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Firmenporträt: So tickt der Kosmetikriese Cosnova

Ein ständiger Wechsel in der Angebotspalette ist bei dem Kosmetik-Unternehmen Programm. Bei vielen Produkten ticken die Kunden in der ganzen Welt ziemlich unterschiedlich.
11 000 Quadratmeter belegt Cosnova in der Sulzbacher Firmenzentrale. Das Unternehmen benötigt aber deutlich mehr Flächen und will in wenigen Jahren umziehen. Bilder > Foto: Maik Reuß 11 000 Quadratmeter belegt Cosnova in der Sulzbacher Firmenzentrale. Das Unternehmen benötigt aber deutlich mehr Flächen und will in wenigen Jahren umziehen.
Sulzbach / Bad Soden. 

Im Esszimmer in Frankfurt nahm vor 16 Jahren alles seinen Anfang. Jede Frau, fand Christina Oster-Daum damals, sollte sich nach ihren Wünschen schön machen können. Doch noch in den 1990er Jahren, erinnert sich die Betriebswirtin, hätten Kosmetikartikel in Deutschland zum Luxussegment gezählt. Frauen seien bereit, für Schminke viel Geld auszugeben, das war die vorherrschende Meinung.

In Holland dagegen waren Kosmetika schon viel günstiger; in einfacher Aufmachung allerdings und mit entsprechend billigem Inhalt. Eine innovative Marke kreieren, dekorativ und von hoher Qualität, für jeden Geldbeutel erschwinglich, das war es, was Christina Oster-Daum antrieb.

Der Spanier Javier González, der 20 Jahre in den Vereinigten Staaten gelebt hatte und nun für ein amerikanisches Unternehmen in Schwalbach arbeitete, unterstützte Oster-Daum zunächst im Hintergrund. 2001 hoben die Eheleute dann die Firma „Cosnova Beauty“ aus der Taufe. Als die Warenkartons im improvisierten Lager im Schlafzimmer überquollen, schauten sie sich nach einem größeren Standort um.

In Sulzbach am Taunus wurden sie fündig. Mit zwölf Mitarbeitern zogen Oster-Daum und González 2004 ins Gewerbegebiet „Am Limespark“ und mieteten 400 Quadratmeter Fläche. Heute haben sie sich in demselben Gebäudekomplex auf 11 000 Quadratmeter ausgebreitet. Sie beschäftigen rund 400 Mitarbeiter, bilden junge Leute aus, darunter drei Studenten der Berufsakademie.

Führung mit Stolz

Wenn Claudia Walkenhorst, Mitarbeiterin der ersten Stunde, „auf der kleinen Tour“ treppauf, treppab durch die weit verzweigten Bürowelt von Cosnova führt, tut sie das nicht ohne Stolz. Verantwortlich für Facility Management und Company Projects präsentiert die 47-Jährige die Lounge mit 190 Sitzplätzen, hell, übersichtlich und mit großzügiger Terrasse. Mittags können dort die Beschäftigten – 85 Prozent sind Frauen, Durchschnittsalter: 35 Jahre – zwischen einer Salattheke und verschiedenen Hauptspeisen wählen.

Weiter geht es durch moderne Großraumbüros. Vorbei an „Besprechungsinseln“: verglast, bis zum Boden, alles ist großzügig und transparent. Bei der Einrichtung, erklärt Walkenhorst, werde mit Bewegungsmeldern und intelligenten Lampen viel Wert auf Nachhaltigkeit gelegt.

Im farbenfrohen „Beauty Wonderland“ glitzert es, der Weg führt vorbei an Schautheken mit hunderten von Kosmetik-Produkten, vom geschmeidigen Lippenstift bis zum glanzvollen Make-up, die so übersichtlich sortiert sind, wie sie den Kunden auf dem Markt angeboten werden. „Da unsere Mitarbeiter viel am Schreibtisch sitzen“, fügt Walkenhorst an, fehlt auch ein Fitness-Studio samt Trainer und großzügigen Duschräumen nicht.

Einige Schritte weiter können sich die Beschäftigten in einen „Modern-Muse-Bereich“ zurückziehen, mit komfortablen Sitzmöbeln ausgestattet, umfangreicher Bibliothek und einer stimmungsvollen Fototapete, die den Blick auf den Taunus widerspiegelt. Eine Atmosphäre im Hause schaffen, in der sich die Leute wohlfühlen, betont Walkenhorst, stecke als Philosophie dahinter.

Rasant ist die Entwicklung von Cosnova in den zurückliegenden 16 Jahren verlaufen. Zweistellige Zuwachsraten hat der Kosmetikhersteller Jahr für Jahr vermeldet. Mit Mathias Delor (2012) und Hilko Prahl (2015) sind zwei weitere Geschäftsführer in die Spitze eingestiegen. Mit den drei Marken essence, CATRICE und L.O.V. haben die Macher im Jahr 2016 einen Umsatz von 361,4 Millionen Euro erzielt. 14,2 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Als Gewerbesteuer-Zahler liegen sie im siebenstelligen Bereich.

1500 neue Produkte

Wie ist das möglich mit Kosmetikprodukten, die in einer Preisklasse von knapp zwei Euro pro Lippenstift beginnen? „Statt viel Geld für Werbung auszugeben“, begründet Christina Oster-Daum den Erfolg ihres Unternehmens, „stecken wir sehr viel ins Produkt“. Die Mund-zu-Mund-Propaganda, wenn sie auch Zeit koste, arbeite für sie. 90 Prozent aller Cosnova-Produkte würden in Europa hergestellt. Die Qualität stehe an erster Stelle.

Mit 60 bis 80 Lieferanten arbeitet Cosnova zusammen. Sehr viele davon in Italien, in der Nähe von Mailand, dem sogenannten Kosmetik-Valley. Verkauft werden die Cosnova-Produkte von der preisgünstigen Essence-Reihe bis zur neuen anspruchsvollen L.O.V. in über 80 Ländern. Das Cosnova-Management ist auf Messen präsent, orientiert sich an den Trends, die die Modewelt vorgibt.

Urbaner Geruch

Vieles bei der Kreation von neuen Kosmetikmarken, verrät die 48-jährige Chefin, geschehe aus Intuition und dem Bauchgefühl heraus. Der dauernde Wechsel in der Palette ist Programm. Dass im Jahr so 1500 neue Produkte auf den Markt kämen, erklärt Mathias Delor, sei keine Seltenheit. Er fügt hinzu: „Wenn ich im Vorhinein wüsste, wohin der Trend geht, wäre mein Leben gerettet“. Bei den Modefarben spielten natürlich auch ethnische Unterschiede eine große Rolle. So neigten die Skandinavierinnen beim Lippenstift mehr zu Pink, während die Südländerinnen ein kräftiges Rot bevorzugten.

Noch ist Deutschland der größte Absatzmarkt für Cosnova-Produkte. Doch die Geschäftsleitung strebt auch in andere Länder. So habe sie im Jahr 2016 als „Wachstumsversicherung“ in Butzbach ein 30 000 Quadratmeter großes Lager gebaut, berichtet Javier González, mit reichlich Erweiterungsfläche für die vielen Produkte, die sie einkauft. Und da Cosnova im Rhein-Main-Gebiet bleiben möchte – „eine Firma in Kosmetik muss ein bisschen urban riechen“, schmunzelt der 53-Jährige Geschäftsführer – wäre Bad Soden, wohin es in ein paar Jahren vielleicht geht, für sie der „Top-Standort“.

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