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Engagement der BfU: Sie kämpft, gewinnt und verliert

Von Seit 40 Jahren gibt es die Bürgerinitiative Umweltschutz (BfU) Eddersheim. Dass sie unbequem ist, gehört zur Strategie.
Sie kämpfen für »Mensch und Natur«, wie sie selbst sagen: Jürgen Trommer (l.) und Werner Schuster. Foto: Hans Nietner Sie kämpfen für »Mensch und Natur«, wie sie selbst sagen: Jürgen Trommer (l.) und Werner Schuster.
Eddersheim. 

Irgendwann hat in Eddersheim das Wort Vogelschlag so richtig keiner mehr hören wollen. Immer wieder gab es entsprechende Vorfälle, Flugzeuge kollidierten mit Vögeln, die neue Landebahn wurde zeitweise gesperrt, Maschinen zum Durchstarten gezwungen. Aber mit der Zeit verlor die Öffentlichkeit das Interesse.

Die Bürgerinitiative für Umweltschutz ficht das nicht an – sie beobachtet das Geschehen und meldet jeden Zwischenfall. Nicht zuletzt deshalb ist das System, das die Piloten vor Vogelschwärmen warnen soll, über Monate im Blickfeld des öffentlichen Interesses gewesen. Immer wieder kommt es vor, dass Behörden und Politik irgendwann reagieren, Einsicht zeigen, Vorgaben und Verfahren ändern, gerne in aller Stille, ohne einzuräumen, dass der öffentliche Druck dies gefördert oder ausgelöst hat.

Das verlangt aber, sich akribisch in Details einzuarbeiten, herum zu telefonieren und im Internet zu recherchieren. Bei der BfU ist dafür derzeit Frank Wolf zuständig, der im Vorstand den Posten des Pressesprechers hat. „Wir haben da einen guten Rechercheur“, sagt BFU-Chef Werner Schuster. Der Name ist bekannt, bei der Deutschen Flugsicherung wie beim Eisenbahnbundesamt. Eine gewisse Unerschrockenheit gehört dazu. Dies hat die BfU immer ausgezeichnet. Gegründet wurde sie aus Anlass des Caltex-Raffinerie-Baus. Die Proteste von der anderen Mainseite haben sicher nicht die Schließung des Werkes bewirkt, aber den Betreibern nicht gerade Spaß gemacht.

Jüngstes Beispiel für den Einsatz der Aktivisten ist die Fußgängerunterführung am Eddersheimer Bahnhof – das ist kein Umweltschutz-Thema, aber einige BfU-Aktive haben mitgekämpft dafür, dass der Tunnel nicht einfach geschlossen wurde, sondern dass die Zusage auf dem Tisch liegt, dass es eine neue Unterführung gibt.

Die BfU wird auch darauf achten, dass die Zusage eingehalten wird – wenn die Initiative eine Zukunft hat. Denn Nachwuchs wird gebraucht. Vorsitzender Werner Schuster sucht schon lange einen Nachfolger und ist entschlossen, 2017 den Posten abzugeben. Dann wird er 80 Jahre alt, hat also etwas mehr als die Hälfte seines Lebens mit der BFU verbracht. Diese zu erhalten, das ist eine Herausforderung für nachfolgende Vorsitzende.

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