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Hallen-Projekt wackelt bedenklich: Spitze im Rathaus grummelt

Von Die Stadt hofft darauf, den Kreis doch noch für ein gemeinsames Projekt einer neuen Ländcheshalle gewinnen zu können.
Glücklich sieht anders aus: Michael Kage, Fritz Kuhnhenn, Wolfgang Winckler, Wolfgang Exner und Gisela Stang (v. l.) mit der neuen Planung. Foto: Maik Reuß Glücklich sieht anders aus: Michael Kage, Fritz Kuhnhenn, Wolfgang Winckler, Wolfgang Exner und Gisela Stang (v. l.) mit der neuen Planung.
Wallau. 

Man merkte es Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD) und den Stadträten Wolfgang Exner (CDU) und Wolfgang Winckler (SPD) an, dass sie sich gerne deutlicher über ihre Gefühlslage angesichts der letzten Nachrichten aus dem Kreishaus geäußert hatten. Aber das Trio an der Rathausspitze möchte noch nicht aufgeben, sondern hofft, den Main-Taunus-Kreis bewegen zu können, sich doch am Projekt einer gemeinsamen Ländcheshalle zu beteiligen. An Spekulationen, was andernfalls passieren könnte, wollten sich die drei gestern daher auch nicht beteiligen.

Allerdings: Erster Kreisbeigeordneter Wolfgang Kollmeier ließ gegenüber dem Kreisblatt gestern erkennen, dass aus seiner Sicht eine Entscheidung gefallen ist. An dem für kommenden Freitag geplanten Gespräch mit der Stadt und dem TV Wallau über die Ländcheshalle werde sich der Kreis zwar beteiligen, wenn dies in Hofheim gewünscht werde. Aber für die auf Ebene der Dezernenten gefallene Entscheidung sei noch nicht einmal ein Kreistagsbeschluss notwendig.

Einen Großteil der Mittel für die Sanierung der Schulturnhalle, 400 000 Euro nämlich, stehen im Haushalt bereit. Nach dem Willen der Dezernenten Michael Cyriax, Wolfgang Kollmeyer, Johannes Baron und Ingrid Hasse soll der Kreis die Schulturnhalle sanieren, statt sich am Gemeinschaftsprojekt einer neuen Ländcheshalle zu beteiligen. Diese Information hat der Kreis am Donnerstag herausgegeben, sehr zur Überraschung der Stadt.

Aus Hofheimer Sicht kommt dies zum schlechtestmöglichen Zeitpunkt. Denn nach vielen Diskussionen hat man sich mit dem Turnverein darauf geeinigt, eine Dreifeldhalle zu bauen und dazu noch eine Mehrzweckhalle. Außerdem sollen die Umkleiden für den Sportplatz integriert werden. Die Gesamtkosten werden auf sieben Millionen Euro beziffert.

Welchen Anteil davon der Verein übernehmen soll, ließ der Magistrat gestern offen. Offensichtlich möchte er von dem Parlamentsbeschluss abrücken, dass alles, was über die Dreifeldhalle hinausgeht, der Verein bezahlen soll. Nach den Worten von Stadtrat Winckler müsse berücksichtigt werden, dass der Verein von seinen ursprünglichen Forderungen erhebliche Abstriche gemacht habe. Tatsächlich erfolgte der Beschluss des Parlaments auf Grundlage einer Schätzung, die Kosten für Dreifeldhalle und Mehrzweckraum auf neun Millionen Euro bezifferte. Mit den jetzigen Plänen würden sieben Millionen Euro ausreichen.

Aus Sicht von Bürgermeisterin Stang bekäme man damit ein zukunftsweisendes, auch für die Schule attraktives Projekt mit vielen Synergieeffekten. Alleine die Multifunktionshalle könnte von der Schule auch als Aula und Foyer genutzt werden. Denkbar sei ein gemeinsames Blockheizkraftwerk für die Schule und die Hallen, weiteres Geld könnte durch gemeinsame Hausmeister gespart werden. Einen ganzen Katalog von Vorteilen hat die Stadt zusammengeschrieben, die Schuldezernent Kollmeier nach eigenen Worten zwar unterschreiben könnte. Aber zwei Millionen Euro Kostenbeteiligung des Kreises, dies sei einfach zu viel.

Ob die Stadt dem Kreis finanziell entgegenkommen kann, und was passiert, wenn der Kreis an seiner Position festhält, dazu will der Magistrat sich so spontan nicht äußern. „Wir müssen uns neu sortieren, wenn es Realität würde“, so Stadtrat Exner. Dass die Stadt das Gesamtprojekt ohne Kreisbeteiligung realisieren kann, danach hörte es sich gestern jedenfalls nicht an.

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