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Ehemaliger Heidehof: Reiten wie die Cowboys

Von Beim Westernreiten geht es ein bisschen lässiger zu. Wer’s kennenlernen möchte, hat dazu am Samstag Gelegenheit, wenn die Chefinnen der „Heath Ranch“ zum Tag der offenen Tür einladen.
Melanie Pfeffer (links) und Claudia Bingel – hier mit Paint Horse „Billy“ –freuen sich auf die Reitsportfreunde, die sie am Samstag zum Tag der offenen Tür auf der „Heath Ranch“ begrüßen wollen. Melanie Pfeffer (links) und Claudia Bingel – hier mit Paint Horse „Billy“ –freuen sich auf die Reitsportfreunde, die sie am Samstag zum Tag der offenen Tür auf der „Heath Ranch“ begrüßen wollen.
Liederbach. 

„Schuld“ hat Nele Neuhaus. Die Krimi-Königin ist passionierte Reiterin und hat durch ihr Hobby vor einigen Jahren Claudia Bingel kennengelernt, die mit ihrer Familie in Wildsachsen einen Reiterhof betreibt. Für Kenner des Westernreitens ist Bingel eine Institution: Die Wildsächserin ist deutsche Meisterin und Europameisterin im Westernreiten. Sie steckte auch Nele Neuhaus mit ihrer Begeisterung für diese Reitweise an, die ihren Ursprung im spanischen Arbeitsreiten hat und später von den amerikanischen Cowboys übernommen wurde.

Hobbyreiterin Nele Neuhaus schaffte sich ein Quarter Horse an und nahm Stunden bei Claudia Bingel, die auch eine renommierte Trainerin ist. „Irgendwann entstand die Idee, dass wir zusammen eine Westernreitschule in der Region gründen könnten“, erzählt die zierliche Reitsportlerin, die quasi im Sattel groß geworden ist, betreiben doch ihre Eltern den Reiterhof St. Georg in Lorsbach. So weit, so gut: Die Idee stand – die Realisierung ließ aber auf sich warten, denn passende Grundstücke oder Höfe findet man eben nicht an jeder Ecke. „Ich habe aber immer die Augen offengehalten“, erzählt Claudia Bingel.

Der Zufall kam ihr zu Hilfe und zwar in Gestalt von Melanie Pfeffer, einer leidenschaftlichen Hobbyreiterin aus Liederbach, die Trainingsstunden bei Claudia Bingel nahm. „Melanie hatte gehört, dass die Familie Zecher, die den Heidehof betrieben hatte, aus Altersgründen aufhören wollte“, erinnert sich Claudia Bingel, die nach einem ersten Besichtigungstermin begeistert von der Anlage am Rande der Heidesiedlung war.

 

Funke übergesprungen

 

Nele Neuhaus musste sich zwar aus beruflichen Gründen zurückziehen – dafür stieg Melanie Pfeffer als Geschäftspartnerin ein. Die beiden übernahmen den Heidehof im Frühjahr und bauen dort eine Westernreitschule auf, die bereits regen Zulauf hat. Denn die aus den USA stammende Variante des Reitens ist hierzulande im Kommen. Woran das liegt, wissen die beiden Pferdefreundinnen aus Erfahrung: „Wir haben beide mit dem klassischen englischen Reiten angefangen.“ Bei Claudia Bingel sprang der Funke über, „als ich vor über 20 Jahren mit einer Freundin Urlaub in den Rocky Mountains machte und dort das Westernreiten kennenlernte. Kaum war ich zurück, belegte ich Kurse bei Thomas Hoppe, einem berühmten deutschen Westernreiter“, schildert Bingel, die inzwischen zu den Größen ihrer Sparte gehört, die Anfänge. „Das lässig-lockere Reiten“ ist es, was sie von Anfang an faszinierte. Ähnlich war es bei Melanie Pfeffer, die auch mal „englisch“ angefangen hatte und dann vom „anderen“ Umgang mit den Pferden angetan war. Das ist auch der Grund, weshalb viele erwachsene Reiter, aber auch viele Kinder Westernreiten lernen wollen. Nicht zu vergessen die Pferde: „Beim Westernreiten kommen vor allem Quarter Horses und Paint Horses zum Einsatz und die zeichnen sich durch ihren ausgeglichenen Charakter und ihre Gelassenheit aus“, beschreibt Claudia Bingel das Wesen dieser Tiere. Versteht sich, dass die beiden Schulpferde „Rosy“ und „Sugar“ zur Rasse der Quarter Horses gehören.

Damit sind wir bei den Kosten. Auch wenn sich bei vielen das Vorurteil hält, Reiten sei ein teurer Sport, entgegnet Melanie Pfeffer: „Wenn man sich kein eigenes Pferd anschafft, ist es nicht teuer als jedes andere Hobby auch.“ Zumindest die Erstausstattung ist günstiger als in manch anderer Sportart: „Zum Westernreiten braucht man ein Paar Jeans und festes Schuhwerk“, sagt Claudia Bingel, die ergänzt: „Klar, wenn man Turniere reitete, gehören viel Bling-Bling und natürlich ein passender Hut dazu.“ Gelegenheit, sich mal zeigen zu lassen, was Horsemanship, Working Equitation, Cutting und Reining sind und wie entspannt das Reiten auf nervenstarken Quarter Horses ist, gibt es am Samstag, 4. Juli, wenn die „Heath Ranch“, Am neuen Berg 1 (Liederbach) von 14.30 Uhr an zum Tag der offenen Tür einlädt. „Das abwechslungsreiche Schauprogramm zeigt einen Querschnitt durch alle Facetten des Westernreitens – allerdings nicht nur das, denn auf der Heath Ranch wird jede Sparte des Reitsports praktiziert. Neben der klassischen englischen Reitweise können interessierte Zuschauer auch die spanische Reitweise sehen und natürlich die Vielseitigkeit des Westernpferdes bewundern. Für die kleinen Gäste bieten wir Kinderreiten an “, geben die beiden „Chefinnen“ der Ranch einen Überblick übers Programm, bei dem natürlich stilechte Leckereien wie Spareribs nicht fehlen werden.

Noch ein Tipp: Die Parkmöglichkeiten an der „Heath Ranch“ sind begrenzt, deshalb sollten Besucher einen kleinen Spaziergang einkalkulieren.

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