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„Kunst-Jam-Session“ in die Phrix: Ungewisse Zukunft

Von Für den 13. und 14. Juni laden drei Künstler zu einer „Kunst-Jam-Session“ in die Phrix ein. Die Zukunft der Künstlergemeinschaft ist nach dem Verkauf der ehemaligen Fabrik weiterhin unklar. Ein Handwerker aus dem Kreis der Künstler hat bereits aufgegeben.
Marie Duesterberg (im Wagen) und Lara Mouvée öffnen jetzt wieder ihr Atelier in der »Phrix«. Foto: Knapp Marie Duesterberg (im Wagen) und Lara Mouvée öffnen jetzt wieder ihr Atelier in der »Phrix«.
Okriftel. 

Wenn sich Musiker zu einer „Jam Session“ treffen, stehen Spontanität und Improvisation im Vordergrund. Niemand weiß vorher genau, in welche Richtung sich das gemeinsame Spiel entwickelt. Die Zukunft ist ungewiss. Für die Mitglieder der Phrix-Künstlergemeinschaft ist dieses Gefühl mittlerweile zum Dauerzustand geworden: Die hauptberuflichen Künstler, die ihre Ateliers in Räumen der ehemaligen Papierfabrik eingerichtet haben, wissen nicht, wie lange sie ihre Arbeit an diesem Standort fortsetzen können. Eine Eigentümergemeinschaft hat das Industriegebäude vor einigen Monaten erworben und Pläne für den Bau von Loftwohnungen vorgestellt.

 

Rückzug beschlossen

 

Die Künstler lassen sich durch diese Ungewissheit nicht zur Untätigkeit verleiten: „Wir wollen zeigen, dass wir da sind“, erklären Lara Mouvée, Kai Wolf und Mari Dues-terberg. Das Trio lädt für den 13. und 14. Juni zu einer „Kunst-Jam-Session“ ein. Lara Mouvée hatte im Jahr 2009 erstmals die Idee zu dieser besonderen Form der Ausstellung. Die kommende Veranstaltung ist die dritte Auflage. Die Künstler befürchten jedoch, dass es die letzte „Jam-Session“ in der Fabrik sein könnte.

Ein Handwerker aus dem Kreis der Phrix-Künstler hat bereits seinen Rückzug beschlossen: Die Dudelsackwerkstatt von Masaki Kato wird aufgrund der derzeit schwierigen Lage aus der Fabrik ausziehen. Am ersten Tag der „Jam-Session“ wollen sich die Dudelsackbauer mit einem letzten musikalischen Auftritt verabschieden. Zum Problem sei nicht nur die ungewisse Zukunft geworden, sondern auch die Vielzahl von Auflagen, die sich durch die neuen Verwalter ergeben, erläutern die Ausrichter der Veranstaltung. Die Künstler müssen neue Ofenrohre und ein Rauchmeldesystem bezahlen. „Wir müssen investieren, um bleiben zu können“, sagt Marie Duesterberg. Man fühle sich, als ob man zum Spielball fremder Interessen werde. Lara Mouvée spricht von einer „Starre“, die sich infolge der Planungsunsicherheit ergebe. Sie hoffe, dass die Künstler künftig nicht einfach vergessen werden.

Bürgermeister Antje Köster sprach sich erst vor wenigen Tagen während der Eröffnung eines Kunstprojektes in Hattersheim für den Verbleib der Phrix-Künstler aus. Die Verwaltungschefin betonte, dass die Verträge mit den Künstlern verpflichtend bleiben sollen. Sie hoffe, dass die Mitglieder der Gemeinschaft Geduld und Verständnis für die Situation bewahren.

 

Es gibt nichts Neues

 

Debra Badovic, Geschäftsführerin der neuen Eigentümergemeinschaft, berichtete auf Nachfrage des Kreisblatts, dass es keine Neuigkeiten zu den Umbauplänen für die Phrix gebe. Momentan werde weiter daran gearbeitet. Laut Debra Badovic wissen die Künstler, dass sie eine rechtzeitige Vorwarnung erhalten, sobald Veränderungen anstehen. Fest steht also wohl nur, dass die kreativen Handwerker in den kommenden Wochen und Monaten weiterarbeiten können.

Die „Kunst-Jam-Session“ beginnt am Samstag, 13. Juni, um 17 Uhr. Lara Mouvée, Mari Duesterberg und Kai Wolf öffnen ihre Ateliers und geben den Besuchern Einblicke in kreative Prozesse. Das Wochenende soll einen Gegensatz zu gewöhnlichen Vernissagen darstellen. „Wir wollen keinen künstlerischen Monolog, sondern einen Dialog“, erklärt Fotografin Mari Dues-terberg. Als Künstler suche man den gegenseitigen Austausch, ergänzt Initiatorin Lara Mouvée. Sie wünscht sich ein „gegenseitiges Geben und Nehmen“. Teile des Programms für den Samstagabend sind als Überraschung gedacht.

Die Vorführung der Dudelsackwerkstatt ist für 18 Uhr vorgesehen. Ab 22 Uhr sorgen zwei DJs für Musik. Der Sonntag, 14. Juni, beginnt um 10 Uhr mit einem Künstlerfrühstück, in dessen Verlauf die Ausrichter über ihre Arbeiten plaudern. Ab 16 Uhr geben die drei Gastkünstler Joe Oerter, Vera Duerkop und Kumiko Ohama Einblicke in die Enstehung ihrer Arbeiten. Unter dem Titel „art in progress“ öffnen die Gäste ihre Portfolios.

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