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Preisgeld für Nachwuchsforscher

Von Ein Projektteam der Schwalbacher Albert-Einstein-Schule hat einen Ballon gebaut und 37 Kilometer hoch steigen lassen, um kosmische Strahlung zu messen. Dafür wurde es nun ausgezeichnet. Die Schüler haben noch ein weiteres heißes Eisen im Feuer.
Auszeichnung: Lehrer Dr. Kai- Uwe Kühnel von der Albert-Einstein-Schule holte mit den Schülern Simon Budinsky, Leon Ritter, Jens Rau , Jonathan Knoll sowie seinem Kollegen Arnd von der Heyden (von links) beim Mint-Award den dritten Platz. Auszeichnung: Lehrer Dr. Kai- Uwe Kühnel von der Albert-Einstein-Schule holte mit den Schülern Simon Budinsky, Leon Ritter, Jens Rau , Jonathan Knoll sowie seinem Kollegen Arnd von der Heyden (von links) beim Mint-Award den dritten Platz.
Schwalbach. 

„Persönlichkeiten werden nicht durch schöne Reden geformt, sondern durch Arbeit und eigene Leistung.“ Das wusste schon Albert Einstein. Sechs junge Männer haben das Zitat des Namensgebers ihrer Schwalbacher Schule wörtlich genommen: Sie konzipierten und bauten eine Messelektronik, die sie mit einem Stratosphärenballon auf 37 Kilometer Höhe steigen ließen. Ziel war, Temperatur, Luftdruck, Luftfeuchtigkeit und kosmische Strahlung zu messen (wir berichteten).

Mit dem Projekt gewannen sie nun den mit 1000 Euro dotierten dritten Platz beim MINT-Award von Procter & Gamble (P&G). MINT ist die gängige Abkürzung für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Im Januar haben die Schüler zudem die Chance, in einem bundesweiten Wettbewerb zu reüssieren.

Staunende Politiker

Die Preisverleihung war für die Oberstufen-Schüler ein besonderes Erlebnis. Sie durften ihr Projekt bei der 14. MINT-Messe der Landesarbeitsgemeinschaft Schulewirtschaft vorstellen – im Hessischen Landtag in Wiesbaden. Der eine oder andere Politiker kam in Sitzungspausen und staunte nicht schlecht, was die verschiedenen Teams zu bieten hatten. „Die Jury hat vor allem die wissenschaftliche Qualität und der technische Anspruch unseres Projekts überzeugt“, berichten Simon Budinsky, Björn Boss Henrichsen, Niklas Kerkhoff, Jonathan Knoll, Alexander Martin, Jens Rau und Leon Ritter. Sie haben die Technik selbst entwickelt – unter anderem Platinen geätzt sowie 3D-Modelle entworfen und gedruckt. Auch die Ergebnisse haben sie selbst ausgewertet, unterstützt von den beiden Physiklehrern Arnd von der Heyden und Kai-Uwe Kühnel.

Atemberaubende Fotos

Kosmische Strahlung trifft, vereinfacht ausgedrückt, aus dem Weltall auf die Erde und ist hochenergetisch. „Wir wollten herausfinden, inwiefern Piloten und Flugpersonal davon betroffen sind“, erklärt Knoll. Sie sind, unter anderem aufgrund der Höhe, stärkerer Strahlung ausgesetzt. Das konnten auch die Schüler nachweisen. Und mehr: Sämtliche Messdaten wurden während des Ballonflugs alle fünf Sekunden mit den Positionsdaten – einem GPS-Tracker sei Dank – gespeichert. Damit lassen sich vielfältige Zusammenhänge auswerten, etwa zwischen der jeweiligen Höhe und den Messgrößen.

„Wir haben uns regelmäßig in den Pausenstunden getroffen, um uns abzusprechen“, sagt Ritter. Viel Arbeit wurde auch zu Hause, in der Freizeit geleistet. Es hat sich gelohnt, da sind sie sich jetzt schon einig. Nicht nur, dass sie viele technische Fertigkeiten gelernt oder ausgebaut haben. Mindestens ebenso wichtig ist das Drumherum: Das Präsentieren etwa, die Sponsorensuche oder die Außendarstellung. Sie treten souverän auf, und über die eigens aufgesetzte Website www.stratosat.de kann sich weltweit jeder über ihr Projekt informieren. Auch atemberaubende Fotos aus der Kamera des Ballons sind dort zu sehen.

Bereits im September 2005 wurde die Schule zum MINT-Excellence-Center. Den Fächern wird besonderer Wert beigemessen, erklärt Leiterin Anke Horn. Das Geld geht zunächst an die Schule, die es wieder in solche und ähnliche Projekte investiert. Für das Team auf dem Treppchen steht ein weiterer Höhepunkt indes noch bevor. Ursprüngliche Grundlage des Projekts war die Teilnahme an einem von der Ludwig-Maximilians-Universität in München bundesweit organisierten Wettbewerb. Im Januar 2018 findet dort das Abschlusssymposium statt, bei dem der Sieger der zehn Teams gekürt wird, die es in die Endauswahl geschafft haben. Einmal mehr heißt es also in Schwalbach: Daumen drücken.

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