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Ehrenamtliche Tierschutzlehrer: Unterrichtsfach Tierschutz

Von Junge Menschen dafür zu sensibilisieren, Tiere als fühlende und leidensfähige Mitgeschöpfe zu begreifen, sowie Wissen über ihre Bedürfnisse zu vermitteln, ist das Ziel von ehrenamtlichen Tierschutzlehrern. Der Hofheimer Robin Drastig ist einer von ihnen.
Der Hofheimer Robin Drastig will Schüler im Umgang mit Hund, Katze und Co. sensibilisieren. Foto: Maik Reuß Der Hofheimer Robin Drastig will Schüler im Umgang mit Hund, Katze und Co. sensibilisieren.
Hofheim. 

Sein Beruf hat auf den ersten Blick nicht viel mit Tier-Ethik und Moral zu tun: Robin Drastig hat Betriebswirtschaft studiert und arbeitet im Portfolio-Management. Doch gerade in diesem Zusammenhang hat sich der junge Hofheimer mit den Fragen unserer kapitalistischen Gesellschaft auseinandergesetzt. „Kapitalismus basiert auf der Ausbeutung natürlicher Ressourcen. Auch Mensch und Tier gehören zu den Ressourcen. Deshalb habe ich mir die Frage gestellt ,Wo kann ich etwas besser machen?’“, schildert der 37-Jährige. „Da ich schon immer eine Verbindung zu Tieren hatte, stand für mich fest, hier anzusetzen“, schildert er den Beginn dieses Entwicklungprozesses, der schließlich dazu führte, dass er sich heute ehrenamtlich als Tierschutzlehrer engagiert und Kindern Wissen über die Bedürfnisse von Tieren, ihren Lebensbedingungen und den richtigen Umgang vermittelt.

Wie er dazu kam? „Wenn ich ein Schnitzel esse, wird dafür ein Tier ausgebeutet“ – das wollte der begeisterte Hobbyfußballer nicht mehr. Robin Drastig überdachte sein Konsumverhalten, ersetzte Fleisch, Leder und Pelz und beschäftigte sich intensiv mit Moral und Tierrechten. Großes Wissen hat er sich im Lauf seiner ideellen Auseinandersetzung mit dem Thema angeeignet – Wissen „das ich gern weitergeben wollte“, erinnert sich Drastig, der sich vor allem als Tierrechtler versteht und die Frage aufwirft, ob Menschen aus moralischer Sicht über das Recht verfügen, Tiere auszubeuten oder zu töten.

 

Ein Teil der Natur

 

„Beim Googeln bin ich dann auf jemanden gestoßen, der als Tierschutzlehrer arbeitet.“ Robin Drastig, Vater einer kleinen Tochter, war angetan. „Themen wie Klima-, Umweltschutz sowie Tier- und Menschenrechte sind für Kinder von klein auf ein wichtiges Thema und werden im heutigen Bildungssystem zu wenig berücksichtigt. Tiere sind wie wir Menschen auch fühlende Individuen die ein schönes, lebenswertes Leben ohne Leid und Schmerz leben wollen. Gerade deshalb ist es so wichtig, dass jeder sich die Konsequenzen seiner Handlungen verdeutlicht und darüber aufgeklärt wird.“

Info: Eine Österreicherin war Initiatorin des Projekts

Den Grundstein für das Projekt hat die Grazer Volksschullehrerin Charlotte Probst gelegt. Schon als Kind hatte die Österreicherin auf dem Kleinbauernhof der Eltern das Spannungsverhältnis zwischen

clearing

2013 absolvierte Robin Drastig seine Ausbildung zum ehrenamtlichen Tierschutzlehrer an der Akademie für Tier-Mensch-Beziehungen in Graz (siehe unten stehenden Text). „Das hat mich bestärkt und inspiriert“, sagt der Hofheimer, der allerdings feststellen musste, dass die Arbeit der Tierschutzlehrer hierzulande – auch an den Schulen – noch relativ unbekannt ist, gleichwohl Deutschland den Tierschutz als erstes Land in der EU ins Grundgesetz aufgenommen hat. „Es ist nicht ganz einfach, Schulen und Lehrer zu finden, die offen für das Thema sind und es umsetzen“, weiß Drastig, der Schulen im Postleitzahlenbereich 65 bedient, und bisher vor allem an Schulen in Wiesbaden gearbeitet hat und seine ehrenamtliche Arbeit auch in Hofheim und im MTK populärer machen möchte.

Im Mittelpunkt der Unterrichtseinheit, die möglichst eine Doppelstunde umfassen sollte, steht eine Präsentation zum Thema – beispielsweise Haustiere, Massentierhaltung, Tierversuche oder Ernährung sowie eine Gesprächsrunde. Robin Drastig informiert die Schüler mit Recherchematerial sowie Bildern und Videos. „Im Nachgang vertiefen wir das Thema in einer Diskussionsrunde“ beschreibt er den Ablauf des Tierschutzunterrichts, der von der Hessischen Landestierschutzbeauftragten Dr. Madeleine Martin unterstützt wird. Angesprochen sind sämtliche Altersstufen – die Teilnahme ist freiwillig. Überwiegend wird der Tierschutzunterricht im Rahmen des Biologie-, Ethik- oder Theologieunterrichts angeboten. Das kostenlose Angebot richtet sich aber fächerübergreifend an Schulen und Lehrer.

Die Resonanz von Schülern und Lehrern war prima - vor allem Kinder reagieren teils emotional. „Oft sagen die Schüler: ,Ich möchte etwas ändern’“, schildert Drastig, der die Lehrer um langfristiges Feedback bittet.

Schulen oder andere Bildungseinrichtungen, die Kontakt zu Robin Drastig aufnehmen möchten, können ihn per E-Mail unter robindrastrig@web.de kontaktieren. Weitere Infos gibt es außerdem unter tierschutzlehrerinnen.de

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