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Ehemalige Schule bereit für Flüchtlinge: Sanierung ist nicht teurer geworden

Die ersten Flüchtlinge sind in dem ehemaligen Schulgebäude eingezogen. Voraussichtlich werden es viel mehr als ursprünglich geplant.
41 Menschen sind bisher in der alten Eddersheimer Schule untergebracht worden. 41 Menschen sind bisher in der alten Eddersheimer Schule untergebracht worden.
Eddersheim. 

In einem Punkt ist Frank Wolf hartnäckig. Dass für den Umbau der alten Grundschule in Eddersheim nicht mehr als die anfänglich vorgesehenen 650 000 Euro ausgegeben werden müssen, das hatte er schon nicht mehr geglaubt, als dort neue Fenster eingebaut wurden. Jetzt, nach Abschluss der Bauarbeiten, hat er immer noch Zweifel. Ganz offensichtlich sei auch der Keller saniert worden, obwohl das nicht gleich geplant war. Daher könne es kaum bei der Investition von 650 000 Euro geblieben sein.

Der Main-Taunus-Kreis widerspricht dem erneut. „Der Keller wurde nicht saniert, es gab auch keine ungeplanten Sanierungen“, so Johannes Latsch, Pressesprecher im Landratsamt, zum Kreisblatt. Teilbereiche seien von außen abgedichtet worden, da innen eine Küche und ein Raum für Waschmaschinen eingebaut wurden. Dies sei aber von Anfang an so vorgesehen gewesen. Latsch: „Wir bleiben insgesamt in den Kosten.“

Geändert hat sich aber die Zahl der Flüchtlinge, die in dem ehemaligen Schulhaus untergebracht werden sollen. Vor einem Jahr war von 42 bis maximal 48 Personen die Rede – auch in der Antwort des Magistrats auf eine Anfrage der FDP in der Stadtverordnetenversammlung. Die Freidemokraten hatten sich nach einer „signifikante Mehrbelegung“ erkundigt. Der Magistrat kann in einem solchen Fall nur weitergeben, was er vom zuständigen Main-Taunus-Kreis gesagt bekommt.

Freilich war vor einem Jahr noch nicht absehbar, welches Ausmaß der Zuzug von Flüchtlingen nach Deutschland im Laufe der Sommermonate annehmen würde. Insofern ist es durchaus nachvollziehbar, das der Kreis seine Planungen offensichtlich geändert hat. Wie viele Menschen in der Schule untergebracht werden können, werde noch festgelegt. „Wahrscheinlich rund 80 Plätze“, beziffert Latsch die Kapazität.

Keine große Aufregung

In diese Woche sind zunächst 41 Flüchtlinge eingezogen, sie kommen aus Syrien, Afghanistan, Eritrea und dem Irak. Von irgendeiner öffentlichen Aufregung war dabei nichts zu spüren – im Sommer 2014 waren nach Bekanntwerden dieser Pläne dagegen noch 500 Unterschriften gesammelt worden.

Hattersheim hat zurzeit 511 Flüchtlinge aufgenommen und damit sein Soll mehr als erfüllt. Latsch bezifferte das Plus derzeit auf 77 Personen. Trotzdem kann man davon ausgehen, dass die Schule bald voll belegt wird – der Kreis muss bei der Unterbringung von Flüchtlingen alle irgendwie verfügbaren Kapazitäten nutzen. Wie Latsch berichtete, wird in Okriftel eine weitere Gemeinschaftsunterkunft für etwa 38 Personen vorbereitet.

Auf die Frage, ob Hattersheim damit sein Soll erfüllt habe, bis im Herbst die große Unterkunft im Kastengrund in Betrieb gehen soll, gibt es keine definitive Antwort. „Auf längere Sicht hinaus kann nichts mit Sicherheit gesagt werden“, so der Kreissprecher. Immerhin soll eine Unterkunft in der Voltastraße wegen der als unzumutbar kritisierten Zustände dort geschlossen werden. Und: Eine zwangsweise Zuweisung von Flüchtlingen durch den Kreis scheint für Hattersheim derzeit nicht auf der Tagesordnung zu stehen.

(bt)
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