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„Bürger für Hornau“: Sie machen den Kerschweg frei

Von Der Verein engagiert sich auch, weil die Stadt auf finanziellen Gründen nicht alles macht.
Mit Schubkarre und Rechen auf dem „Kerschweg“: Eckehard Sennewald, Michael Jung und Baldur Pauli (von links) „befreien“ die Strecke zwischen dem Kloster und Hornau auch von allerlei Gestrüpp.	Foto: Hans Nietner Foto: Hans Nietner Mit Schubkarre und Rechen auf dem „Kerschweg“: Eckehard Sennewald, Michael Jung und Baldur Pauli (von links) „befreien“ die Strecke zwischen dem Kloster und Hornau auch von allerlei Gestrüpp. Foto: Hans Nietner
Hornau. 

Warum Hundebesitzer den Kot ihres Fiffis erst ordentlich in einer Plastiktüte verpacken, dann aber in die Landschaft werfen, erschließt sich den Helfern des Hornauer Frühjahrsputzes nicht. Doch die rund 20 Heinzelmännchen, die einen Teil ihres Samstags damit verbringen, den Müll anderer zu beseitigen, grübeln nicht lange nach den Gründen der Müllsünder. Sie sorgen einfach dafür, dass all der Unrat wegkommt, der hier auf dem sogenannten „Kerschweg“ zwischen dem Kloster und dem Friedhof liegt.

Info: Hornauer Bücherschrank kommt ans Vereinshaus

Bei der Jahreshauptversammlung der „Bürger für Hornau“ haben die Vereinsmitglieder beschlossen, einen Bücherschrank am Vereinshaus zu finanzieren.

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„Es ist ein schöner und schneller Weg“, stellt Michael Jung, der Vorsitzende der „Bürger für Hornau“, fest. Der müsse einfach instand gehalten werden. Tatsächlich: An diesem sonnigen Märztag eröffnet sich dem Spaziergänger hier zwischen den beiden asphaltierten Stücken der Straße Mainblick ein herrliches Bild: Die Vegetation ist zwar noch sehr zurückhaltend, doch das Grün des Grases glänzt schon herrlich in der Sonne. Zudem kündigen dicke Knospen an den Sträuchern und Bäumen den Frühlings-Wachstumsschub an, mit dem das frische Grün die Oberhand gewinnen wird.

 

Flaschen und Hundedreck

 

Doch die Mitglieder der „Bürger für Hornau“, die zum Frühjahrsputz gerufen haben, genießen den Anblick nur so nebenbei. Sie packen lieber kräftig an. Die Männer, Frauen und Kinder räumen innerhalb von wenigen Stunden den Weg frei. Sie zerren Flaschen aus Glas und Plastik sowie allerlei andere Verpackungen aus dem Gestrüpp hervor und entsorgen sie ebenso wie die Hundkot-Beutel. „Auch eine Windel war dabei“, berichtet Jung. Doch der Vorsitzende lässt sich seine gute Laune nicht verderben. Er sichtlich zufrieden damit, wie schnell alles vorangeht. Nach kurzer Zeit ist der Abfall beseitigt. Zudem türmt sich auch mittlerweile ein riesiger Berg aus abgeschnitten Ästen und Gestrüpp auf dem Weg. Vor allem die Brombeerhecke, die den Hang oberhalb des Weges säumt, hatte sich im vergangenen Jahr ausgebreitet, so dass Triebe den Durchgang teilweise behinderten. „Man sieht hier deutlich, wie sich die Natur den Weg wieder zurückholt, wenn man sie gewähren lässt“, meint Jung.

 

Mülleimer fehlt

 

Der Verein, der Traditionen pflegt, sich der Geschichte verpflichtet fühlt und sich die Verschönerung des Ortsbildes auf die Fahnen geschrieben hat, sieht es als seine Aufgabe, sich um den Weg zu kümmern. Die Strecke vom Kloster in den Ortsteil wurde durch eine großzügige Spende des Hornauers Kurt Schmitt vor drei Jahren in Stand gesetzt. Der Verein engagiert sich auch, weil er Verständnis dafür hat, dass die Stadt aus finanziellen Gründen nicht die komplette Landschaftspflege übernehmen kann, sondern nur das Nötigste macht. Mit einem Anliegen will Jung aber im Rathaus anklopfen: Er wünscht sich, dass ein weiterer Mülleimer aufgestellt wird. Denn an denen mangelt es aus seiner Sicht. „Die nächste Bürgermeisterin klopfe ich dafür weich“, kündigt der CDU-Stadtverordnete mit Blick auf die Bürgermeisterkandidatin der Union lächelnd an.

Ingrid und Helmut Heinz, die mit ihrem süßen Hund Tommy zufällig die große Aufräumaktion sehen, freuen sich über so viel ehrenamtliches Engagement. Sie sind sich einig, dass es jetzt schon viel schöner aussieht und wollen, wie sie anklingen lassen, vielleicht sogar das nächste Mal mitmachen.

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