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Kulturförderpreis: Sodens bunte Vielfalt

Von Für die Jury war die Inszenierung von „Die Schöne und das Biest“ das herausragende Kultur-Highlight. Es gab aber auch außergewöhnliche Ehrenpreise.
Gefüllt mit Preisträgern: Die Bühne reichte kaum aus bei der Verleihung des Kulturförderpreises. Foto: Knapp Gefüllt mit Preisträgern: Die Bühne reichte kaum aus bei der Verleihung des Kulturförderpreises.
Bad Soden. 

Es war eine herausragende Inszenierung des französischen Volksmärchens „Die Schöne und das Biest“, die die Bad Sodener Ballettschule Ulrike Niederreiter fast genau vor einem Jahr im Schwalbacher Bürgerhaus auf die Bühne brachte. 350 Eleven tanzten die Geschichte des verwunschenen Prinzen, der von einer Zauberin in ein hässliches Biest verwandelt worden war und nur durch die Liebe einer Frau befreit werden konnte.

Von den Kleinsten aus der Früherziehung bis zu den Tänzern, die schon seit Jahren Balletterfahrung haben, wurden alle in die Aufführung einbezogen. Die Kleinen schwirrten als Schneegeister oder Sonnenstrahlen umher und die erfahrenen Elevinnen erschienen als Störche, Rosen, Trolle oder Nachtschatten auf der Bühne. Für jede Gruppe wurde eine eigene Choreographie erdacht. Wunderschöne Kulissen, herausragende Tanzeinlagen, fantasievolle Kostüme und eine stimmungsvolle Musik begeisterte 2300 Zuschauer.

Mit diesem Projekt hat sich die Ballettschule zum Favoriten für den Kulturförderpreis 2015 gemacht. Darüber waren sich die Juroren einig. Außerdem sei es an der Zeit, Ulrike Niederreiter, die seit 1986 ihre Ballettschule in Bad Soden betreibt und die mit ihrem Engagement wesentlich zum Kulturleben der Kurstadt beiträgt, eine Anerkennung zukommen zu lassen. Der Preis ist mit 750 Euro dotiert.

Nähen und Häkeln

Traditionelle Handarbeiten wie Stricken, Nähen und Häkeln sind wieder im Trend. Und wenn das Ganze dann noch in einer harmonischen Atmosphäre stattfindet, wo sich alle Altersgruppen treffen können, entsteht das „NähCafé Kreuzstich“. Die Jury würdigte, dass Frauen aus der evangelischen Kirchengemeinde Neuenhain auf so kreative Ideen kommen und sich in Räumen im beschaulichen Altenhain etablieren. Geboren wurde die Idee in der Passionszeit 2013, als plötzlich Laternen, Schildermasten, Kirchenzäune und Poller bunt umhäkelt wurden. Heute wird das Projekt von sechs Frauen ehrenamtlich organisiert. Das Angebot reicht vom Strick- und Häkelkurs für Kinder bis zum Nähmaschinen-Führerschein. Jeder ist willkommen. Dafür wurde das Näh-Café-Team von der Jury mit dem zweiten Platz und einem Preisgeld von 500 Euro belohnt.

Auf sechs mit bunten Bildern und Texten ansprechend gestalteten Seiten hat der Verein „Wir für Bad Soden“ eine Broschüre erstellt, die dem Besucher eine Übersicht über die Historie und den Baumbestand im Alten Kurpark vermittelt. Doch die eigentliche Leistung, weshalb die Jury den Verein zur Förderung der Kur- und Wohnstadt zum dritten Preisträger erkor, besteht in der Beschilderung von 71 wertvollen Bäumen im denkmalgeschützten Alten Kurpark. Die farbigen Schilder informieren über das Alter, die Herkunft und die Früchte der teilweise exotischen und jahrhundertealten Bäume. Mit diesem Baumlehrpfad will der Verein nicht nur den interessierten Laien, sondern auch Schüler begleitend zum Naturkundeunterricht für die Baumjuwelen des Alten Kurparks sensibilisieren. Der Verein erhält ein Preisgeld von 250 Euro.

17 Anmeldungen

Mit 2500 Euro unterstützt die Stiftung der Frankfurter Sparkasse bisher den Kulturförderpreis der Stadt Bad Soden. Doch in diesem Jahr stand die Jury vor einer schwierigen Entscheidung. Nicht nur, dass mit 17 Bewerbungen so viele herausragende Präsentationen wie noch nie im Rathaus eingegangen waren. Vier Initiativen haben sich mit demselben Thema beschäftigt – der Integration von Flüchtlingen.

So beschloss die Jury, zusätzlich drei Ehrenpreise mit jeweils 500 Euro zu vergeben sowie das herausragende Film-Projekt der Freien Musikschule Bad Soden zum Thema Flüchtlinge, das in Kooperation mit der St. Angela-Schule Königstein entstanden ist und vom Kulturfonds FrankfurtRheinMain finanziell unterstützt wurde, ohne Preisgeld zu würdigen. Für die Ehrenpreise stockte die Stiftung der Frankfurter Sparkasse das Preisgeld auf 3000 Euro auf.

So eine bunte Vielfalt, ein Reichtum an künstlerischem und bürgerlichem Engagement, hat es bei der Verleihung des Kulturförderpreises der Stadt Bad Soden bisher noch nie gegeben – wobei der Preis seit 1993 vergeben wird. „Das ist eine Zierde für die Stadt, darauf können alle Bad Sodener stolz sein“, stellte denn auch Altfried Lütkenhaus, Vorstand der Frankfurter Sparkasse, während der Feierstunde im Bürgerhaus in Neuenhain fest.

Bürgermeister Norbert Altenkamp hob die „Ansätze gelebter Menschenliebe und christlicher Toleranz“ bei den Flüchtlings-Projekten hervor. So wie die Initiative „Solidarität mit Fremden“, die seit über 20 Jahren besteht und unter deren Dach erwachsene Flüchtlinge schon seit Anfang der 90er Jahre von Christa Maibaum in Deutsch unterrichtet wurden und deren Kindern bei den Hausaufgaben geholfen wurde.

Das „Bunte Zuhause“, ist eine noch ganz junge Initiative, bei der sich deutsche Jugendliche regelmäßig mit Asylsuchenden im Jugendcafé zum gemeinsamen Kochen, Spielen und Deutschlernen treffen. Dazu kommt die Gruppe der Deutsch-Lehrenden innerhalb der Ökumenischen Flüchtlingshilfe, bei der Frauen wie Susanne Cron, Christina Maechler und Sigrid Patzelt quasi als Pioniere im April 2014 starteten, um den Asylsuchenden Deutschkenntnisse beizubringen.

Alle Preisträger stellten ihre Arbeit im Bürgersaal persönlich vor. Die Ballettschule begeisterte die Besucher mit einem 20-minütigen Video ihrer Aufführung.

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