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Sommernachtsmarkt in Hofheim

Ein Flohmarkt um Mitternacht, geheimnisvolle Schönheiten und gemütliches Beisammensein bei tollem Wetter - der 11. Sommernachtsmarkt in Hoheim war ein Sommernachtstraum.
Sommernachtsmarkt in Hofheim Foto: Spillner Sommernachtsmarkt in Hofheim Foto: Spillner
Hofheim.  Schlittschuhe auf dem Flohmarkt beim Sommernachtsmarkt verkaufen, bei über 20 Grad am Abend, während ein paar hundert Meter weiter die Kinder im Schwimmbecken auf dem Kellereiplatz ihre Bahnen ziehen? Eine verwegene Idee. „Vielleicht gehe ich noch ein bisschen mit dem Preis runter“, überlegt Nikolas. „Wir hatten ja auch schon Interessenten. Die Schlittschuhe waren okay, aber deren Füße waren zu klein“, erklärt sein Vater lachend. Nein, nach Eislaufen war das Wetter gar nicht. Es war perfekt für den 11. Sommernachtsmarkt. Für manch einen vielleicht sogar ein bisschen zu warm.

In der Hauptsraße dreht Michael Knell am Lautstärkregler, Salsa-Musik schallt durch die Straße und drei Pare tanzen zwischen Bänken und Blumenkästen neben dem Schaukelpferd, auf dem ein kleiner Junge im Takt zur Musik wippt. Knell leiht sich von Tim die Tanja aus und tanzt mit. Die Salsa-Ecke war seine Idee. Es ist das erste Mal, dass Knell auf der Hauptstraße tanzt. Mit dem Fuß zur Musik gewippt, das habe er schon mal mitten auf der Straße, im vergangenen Jahr erst. Und da sei ihm die Idee gekommen, ein wenig Werbung für den Tanzclub Metropol zu machen, der immer freitags von 19 Uhr Salsa lehrt. „Das passt zum Sommer und zum Wetter“, so Knell.

Im bunten Hawaii-Hemd

Nebendran  sieht Walter Jaknin in seinem bunten Hawaii-Hemd ein bisschen aus wie Jürgen von der Lippe auf den Bahamas. In einem kleinen Stand mit Strohdach bietet er selbst gemachten Äppler, eine Rarität. „Das bekommen Sie in Hofheim sonst fast gar nicht mehr. Es machen zwar viele Hofheimer Äppler, aber das sind alles private Geschichten, da wird nichts verkauft“, erklärt der Kenner. Das Geschäft läuft. Schon wieder geht ein Geripptes für 1,50 Uhr über die Theke, an eine Dame, die weiß, was sie will: „Schreiben Sie: Kommentar der Kundin, die den Apfelwein trinkt: hervorragend.“ Gesagt, getan.

Auf der Brücke über den Schwarzbach erwartet die Besucher die Glückssträhne in Form von vier Glücksengeln in roten T-Shirts. Dominic Häbel, Sabrina Brygier, Stefan Böhm, Katrin Peters und Sascha Maier verteilen Gewinnspielkarten. Und die Leute füllen sie in der Hoffnung auf eine Designerbrille, einen Friseurgutschein oder ein Nagelstyling auf dem Brückenmäuerchen aus. Das ist das Entree zum kleinen Wilhelmstraßenfest, das parallel läuft. Acht Geschäftsleute haben sich zusammengetan, um das Fest auf die Beine zu stellen. Bezahlen gemeinsam den Musiker Mr. T. und seine Band, denen sie dieses Jahr sogar eine Bühne und eine Lichtanlage hingestellt haben.

Geheimnisvolle Schönheit

Auf dem Weg dahin begegnet einem eine  geheimnisvolle Schönheit mit Spitzenschleier um die Augen. „Die sieht aber toll aus“, raunt eine Frau ihrer Freundin zu und verweist auf den Kopfputz. Die Geheimnisvolle gehört zum Salon, der Frisurenmode zeigt. Junge, bildschöne Hofheimerinnen wie Nina, Katharina, Lisa 1 und Lisa 2 haben sich als Models zur Verfügung gestellt. Haarschere-Chef Salvatore Iacono und Friseurin Jessica Pagana haben ein paar Stunden gearbeitet und Laufsteg- und Haut-Couture-Frisuren gezaubert. Zwischen langen, blonden Haaren von Silvia Salerno steckt als Deko-Element ein zusammengerolltes Tischset. Die kreative Idee ist den Friseuren im Tun gekommen und macht mordsmäßig was her. „Wir haben eben genommen, was hier so lag, um es in die Haare einzuarbeiten“, lacht Iacono.

Justyn (8 Jahre), Jamie (6 Jahre), John (9 Jahre) und der „große Junge“ Thomas Gutmann (47 Jahre) sitzen beim Gemüsestand am Untertor wie die Hühner auf der Stange auf dem Mäuerchen und preisen ihre Modellautos mit Sammlerwert an. Aus Höchst sind sie zum Flohmarkt gekommen und haben tolle Sachen dabei. Unter anderem einen original verpackten Kinderbaukasten von 1965 – fast zu schade für den Flohmarkt.

In den  Cafés ist es voll. Manche Kinder laufen mit nassen Haaren durch die Straßen. Sie kommen gerade aus dem Schwimmbecken auf dem Kellereiplatz. Dieser Badespaß  wurde als Bindeglied zwischen altem und dem neuen Stadtzentrum aufgebaut worden. Doch am Chinoncenter ist Schluss mit dem Sommernachtstraum.  Die Geschäfte dort haben geschlossen, was auf Unverständnis vieler Besucher trifft, aber den eingesessenen Geschäften im Stadtkern in die Hände spielte.

Zahlreiche Flohmarktstände

In der Innenstadt  reihen sich viele Flohmarktstände  aneinander. Mit der Dämmerung wird es immer gemütlicher in der Altstadt. Die Laternen werfen ein schönes, warmes Licht auf die Auslagen. Sommernacht-Profis haben eine Taschenlampe dabei, um Waren genauestens unter die Lupe nehmen zu können. Nur dem „Schlag-dem-Raab-Spiel“ von Leo schenkt niemand einen Blick.

„Das muss ich jetzt noch verkaufen. Das ist mein letztes Teil“, sagt er gegen 23.30 Uhr und preist das Spiel offensiv an. Sein Kumpel Noah schnappt sich ein Verkehrserziehungsspiel, und es beginnt ein Wettkampf, wer sein Teil zuerst an den Mann bringt. „Meins ist aber schwieriger. Meine Zielgruppe ist kleiner“, versucht Noah einen Vorteil herauszuschlagen. Aber dann setzt die  Frau Mama dem Treiben ein Ende: „Jetzt ist mal gut, helft bitte beim einpacken!“ elle
 
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