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Max Weil aus Zeilsheim: Vermisster Zeilsheimer ist tot

Der Vermisstenfall Max Weil bewegte das Rhein-Main-Gebiet. Jetzt ist es traurige Gewissheit: Der junge Zeilsheimer ist tot. Seine sterblichen Überreste wurde im Ausland entdeckt.
Max Weil Max Weil
Zeilsheim/Gera.   Der seit März 2011 vermisste Max Weil aus Zeilsheim ist tot. Der damals 22 Jahre alte Student an der Berufsakademie Gera war im Frühling vor drei Jahren ohne einen Hinweis an die Familie oder an Freunde verschwunden (wir berichteten). Damals hatten die Eltern mit Plakaten und Handzetteln nach ihrem vermissten Sohn gesucht. Doch der war zu diesem Zeitpunkt wahrscheinlich bereits tot: Wie die Geraer Polizei jetzt mitgeteilt hat, handelt es sich bei einem in Tschechien gefundenen Skelett zweifelsfrei um die Überreste Max Weils.

Das Skelett war am 23. Mai in der Region Decin-Maxicky gefunden worden. Die Gerichtsmediziner gingen bei dem zunächst unbekannten Toten von einer Liegezeit zwischen eins bis fünf Jahren aus. Die molekulargenetischen Vergleichsuntersuchungen hat nun die Identität des Toten bestätigt: Es ist Max Weil. Ein Verbrechen wird allerdings von den tschechischen Behörden ausgeschlossen.

Max Weil war am 1. März 2011 zum letzten Mal nachweisbar gesehen worden – an diesem Tag hatte er in der Berufsakademie in Tinz, einem Stadtteil Geras, eine Klausur geschrieben. Danach soll er von einem Kommilitonen mit dem Auto mit in die Innenstadt genommen worden sein. Er habe angekündigt, von der Innenstadt aus mit der Straßenbahn nach Lusan, einem Stadtteil im Süden Geras, fahren zu wollen. Seither ist er nicht mehr gesehen worden.

Die Eltern baten nach seinem Verschwinden auf Vermissten-Such-Seiten im Internet um Hilfe, und sie reisten nach Gera, um 10 000 Handzettel mit dem Foto ihres Sohnes zu verteilen. Die Plakate mit seinem Konterfei hingen überall in der Stadt. Spuren gab es viele, aber keine war heiß. Auch in einer Sondersendung von „Aktenzeichen XY ungelöst“ mit dem Titel „Wo ist mein Kind?“ wurde nach dem Verbleib Max Weils gefragt. Hinweise deuteten darauf hin, der 22.Jährige sei „ausgestiegen“ und lebe irgendwo im Wald, mal angeblich bei Rüsselsheim, mal in der Oberpfalz. Einige wollten Anzeichen bemerkt haben, dass Max Weil unter Prüfungsstress litt und deshalb ausgestiegen sei. Er habe Depressionen entwickelt und Auswege gesucht. Dann wollten ihn andere Zeugen auf einem Fahrrad mit Kinderwagen-Anhänger in Südtirol gesehen haben – zuletzt Mitte Oktober 2011, also mehr als ein halbes Jahr nach seinem Verschwinden.

Max Weil hatte die Oberstufe am Friedrich-Dessauer-Gymnasium in Höchst absolviert, dort auch Theater gespielt. Zum Zeitpunkt seines Verschwindens leistete er als Teil eines dualen Studiums bei der Deutschen Bahn nach der Praxis in Hamburg seit Dezember 2010 den theoretischen Teil in Gera ab, der 100 000-Einwohner-Stadt im Osten Thüringens. Zu seiner vorletzten Prüfung, die am 3. März 2011 sein sollte, war Max Weil nicht mehr erschienen. Die Eltern konnten ihren Sohn nicht erreichen. Dann meldete sich die Deutsche Bahn bei ihnen, weil Max zur Fortsetzung der praktischen Ausbildung in Hamburg nicht erschienen war. Die Eltern erstatteten daraufhin Vermisstenanzeige auf dem 17. Polizeirevier in Höchst, von wo aus sie nach Gera weitergeleitet wurde. Die Beamten öffneten die Wohnung von Max Weil in einem zum Teil leerstehenden Plattenbau: Scheckkarte, Bahncard, Studentenausweis und Krankenkassenkarte lagen wie drapiert auf dem Küchentisch, daneben die Wohnungsschlüssel.

Nach der „XY“-Sendung gingen auch bei den Eltern in Zeilsheim wieder Hinweise ein – unter anderem einer, der auf die tschechische Grenze hindeutete. Auf der Internetseite, mit der die Eltern nach ihrem vermissten Sohn suchten, ist nun das Bild einer brennenden Kerze zu sehen, daneben ein Foto des 22-Jährigen. Neben seinem Namen steht jetzt ein Kreuz.

(hv)
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