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Weihnachtsbaumverkauf: Tannen aus dem Sauerland helfen bei der Sanierung von St. Josef

Von Seit mehr als 40 Jahren werden im Schatten von St. Josef Christbäume verkauft. Die Aktion stand aber schon einmal auf der Kippe: Helfer zu finden, wird immer schwieriger.
Der Weihnachtsbaumverkauf bei St. Josef hat Tradition und ist beliebt: Eric und Gerhard Bill (2. und 3. von rechts) haben sich ihr Exemplar ausgesucht und bekommen Hilfe von Cornelia Duda, Ulrich Richter und Frank Fielitz (von links). Foto: Hans Nietner (Hans Nietner) Der Weihnachtsbaumverkauf bei St. Josef hat Tradition und ist beliebt: Eric und Gerhard Bill (2. und 3. von rechts) haben sich ihr Exemplar ausgesucht und bekommen Hilfe von Cornelia Duda, Ulrich Richter und Frank Fielitz (von links).
Flörsheim. 

Den Christbaum im Schatten des Kirchturms von St. Josef zu kaufen, das hat für viele Flörsheimer Tradition. Immerhin seit mehr als 40 Jahren schon gibt es ununterbrochen dieses Angebot. „Der Festausschuss hat es 1975 ins Leben gerufen. Man wollte vor Ort einfach was los machen, da gab’s dann auch schon mal noch einen Glühweinverkauf“, weiß Stefan Seck.

In seinen Händen liegt heute die Organisation. Seck engagiert sich mit einigen Mitstreitern im Ortsteam von St. Josef, das sich den Erhalt des kirchlichen Lebens, aber auch der denkmalgeschützten Kirche zur Aufgabe gemacht hat. Die war 2006 im Rahmen des Projekts „Sparen und Erneuern“ gar auf der Streich-Liste des Bistums Limburg gelandet. Nur weil das Landesamt für Denkmalpflege St. Josef kurzerhand unter Schutz stellte, behielt das Gotteshaus seine Funktion. Allerdings wird es finanziell vom Bistum nur noch mit Mitteln unterstützt, die der Gebäude-Erhaltung dienen, „Dach und Fach“ heißt das in der Sprache der Diözesan-Verwaltung. Für den laufenden Unterhalt muss die Gemeinde, die heute zur Pfarrei St. Gallus gehört, selbst aufkommen.

250 Exemplare

Dazu hilft auch der Weihnachtsbaum-Verkauf, der vor zwei Jahren schon mal auf der Kippe stand. Denn auch hier ist es wie so oft bei solchen Projekten: Die, die immer mit angepackt haben, werden älter, der Generationswechsel gelingt nicht so leicht. Aber es gibt sie noch, die Menschen, denen „ihr“ Gotteshaus den Einsatz wert ist und die zudem finden, dass es solche Aktionen braucht, um den Zusammenhalt in der Gemeinde zu pflegen. So konnte es denn beim Christbaum-Verkauf bleiben, der immerhin Jahr für Jahr nicht zuletzt für einigen Umsatz sorgt.

1,2 Millionen Euro Kosten

Der erste Teil der Kirchensanierung von St. Josef ist geschafft. „Die Westseite ist komplett fertig“, sagt Stefan Seck, der im Verwaltungsrat von St. Gallus den Kirchort St. Josef vertritt.

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So um die 2000 bis 2500 Euro blieben am Schluss in der Kasse, sagt Stefan Seck. Er zeichnet unter anderem für die Bestellung der 250 Nordmann-Tannen verantwortlich. Die kommen aus dem Sauerland – das ist längst der größte Weihnachtsbaumlieferant in Deutschland. Die Qualität sei immer sehr gut, sagt Seck. Die Bäume werden ganz frisch erst am Samstagmorgen, wenige Stunden vor Verkaufsbeginn, geliefert. Dann heißt es anpacken für die acht bis zehn Helfer vom Ortsteam rund um Alois Platt und Stefan Seck, die sich das anschließende Frühstück, das Küsterin Kornelia Hirsch serviert, redlich verdienen.

Verkauf täglich

Mindestens die Hälfte der Nordmanntannen wechselt regelmäßig gleich zum Verkaufsstart am zweiten Adventswochenende den Besitzer. Die Woche über stemmen KAB-Mitglieder, die schon in Rente sind, den Verkauf. Herbert Preußler sorgt jeden Tag dafür, dass der Verkaufsstand öffnen kann und führt auch die Kasse.

Am dritten Adventswochende ist dann die letzte Chance, noch eine der Sauerland-Tannen zu erwerben. Damit unterstützten die Käufer auch in diesem Jahr gleich zwei gute Zwecke. Der Erlös der Aktion wird nämlich seit rund zehn Jahren schon geteilt. Neben dem Förderkreis, der sich die Unterhaltung von St. Josef zur Aufgabe gemacht hat, wird auch das Straßenkinderprojekt „Libano Honda“ in Kolumbien/Südamerika unterstützt.

In mehr als 40 Jahren seien hochgerechnet sicher schon um die 80 000 Euro erwirtschaftet worden, mit denen für St. Josef aber auch für verschiedene Hilfsprojekte viel habe getan werden könne, sagt Stefan Seck. Nicht die schlechteste Motivation, alle Jahre wieder unter die Weihnachtsbaum-Verkäufer zu gehen.

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