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"Hubertus"-Gaststätte: Traditionshaus steht vor dem Aus

Von Die Glocken in Neuenhain schlagen Alarm. Seitdem durchgesickert ist, dass das traditionsreiche Waldrestaurant „Hubertus“ an Neuenhains Ortsausgang abgerissen und an der Stelle ein Wohnblock gebaut werden soll, hat sich in Bad Sodens zweitgrößtem Stadtteil erheblicher Widerstand formiert.
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Neuenhain. 

„Wir sind äußerst verwundert, dass dieses alte schöne Gebäude nicht schon längst unter Denkmalschutz steht“, schreibt Oscar Jager vom Fuchshohl an das Höchster Kreisblatt. „Es hat charakteristische Merkmale, eine alte Bausubstanz und ist dadurch ein originelles Jagdhaus mitten im Wald“, schließen sich Andreas und Ingrid Honneth von der Hundsgasse an. Umgeben von altem Baumbestand stelle es ein beliebtes Ausflugsziel dar. Und jetzt, so haben sie erfahren, liege ein Bauantrag auf Abriss und Neubau des mehr als 100 Jahre alten Gebäudes vor.

Info: Ein ungeklärter Mordfall

Die „Restauration und Pension Waldhaus Hubertus“ wurde 1913 von dem aus Trier stammenden Förster Gestrich in Auftrag gegeben. Der für die Planung verantwortliche Architekt war Heinrich Becker aus Neuenhain, gerade mal 18 Jahre alt.

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Extra: Warum besteht kein Denkmalschutz?

Dr. Dieter Griesbach-Maisant vom Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden bestätigt, dass seine Behörde aktuell prüfe, ob das über 100 Jahre alte Hubertus-Gebäude noch als Kulturdenkmal

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Bauantrag liegt vor

Es sei richtig, bestätigt Bürgermeister Norbert Altenkamp auf Anfrage, beim Bauamt des Main-Taunus-Kreises sei ein Bauantrag eingegangen, der geprüft werde. Ihm sei auch bekannt, dass sich die Untere Denkmalschutzbehörde mit dem Vorgang befasse. Der Stadt Bad Soden jedoch lägen bisher keine Unterlagen zur Entscheidung vor. Grundsätzlich, informiert Altenkamp, gelte der Bebauungsplan für das Gebiet, der seit 1972 rechtskräftig ist. Danach wäre eine Wohnbebauung mit zwei Geschossen plus Dachausbau genehmigungsfähig. Auch der Bürgermeister findet, dass das Haus schutzwürdig ist, ebenso wie der Großteil der alten Bäume auf dem Grundstück.

Dass beim Kreisbauamt ein Antrag auf Abbruch der Waldgaststätte Hubertus und für einen Neubau auf dem Grundstück an der Königsteiner Straße eingegangen ist, bestätigt Pressesprecher Johannes Latsch. Der Antrag werde geprüft. Fakt sei auch, dass das Landesamt für Denkmalpflege in Wiesbaden der Sache nachgeht, inwieweit das Gebäude denkmalschutzwürdig sei (siehe auch „Extra“, unten).

Pasquale Acampora, Pächter und Wirt der Gaststätte, bestätigt, dass in der vergangenen Woche Leute von der Denkmalschutzbehörde bei ihm gewesen sind und Fotos im Haus gemacht haben. Viele interessante Details aus der Zeit, als die Gaststätte 1913 erbaut wurde, wie die alten bemalten Fensterscheiben mit der Bleiverglasung, seien ihnen aufgefallen. Auch Acampora, der seit elf Jahren die verwunschene Gaststätte mit der Terrasse am Waldrand führt, kann nicht verstehen, dass das Ensemble nicht längst unter Denkmalschutz steht. Es gebe Leute aus Frankfurt und dem Rhein-Main-Gebiet, die noch heute ins „Hubertus“ zum Essen und Feiern kämen, das sie seit über 50 Jahren kennen.

Sein Vertrag als Pächter, berichtet Acampora, laufe Ende März 2018 aus. Gern hätte er ihn gern verlängert. Doch die drei Erben des Anwesens haben nach dem Tode der Besitzerin offensichtlich kein Interesse mehr daran gehabt. Sie wollten längst alles verkauft haben. Das hätten sie jetzt erreicht und der neue Eigentümer sei seines Wissens nur an einer Wohnbebauung interessiert.

Stadt verliert ihr Gesicht

Nachdem der Abriss der 160 Jahre alten Apfelweingaststätte „Batz“ an der Ecke Königsteiner Straße/Hauptstraße über ihre Köpfe hinweg entschieden wurde („wir wurden überrumpelt“), erklären die Honneths, wollten sie sich jetzt dafür einsetzen, um den „Hubertus“ zu retten. Sie wollten nicht länger hinnehmen, dass Bad Soden sein Gesicht verliere. Zu viel habe die Stadt seit den 60er Jahren von seiner alten Bausubstanz an Projektentwickler verloren. „Wir hoffen, dass sich uns möglichst viele anschließen und die Initiative unterstützen“, appellieren Andreas und Ingrid Honneth an Personen, Vereine, wie den Geschichtsverein, BUND, „Wir für Bad Soden“ und viele andere. Interessierte können sich unter (0 61 96) 212 57 melden (Mail: rettet.hubertus@gmail.com ).

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