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Tierheim Nied: Tierheim rüstet sich für Ferienzeit

Von Zum Sommerfest des Tierheims Nied hatten Besucher die Gelegenheit, sich das Gelände anzuschauen. Der Tierschutzverein Schwalbach und Frankfurt-West, der Träger des Tierheims ist, plant, dort eine neue Quarantäne- und Krankenstation zu bauen.
Mona Garrecht flirtet mit Kater Michel. Der lässt sich vom Besucherandrang zum Fest des Tierheims in Nied nicht beeindrucken und ist kein bisschen scheu – und das ist gut so, wenn man ein neues Zuhause finden möchte. Mona Garrecht flirtet mit Kater Michel. Der lässt sich vom Besucherandrang zum Fest des Tierheims in Nied nicht beeindrucken und ist kein bisschen scheu – und das ist gut so, wenn man ein neues Zuhause finden möchte.
Nied. 

Michel ist ein zutraulicher schwarzer Kater, neugierig und Menschen gegenüber offen. Zum Sommerfest des Tierheims Nied, das vom Tierschutzverein Schwalbach und Frankfurt West betrieben wird, schaut die hübsche, elf Monate alte Samtpfote aus dem Außengehegen mit wachen Augen die vielen Besucher an, die wiederum einen Blick auf die Katzen im Inneren werfen möchten.

Einige versuchen mit gutem Zureden, die Aufmerksamkeit der Tiere auf sich zu ziehen. Scheinbar unbeeindruckt gehen mache lieber ihrer Fellpflege nach, die meisten aber haben sich einfach ein gemütliches Plätzchen gesucht, sind entspannt und lassen sich nicht stören. Schließlich scheint die Sonne, es ist ganz schön warm: Für Katzen das richtige Wetter zum Faulenzen.

 

Beratung ist wichtig

 

Rosi Hornfeck (r.) bietet selbst Helga Dietrich ihre Ketten an. Bild-Zoom
Rosi Hornfeck (r.) bietet selbst Helga Dietrich ihre Ketten an.

Trotz der hohen Temperaturen verzichtet Kater Michel, der eigentlich ein Freigänger ist, auf das Nickerchen, nutzt die Gelegenheit und zeigt sich charmant. Er flirtet mit Mona Garrecht (37), die bereits zwei Katzen des Tierheims ein neues Zuhause gegeben hat: „Ich würde immer eine Katze aus dem Tierheim nehmen und nicht von einem Züchter holen.“ Während die Tiere beim Züchter meist ohne Schwierigkeiten eine Familie finden würden, sei es für die Katzen im Tierheim oftmals nicht leicht, wieder von einem Menschen entdeckt zu werden. „Und mir ist es sehr wichtig, dass ich meinen beiden Katzen ein schönes Zuhause bieten kann“, sagt sie.

Vermittelt wird anlässlich des Sommerfests nicht, denn dazu gehört ein intensives Beratungsgespräch. „Das Beratungsgespräch ist sehr wichtig und muss in Ruhe geführt werden“, sagt Petra Decken, die Leiterin des Tierheims. Manchmal komme es vor, dass Interessenten sich selbst nicht im Klaren darüber seien, ob sie lieber eine Katze, einen Hund oder ein Kaninchen haben möchten. Auch so etwas könne in einem Beratungsgespräch geklärt werden. Beraten werde in allen Bereichen rund ums Tier.

Rund 60 Katzen leben zurzeit im Heim. Sie sind im Alter von ein paar Monaten bis zu 19 Jahren. Das Gelände, auf dem die Tierschutzanlage untergebracht ist, hat eine Fläche von rund 3500 Quadratmeter und befindet sich am Nieder Kirchweg unweit des Mains. Es ist kein Heim für Hunde, dafür aber für Katzen und zahlreiche andere Kleintiere. Unweit des Außengeheges der Samtpfoten befindet sich das Kaninchengehege. Die Langohren mümmeln – oder machen es den Katzen nach und liegen dösend auf den Dächern ihrer Holzhäuser.

 

Ein Exot aus Chile

 

„Neben den Katzen und Kaninchen haben wir hier auch Meerschweinchen, Schildkröten, Ratten und Mäuse, für die wir ein neues Zuhause suchen“, sagt Decken. Das exotischste Tier sei derzeit ein Degu – ein Nagetier, das ursprünglich aus Chile kommt. Noch sei die Anzahl verkraftbar. „Mit den Sommerferien wird sich das ändern“, da ist sich Decken sicher. „Ferien im Allgemeinen sind eine Zeit, zu der viele ihre Tiere einfach bei uns abgeben. Im Sommer aber ist es am Schlimmsten“, sagt sie.

„Wenn die Besitzer feststellen, dass eine Unterbringung für ihre Tiere in einer Tierpension Geld kostet, dann bringen sie diese oftmals ins Heim“, weiß Decken. „Es gab schon Leute, die gesagt haben, dann hole ich mir nach den Ferien lieber ein neues Tier. Das ist billiger.“ Neben Tieren, die wegen Urlaubs abgegeben würden, seien es vor allem kranke und alte Tiere, die angesichts von zu hohen Arztkosten ins Heim gebracht würden. Der Tierschutzverein Schwalbach und Frankfurt-West, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert, plant, auf dem Gelände eine neue Kranken- und Quarantänestation zu bauen und möchte rund 150 000 Euro in den neuen Komplex investieren. „Wenn die Genehmigung vorliegt, soll mit dem Bau begonnen werden“, sagt Decken. Für seine Arbeit ist der Tierschutzverein immer auf Spenden angewiesen.

Rosi und Heinz Hornfeck aus Liederbach engagieren sich bereits seit vielen Jahren für das Tierheim in Nied und haben zum Sommerfest einen Flohmarkt- und Schmuckstand initiiert. Rosi Hornfeck hat Ketten aus Lapislazuli, Rosenquarz, Perlen oder Achat gestaltet und verkauft sie für den guten Zweck. „Die Einnahmen kommen zu 100 Prozent dem Tierheim zugute“, betont sie. „Hier wird eine tolle Arbeit geleistet, und das Geld ist knapp. Uns ist es wichtig, mitzuhelfen.“

 

www.tierheim-nied.de

 

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