E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 27°C

Entscheidung in Ausschuss vertagt: Tierheim: Wieder geschoben

Noch ist offen, ob es eine Mehrheit für den neuen Standort am Plaul gibt: Antragsteller FDP und die UKW sind dafür, die SPD dagegen. Die CDU sieht noch Beratungsbedarf.
Dirk Hofmann. Dirk Hofmann.
Kelkheim. 

Und wieder haben die Stadtverordneten das Thema Tierheim ein Stück weiter geschoben – wenn auch nur für wenige Wochen. Fristgerecht soll nun zu einer gemeinsamen Sitzung des Bau- sowie Haupt- und Finanzausschusses in den Ferien eingeladen werden, um dort den Standort für das neue Haus festzuklopfen. Eine Mehrheit für den neuen Vorschlag eines Geländes am Plaul (Ecke Zeilsheimer Weg/Paul-Ehrlich-Straße) zeichnet sich noch immer nicht ab. Antragsteller FDP sowie die UKW sind dafür, die SPD positionierte sich im Stadtparlament am Montagabend dagegen. Das Zünglein an der Waage ist die CDU, die sich einer weiteren Diskussion im Ausschuss nicht verschloss. „Sonst wäre der Antrag abgelehnt worden“, sagte der neue Fraktionschef Dirk Hofmann.

 

Rederecht für Experten

 

Er machte deutlich, dass die Union nichts gegen die Tierschützer, die im Publikum saßen, entscheiden wolle. Allerdings müsse die Kritik des Bundes für Umwelt und Naturschutz ernst genommen werden. Deren Vertreter Manfred Guder hatte auf die ökologische Bedeutung des Gebiets hingewiesen (wir berichteten). Hofmann schlug vor, Guder und die Tierschützer in den Ausschuss einzuladen.

Dort sollen dann auch die Ergänzungen der UKW behandelt werden. Die Fraktion regte mit Blick auf die Bedenken des Naturschutzes an, „einen Bauantrag vorzulegen, der den weitgehenden Erhalt der vorhandenen Gehölze berücksichtigt“. Weiterhin ließ die UKW festhalten, der Magistrat solle „intensiv“ über eine interkommunale Zusammenarbeit beim Tierheimbau mit den Nachbarn Hofheim, Liederbach und Eppstein verhandeln. Was Hofmann zur Ergänzung veranlasste, dass dies ja schon Beschlusslage sei und die UKW nun ihrem eigenen Bürgermeister Albrecht Kündiger daran erinnere. „Aber schaden kann’s nix.“

Die neue UKW-Chefin Doris Salmon erinnerte daran, dass ihre Fraktion bereits im Frühjahr den Plaul zur Abstimmung gestellt habe – damals aber an CDU und SPD gescheitert war. „Wir begrüßen es, wenn wir jetzt über ein größeres Grundstück sprechen“, sagte sie mit Blick auf den beschlossenen, laut Verein aber zu kleinen Standort auf dem Parkplatz am Tierheim. Aber auch der Erhalt der „schützenswerten Gehölze“ am Plaul müsse eine Rolle spielen, betonte Salmon.

Das sieht Heinz Kunz von Antragsteller FDP genauso. „Wir nehmen Guders Thema nicht auf die leichte Schulter. Aber man muss nicht gleich mit Kanonen auf Spatzen schießen, das ist nicht die feine Art“, sagte er zum Vorpreschen des Naturschützers in einem Kreisblatt-Artikel. Der geplante Standort am Zeilsheimer Weg sei „eine Sackgasse“, und der „Tierschutzverein hat keine Zeit zu verlieren“, machte der FDP-Fraktionschef Dampf, dass endlich eine Entscheidung falle.

Die hat die SPD bereits getroffen. „Für uns kommt das Gebiet Plaul auf gar keinen Fall in Frage“, sagte Fraktionschef Claus-Jürgen Lehming. „Das ist ein sensibles, schützenswertes Gebiet. Wir werden nicht zustimmen, dass dort eingegriffen wird.“ Einen „neuen Suchprozess“ nach anderen Standorten wolle die SPD dem Tierschutzverein auch nicht zumuten. So setzt Lehming darauf, dass der Magistrat die rechtlichen und räumlichen Probleme am beschlossenen Standort lösen wird.

(wein)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutz Über unsere WerbungRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse

Ok

Um Ihnen ein besseres Nutzererlebnis zu bieten, verwenden wir Cookies. Durch Nutzung unserer Dienste stimmen Sie unserer Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen