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Baby-Planner: Sie helfen (werdenden) Müttern

Von Drei Hofheimerinnen haben eine Geschäftsidee verwirklicht. Ihr bundesweit womöglich konkurrenzloses Angebot für junge Mütter ist indes nicht ganz billig.
Drei junge Unternehmerinnen: Sabine Elsas, Sandra Klein und Stefanie Sprung wollen Mütter unterstützen. Foto: Knapp Drei junge Unternehmerinnen: Sabine Elsas, Sandra Klein und Stefanie Sprung wollen Mütter unterstützen.
Hofheim. 

Bei Todesfällen ist es längst selbstverständlich, einen Dienstleister einzuschalten. Bestatter bieten eine Art Rundum-Service: Sie nehmen Menschen alle möglichen Arbeiten ab – vom Druck der Totenbriefe über Behördengänge und die Kündigung von Versicherungen bis hin zur Organisation der Trauerfeier. Für ein deutlich freudigeres Ereignis im Leben, eine Heirat, gibt’s mittlerweile ebenfalls einen solchen Dienstleister, den Hochzeits-Planer, oder neudeutsch formuliert: „Wedding-Planner“. Besonders durch das „Traumschiff“-Anhängsel „Kreuzfahrt ins Glück“ ist er zum Begriff geworden. Im Grunde ist es also nur folgerichtig, dass es jetzt auch noch den „Baby-Planner“ gibt.

In Hofheim hat sich gerade ein Dienstleistungsunternehmen rund ums Mutterglück etabliert. „Wir sind die Ersten im Rhein-Main-Gebiet mit diesem Angebot“, sagt Sabine Elsas. Ja, mehr noch: In der Kombination von Dienstleistungen, die sie gemeinsam mit Sandra Klein und Stefanie Sprung bietet, ist „Momback“ sogar nach Überzeugung der drei Gründerinnen bislang einmalig. Denn die eher praktisch ausgerichteten Angebote unter dem Oberbegriff „Baby-Planner und Schwangerschaftsconcierge“ werden durch die Möglichkeit zu einem psychologischen Coaching ergänzt.

Extra: Entwicklungschance für alle Kinder

Auch für Schwangere und werdende Mütter, die sich ein kommerzielles Hilfsangebot, wie es „Momback“ jetzt macht, nicht leisten können, gibt es eine Menge an Unterstützungsangeboten. „Frühe Hilfen“ lautet der Fachbegriff.

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Fehlender Ausgleich

Die drei Gründerinnen sind davon überzeugt, dass es für das Angebot einen Markt gibt – nicht zuletzt aus eigener Erfahrung. Junge Mütter sind sie alle, sie wissen, wie es sich anfühlt, wenn das Leben plötzlich mit einem Kind so ganz anders wird. „Mir hat so viel Ausgleich gefehlt“, hat Stefanie Sprung erfahren, wie hart es für sie war, nicht mehr ihren gewohnten Sport machen zu können, auf das abendliche Ausgehen mit Freunden verzichten zu müssen und kaum noch eine Nacht durchschlafen zu können. „Die Nerven liegen blank irgendwann“, sagt die 35-Jährige. Da sei ihr bewusstgeworden, wie wichtig in dieser Zeit eine Begleitung sein könne, gerade im psychologischen Bereich.

Für Sabine Elsas war es ein Aha-Erlebnis, in einer für sie fremden Stadt aus der Rolle der erfolgreichen Unternehmensberaterin in die der Mutter zu wechseln. Gerade wenn der Mann sehr viel arbeite und auch keine Eltern, keine Geschwister, keine Freunde in der Nähe sind, die mal zur handfesten oder auch zur seelischen Unterstützung rasch herbeigerufen werden können, sei das schon sehr hart, sagt Elsas. „Das Leben ändert sich so wahnsinnig, da wäre es schon schön gewesen, wenn man ein bisschen Hilfe gehabt hätte.“

Zurück in Hofheim, traf die mittlerweile zweifache Mutter in ihrer Schulfreundin Stefanie Sprung und Sandra Klein auf zwei Frauen, die gerade ähnliches bewegte. „Wir haben schnell gemerkt, das wir das gleiche Thema haben“, sagt Elsas.

Sandra Klein war mit ihrem Mann nach Hofheim gezogen, der familienfreundlicheren Umgebung wegen, und hatte ebenfalls erlebt, wie es ist, sich allein mit Kind erst einmal ein Umfeld erarbeiten und zudem noch viele Fragen beantworten zu müssen. Stillen oder nicht? Wenn ja, dann wie lange? Wo finde ich eine Hebamme? Wie kommt meine Figur wieder in Form? Wer gibt mir Tipps zum richtigen Umgang mit dem Baby? Elsas nennt einige typische Themen.

