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HK-Serie (Teil1): Trio um Guido Ernst hat mit Resbig den Messepreis für Bühnentechnik erhalten

In einer neuen Serie stellen wir regelmäßig interessante Firmen aus dem Main-Taunus-Kreis vor. Den Anfang macht Guido Ernst, der gleich zwei Unternehmen im Eppsteiner Stadtteil führt. Eines steht vor dem Durchbruch.
Ortsvorsteher, Kerbevereinschef und erfolgreicher Unternehmer: Guido Ernst mit seinem Verschluss-System „Resbig“. Foto: Knapp Ortsvorsteher, Kerbevereinschef und erfolgreicher Unternehmer: Guido Ernst mit seinem Verschluss-System „Resbig“.
Bremthal. 

Guido Ernst und Bernd Stock kennen sich schon lange. Als die Zwillinge seines Freundes auf der Welt waren, sei da „die Angst gewesen, dass sie vom Wickeltisch fallen“, erinnert sich der Bremthaler. Und so sinnierte das Duo darüber, ob Ernst als Werkzeugmachermeister nicht eine Mechanik entwickeln könnte, die den Wickeltisch sicherer mache. Kein Problem für den 43-Jährigen, der als Ortsvorsteher und Chef der Kerbegesellschaft im Ort bestens bekannt ist: Sein Mechanismus klappt bei Bewegungen wie zu einer Wiege zusammen, so das ein Kind weiter sicher liegt. Später wollte Ernst die Konstruktion „so ausreifen lassen, dass sie mitwachsen kann“. Doch da seien die Zwillinge als Testpersonen „schon viel zu groß gewesen“. Zudem sei die Möbelindustrie nicht auf seine Erfindung angesprungen.

Babywippe am Anfang

Und doch war diese eher private Tüftelei vor elf Jahren die Geburtsstunde für eine besondere Firmengeschichte, die in diesem Jahr ihren ersten Höhepunkt erreicht hat: Nach der Gründung der Firma Resbig vor drei Jahren (siehe „Info“) wurde der Verschluss für die Babywippe patentiert und als Grundlage für weitere Entwicklungen genommen. Es entstanden die Schnellverschluss-Systeme „Resbig One und Two“. Für den „Resbig One“ hat das Firmen-Trio mit Ernst, Stock und Ingo Riede jetzt den Award „Stage Technology“ bei der Frankfurter Musikmesse „Prolight + Sound“ erhalten.

Bühnentechnik – das ist für Resbig das Zauberwort. Hier erhoffen sich die Gründer mit ihren Erfindungen für die junge Firma den Durchbruch. Während Bühnenmitarbeiter früher laut und aufwendig Bolzen an den Verbindungen für die Traversen anbringen mussten, so sollen die Verschlüsse der Bremthaler das schneller, einfacher und ebenso sicher ablösen. Guido Ernst demonstriert das beim Kreisblatt-Besuch in seinem Betrieb am Valterweg sogar mit einer Hand – ein weiterer Vorteil dieses Systems. Das Produkt habe nun die Serienreife, „wir sind ready for take off“, hofft der 43-Jährige mit seinen Kollegen, den Markt zu erobern. Und bleibt dabei bodenständig, denn Wachstumsfläche sieht er in Bremthal auf dem Grundstück noch genug.

„Was Eigenes machen“

Das hat Ernst mit seiner zweiten Firma Wevo-Tech, die in einem anderen Gebäudeteil ihre Heimat hat, schon geschafft. Ebenso wie der engagierte Tüftler ganz persönlich. Er lernte bei der Krifteler Firma Kochendörfer und Kiep, heute Kokinetics, Werkzeugmacher, machte seinen Meister und war später für den Bereich Sitzkomponenten für 80 Mitarbeiter zuständig. „Das war schon eine Herausforderung. Doch irgendwann brauchte ich einen neuen Anreiz. Ich musste etwas Eigenes machen.“

Ernst gründete vor 17 Jahren alleine die Werkzeug-, Metall- und Maschinenbau-Firma Wevo-Tech, meisterte mit ihr schon alle Höhen und Tiefen. Fast 20 Mitarbeiter hat er in besten Zeiten, bildete schon Feinmechaniker und aktuell eine Bürokauffrau aus. In zwei schweren Phasen, als zum Beispiel die Automobilindustrie schwächelte, „habe ich böse zu kämpfen gehabt und musste auch Leute entlassen“, erzählt er offen. Doch längst hat sich die Wevo-Tech am Markt etabliert, arbeitet für bekannte Autozulieferer wie Ex-Arbeitgeber Kokinetics, Lear oder Johnson.

Diese Sicherheit gab Ernst auch die Gelegenheit, sein Resbig-Baby weiter zu „füttern“. Der Verschluss war patentiert, mit einem Prototypen warb er vor allem in der Autoindustrie – denn damit lasse sich zum Beispiel eine Felge vom Fahrzeuge ohne Schrauben mühelos abklicken, betont er. Und noch dazu hält der „Resbig One“ bis zu 30 Tonnen aus. Doch räumte Ernst damals ein: „Wir hatten ein tolles System, aber keine Anwendung dazu.“ Ein Bekannter empfahl ihm, einen kleineren Verschluss zu bauen – was der Bremthaler Hansdampf in zwei Wochen umsetzte. Er schließe sich abends in der Firma ein und tüftele – „das ist für mich die kreativste Zeit“. Herausgekommen ist der „Resbig One“, der nun zum Beispiel schon in einem neuen Studio des Westdeutschen Rundfunks im Serieneinsatz ist.

Zuvor kam Ernst schon mit dem Sicherheitschef des ZDF in Kontakt, der mit den Schnellverschlüssen aus Bremthal im Vergleich zu den alten Zapfen-Varianten durchaus eine „Revotution“ am Markt gegeben sah. Und so wurde der „Resbig Two“ entwickelt, der sogenannte Truss-Systeme (Metalltraversen) bei Konzerten verbinden kann. Bei der Messe „Prolight + Sound“ hatte Resbig einen eigenen Stand – und hielt am Ende den Preis für die beste Bühnentechnik in den Händen.

Technik für die Stars

Der hat einen Ehrenplatz ins Ernsts kleinen Schauraum. Und da kommt der Chef dann schon mal ins Träumen: Mit einer bekannten Firma für Veranstaltungstechnik steht er schon in Kontakt. Und die wiederum bestückt Konzerte von Stars wie Helene Fischer. Gut möglich also, dass Bremthaler Technik ein tragende Rolle spielt, wenn künftig „Atemlos“ durch die Hallen schallt . . .

(wein)
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