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Parkplatz-Wächter verprügelt: Rabiater Bad Sodener verurteilt

Der ihm am Opel-Zoo zugewiesene Parkplatz entsprach wohl nicht den Vorstellungen eines Bad Sodeners. Vor den Augen seiner kleinen Tochter schlug er den Parkplatzeinweiser zu Boden. Jetzt wurde er verurteilt.
Foto: imago stock&people (imago stock&people)
Kronberg. 

Weil er einen älteren Mann vor den Augen seiner kleinen Tochter geschlagen und dadurch nicht unerheblich verletzt hat, wurde ein 45-Jähriger aus Bad Soden vom Königsteiner Amtsgericht zu einer Geldstrafe von 35 Tagessätzen verurteilt. Das Gericht war dabei von vorsätzlicher Körperverletzung ausgegangen. Gegen den Strafbefehl hatte der Angeklagter zunächst Widerspruch eingelegt, diesen in der Verhandlung aber auf die Höhe eines Tagessatzes beschränkt.

Ursprünglich war die Amtsanwaltschaft von einem Tagessatz von 120 Euro ausgegangen. Entgegenkommen gab es auch von Seiten des Nebenklägers, dessen Rechtsbeistand kurz vor der Verhandlung noch einen Adhäsionsantrag gestellt, diesen aber im Prozess zurückgezogen hat. Das Gericht hätte ansonsten auch über die Höhe der Schadensersatz- und Schmerzensgeldzahlungen entscheiden müssen. Dies bleibt nun einem Zivilverfahren vorbehalten. Finanziell schmerzhaft wird es für den Sodener schon jetzt. Zusätzlich zur Geldstrafe von 2800 Euro muss er auch die Kosten des Verfahrens tragen und den Anwalt des Nebenklägers bezahlen.

Adhäsionsanträge werden von Strafgerichten eher ungern verhandelt, da mit ihnen Straf- und Zivilrecht vermengt werden. Zudem sind Strafrichter oft nicht in der Lage, über die Höhe von Schadensersatzforderungen zu entscheiden. Risiken bergen sie aber auch für Geschädigte. Wenn die sich etwa mit einem Schmerzensgeld von 500 Euro arrangieren, sind bei nachträglich auftauchenden Spätfolgen weitere Ansprüche verwirkt.

Zu dem Vorfall war es am 30. April 2016 auf dem Parkplatz des Opel-Zoos gekommen. Der Angeklagte hatte den Sonntag mit seiner kleinen Tochter im Freigehege verbringen wollen. Auf dem Parkplatz war um 10 Uhr bereits viel Betrieb. Der Parkplatzanweiser hatte dem Bad Sodener eine Parklücke zugewiesen, mit der er offenbar aber nicht zufrieden war. Es entspann sich ein Streit zwischen den Männern, der schließlich darin eskalierte, dass der Bad Sodener dem Parkplatzanweiser mit der Faust ins Gesicht schlug und ihn so heftig schubste, dass der ältere Mann rückwärts umgefallen ist. Der Geschädigte erlitt dabei eine Prellung der Halswirbelsäule. Außerdem war durch den Schlag ins Gesicht die Zahnprothese beschädigt worden.

Der Angeklagte hatte es bislang unterlassen, sich bei dem Geschädigten, dessen Namen und Adresse er aus der Strafanzeige kannte, zu entschuldigen, holte dies aber in der Verhandlung nach. Die Sache sei ihm sehr unangenehm, sagte er. Der Anwalt des Nebenklägers kündigte an, die Forderungen seines Mandanten zivilrechtlich zu verfolgen. Im Raum stehen 1500 Euro Schmerzensgeld und 3300 Euro für die Reparatur der Gebissprothese.

(as)

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