12 000 Euro bei. „Wenn man sagt, man möchte hier und dort etwas verschönern, ist es gar nicht so einfach die Sponsoren zu überzeugen“, verrät Michael Jung und fügt hinzu: „Besser ist es, wenn das Ganze einen geschichtlichen Hintergrund hat.“ Dieser war bei dem Projekt gegeben.

Wo nun drei Parkbänke im Schatten einer 200 Jahre alten Platane zum Verweilen einladen, wurden einst Wagenladungen an Kartoffeln, Getreide sowie Kühe und Schweine gewogen. Als Bediener der Dorfwaage wurde damals der Friseur Peter Müller, dessen Salon sich in unmittelbarer Nähe befand, eingesetzt. Nicht selten saßen Männer mit eingeseiftem Bart im Friseursessel und mussten warten, bis Friseurmeister Müller mit seiner Nebentätigkeit fertig wurde. Bis 1960 kam die Waage zum Einsatz, bei der Dorfsanierung 1970 wurde sie schließlich abgebaut. Nun gibt es an Ort und Stelle wieder Grund für die Hornauer, sich zu treffen und ins Gespräch zu kommen.

Besonders gelungen und optisch schön anzusehen bei der Restauration des Platzes ist eine kleine stilistische Verneigung vor der Orts-Historie: Betrachtet man den Platz aus der Distanz, erkennt man die Form eines Posthornes – dieses ziert auch das Hornauer Wappen.

Diese Idee hatte der Künstler Joachim Menke, der mit seinem vorgelegten Entwurf die „Bürger für Hornau“ überzeugen konnte. Die Arbeiten zur Neugestaltung des historischen Platzes am Ufer des Liederbaches begannen am 9. September vergangenen Jahres und endeten vor wenigen Tagen mit der Bepflanzung eines kleinen Blumenbeetes im Mittelpunkt des gepflasterten Rondells.

Schon bei der Eröffnungsfeier mit Sektempfang und einem kleinen Imbiss, verspürten die Besucher dort, was sich Bürgermeister Thomas Horn auch für die Zukunft verspricht: „Eine Rückbesinnung auf eine Zeit, in der das Leben vielleicht noch etwas entschleunigter war.“

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