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Kommunalwahl: Postkarten und rote Äpfel

Der SPD-Nachwuchs hat konkrete Vorschläge, was man im Main-Taunus-Kreis verbessern könnte. Sie reichen vom ÖPNV über einen Jugendkreistag bis zu einem Studenten-Azubi-Wohnheim.
Der Nachwuchs der Genossen: Bettina Lanio und Jessica Weber (vorne v. l.); Christian Matz, Jonas Tresbach und Philipp Moritz (hinten). Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Der Nachwuchs der Genossen: Bettina Lanio und Jessica Weber (vorne v. l.); Christian Matz, Jonas Tresbach und Philipp Moritz (hinten).
Main-Taunus. 

Aussichtsreich sehen sie sich platziert für den Kreistag. Für Christian Matz (Listenplatz 5) aus Hofheim, Jessica Weber (Platz 13) und Philipp Moritz (Platz 37) eine Wertschätzung für die Jusos insgesamt. Als Ziel hatte sich der Nachwuchs der SPD im Kreis selbst gesetzt, drei Kandidaten auf einen sicheren Listenplatz zu bekommen, „einer unter Platz 5, einer unter 15 und einer unter 35 war die Vorgabe“, erläutert Jonas Tresbach, der mit Bettina Lanio die Juso-Doppelspitze im Main-Taunus-Kreis bildet.

Für Matz und Weber habe das geklappt, „beim Philipp nicht ganz, aber auf jeden Fall sehen wir es so, dass die Jusos damit einen Erfolg erzielt haben“, sagt Tresbach. Um die eigenen Kandidaten mit Hilfe der Wähler, die kumulieren und panaschieren dürfen, noch ein wenig mehr nach vorn zu bringen, haben sich die Jusos auch zu einer eigenen Wahlkampagne entschlossen. Postkarten sind deren Haupt-Werbemittel. Denn die SPD-Nachwuchsorganisation setzt im Main-Taunus nur bedingt auf die Sozialen Medien. Klar, bei Facebook müsse man schon vertreten sein, ist das Quintett aus Vorstand und Kandidaten einig, „aber man darf die Wirkung nicht überschätzen“, sagt Christian Matz. Inhaltliche Diskussionen könne man über dieses Medium zum Beispiel kaum führen. Da setzen die Jung-Politiker lieber auf das direkte Gespräch. Allerdings: „Sich in eine Kneipe setzen und warten, dass jemand dazu kommt, das funktioniert nicht“, sagt Jonas Tresbach. „Wir wollen lieber dahin gehen, wo sowieso junge Leute sind“, ergänzt Philipp Moritz. Der Flörsheimer ist 23 Jahre jung und Verwaltungsbeamter in Wiesbaden. Wie Jessica Weber, Eppsteinerin, ebenfalls 23 Jahre und Verwaltungskraft in einem Lebensmittelunternehmen, hält er Schulen für gute Anlaufpunkte.

Hotel Mama

Aber auch auf Bahnhöfen wird man die beiden wie auch Christian Matz, 25 und Student aus Hofheim, wohl mit den Juso-Postkarten antreffen. Schließlich ist auch bei den Jusos (wie bei allen anderen Jugendorganisationen der Parteien im Kreis) der Nahverkehr eines der zentralen Wahlkampfthemen. Mehr Querverbindungen im Kreis, kleinere Preise für junge Leute oder mehr Radwege werden da gefordert. Für Investitionen in die Schulen, die Einführung eines Jugendkreistages und eine Ausweitung der Schulsozialarbeit wollen sich die Jusos im Kreistag stark machen. Bezahlbarer Wohnraum gerade auch für Azubis und Studenten (Stichwort: „Wohnst du auch noch im Hotel Mama?“) ist eine Forderung, der eine weitere Werbe-Postkarte gewidmet ist. „Unser Vorschlag: Ein Studenten-Azubi-Wohnheim“, sagt Jessica Weber, „und eine Wohnungsbaugesellschaft des Kreises gründen, die so etwas koordiniert“.

Auch das Flüchtlingsthema wurde nicht ausgespart. Noch mehr Sprachkurse und mehr Schulung für die Ehrenamtlichen wollen die Jusos. Und sehen den „Kastengrund“ als Gemeinschaftsunterkunft und Sozialamtsquartier kritisch.

150 Mitglieder haben die Jusos im Kreis, sagen aber selbst, dass das nur eine Zahl sei, da alle SPD-Mitglieder unter 35 Jahren als Jusos geführt würden. Rund 20 aktive Jusos gebe es im Kreis. 5000 Postkarten will der Genossen-Nachwuchs in den nächsten Wochen unters Wahlvolk bringen. Und immer mal wieder mit einer „Banner-Aktion“ überraschen. „Das ist bei uns fast schon Tradition“, erläutert Bettina Lanio. Schnell ein Bettlaken mit „einer einfachen Botschaft“ beschriften und sich dann mal für zwei, drei Stunden mit ein paar Gleichgesinnten in eine Fußgängerzone oder an eine Landstraße stellen, „das ist immer ein Hingucker“, so Lanios Erfahrung. „Und es gab bisher immer ein gutes Feedback.“ Das sei „einfach was anderes, als so ein klassisches Wahlplakat“, meint Philipp Moritz.

1000 Euro-Etat

Was sie für ihre Wahlkampagne ausgeben, damit halten die Jusos nicht hinterm Berg. „Wir haben 1000 Euro“, sagt Jonas Tresbach, „und damit kommen wir auch aus.“ Neben den Postkarten sollen auch noch rote Äpfel verteilt werden. In Plakate habe man nicht investieren müssen, „das macht die SPD“, weiß Student Tresbach (23), der für die Hofheimer Stadtverordnetenversammlung kandidiert (Platz 11) und auch im Ortsbeirat Wallau wieder dabei sein möchte. Bettina Lanio (23) hat „mit Rücksicht auf mein Studium und die Arbeit als Vorsitzende“ derzeit keine Ambitionen auf ein Mandat.

(babs)
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