Schwierigste Frage für viele: Soll ich möglichst bald wieder arbeiten oder doch lieber länger beim Kind bleiben? Viele, so die Erfahrung der Frauen, redeten da irgendwie mit, und ganz schnell beschleiche Mütter das Gefühl: Egal, was man macht: Irgendeiner findet es immer nicht richtig.

Hilfe fürs „Comeback“

„Dieser Druck, den wir haben, ist für uns eigentlich nicht leistbar. Da drüber zu stehen, seinen eigenen Weg zu finden, das, was für die eigene Person gut ist, das ist so immens wichtig“, sind sich die Jungunternehmerinnen einig. Wo gibt es da Orientierung? Das haben sie sich gefragt. Wer hilft wirklich weiter, wer verschafft den Frauen Entlastung und die Gelassenheit, die sie eigentlich bräuchten? Wer unterstützt sie beim „Comeback der Mütter“? „Momback“ war für sie die folgerichtige Antwort.

Dass Frauen als Mütter zurückkommen, einen Neustart mit veränderter Identität hinlegen, auch und nicht zuletzt beruflich, das ist es, was Sabine Elsas, Stefanie Sprung und Sandra Klein mit „Momback“ verbinden. Es geht um eine Art zweite Karriere, einen Neustart mit ganz anderen Schwerpunkten – nicht zuletzt für sich selbst. „Mein Fokus hat sich durch meine eigene Geschichte stark verändert“, bringt Sabine Elsas auf den Punkt, was auch ihre Mitstreiterinnen für sich festgestellt haben. Grund genug, dem auch in einem beruflichen Neuanfang Rechnung zu tragen. Da traf die Idee des Baby-Planners, die aus Amerika kommt, den Nerv.

Sandra Klein, sowohl ausgebildete Krankenschwester als auch Projektleiter-Assistentin und damit ohnehin in Dienstleistungs-Themen zu Hause, absolvierte eigens die zertifizierte Ausbildung, die in Berlin an der ersten Baby-Planner-Academy Deutschlands angeboten wird. Die 39-Jährige ist nun der erste „Personal Maternity Guide“ (persönlicher Mutterschafts-Begleiter also) im Rhein-Main-Gebiet. Wer sie bucht, den berät sie zum Beispiel beim Kauf von Kinderwagen und Erstausstattung oder begleitet Schwangere und Mütter beim Arztbesuch. Die Vermittlung der passenden Gymnastik oder einer Mutter-Kind-Gruppe ist genauso möglich wie Hilfe beim Ausfüllen von Anträgen.

Es heiße ja in einem afrikanischen Sprichwort, um ein Kind groß zu ziehen, brauche es ein ganzes Dorf, sagt Sabine Elsas. „Momback“ wolle gerade denen helfen, die solchen Rückhalt – Freunde und Familie in der Nähe – nicht haben.

Kleine Service-Pakete

Ein gewisses Einkommen braucht es allerdings schon, wer sich den Baby Planner leisten will. „Wir haben aber auch kleine Service-Pakete im Angebot“, sagt Sabine Elsas, die als studierte Betriebswirtin Geschäftsführung und Öffentlichkeitsarbeit übernommen hat. Das Schnupperangebot Concierge, bei dem es um die Erledigung organisatorischer Aufgaben oder Besorgungen geht, gibt’s für 79 Euro. Für rund 119 Euro kommt „Momback“ für einen Sicherheitscheck ins Haus, bei dem Gefahrenquellen fürs Kind aufgezeigt werden, die besser beseitigt werden sollten. „Wir können in ganz vielen Punkten angreifen und versuchen, sehr individuell auf die Kunden einzugehen“, sagt Sandra Klein.

Der zweite Angebots-Schwerpunkt ist das psychologische Coaching, für das Diplom-Pädagogin Stefanie Sprung zertifiziert ist, die gerade auch noch eine Zusatzausbildung als Heilpraktiker für Psychotherapie absolviert. Um die Ängste und Sorgen rund um Schwangerschaft und Mutterschaft kann es da gehen oder um „Vertrauen in das eigene Mutterdasein“ (Kosten ab 179 Euro).

Messe-Auftritt

„Wahnsinnig positiv“ sei das Echo bisher, sagt Sabine Elsas. Die Website und der Facebook-Auftritt finden nach ihrer Aussage sehr viel Interesse. Im Mai wollen die zwei Hofheimerinnen und die Zeilsheimerin, die ihre Geschäftsräume in einer Doppelhaushälfte an der Römerstraße haben, „Momback“ auf der Frankfurter Messe „Baby und Kind“ einem breiteren Publikum vorstellen.

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