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Neuer Träger in Frankfurt: Vincenzstift übernimmt Kinderhaus Frank: Abriss und Neubau geplant

Von Aufregung bei einigen Eltern: Das Kinderhaus Frank, eine Einrichtung für mehrfach schwerstbehinderte Kinder in Sossenheim, soll an das St. Vincenzstift übergehen werden.
Frankfurt. 

Für Ellen Hellwig, Mutter des mehrfach schwerstbehinderten Paul (15), bricht eine Welt zusammen: „Die Kinder werden massiv benachteiligt“, sagt sie. Seit vier Jahren lebt ihr Sohn im Kinderhaus Frank im Dunantring. Nun soll er bald umziehen müssen: Der bisherige Betreiber des Kinderhauses, der Verein Arbeit und Erziehungshilfe (VAE), will die Einrichtung an das St. Vincenzstift abgeben, das vergleichbare Häuser in Hofheim, Offenbach und Oberursel betreibt. Der Grund: Das Kinderhaus Frank treibt immer mehr in die roten Zahlen. „Dieses Haus beschäftigt uns seit einiger Zeit sehr intensiv“, sagt Manuela Skotnik, Sprecherin von Sozialdezernentin Daniela Birkenfeld (CDU). Stadträtin Birkenfeld ist Vorsitzende des VAE-Vorstands.

Unwirtschaftlicher Betrieb

Das Kinderhaus Frank soll nun zum 1. April vom St. Vincenzstift übernommen werden; der Vertrag ist noch nicht unter Dach und Fach. Allerdings wurden Mitarbeiter und Eltern bereits über einige Punkte informiert, die auf Widerstand stoßen. Der designierte neue Betreiber will das bestehende Kinderhaus, das mit 21 Plätzen zu klein ist, um wirtschaftlich betrieben zu werden, abreißen und zweistöckig wieder aufbauen. Es soll auf 24 Plätze erweitert werden. Angeblich, so die Eltern, soll sich auch die Zielgruppe ändern: Es sollen weniger beeinträchtigte Kinder aufgenommen werden. Für die Zeit des Neubaus – voraussichtlich drei Jahre – sollen die 21 Bewohner auf andere Einrichtungen des St. Vincenzstifts verteilt werden. Die Mitarbeiter waren am 27. September über die Pläne informiert worden.

Birkenfeld wird von Eltern und Mitarbeitern des Kinderhauses Frank massiv angegriffen: Sie „sehe dem Ganzen tatenlos zu“. „Ein Umzug stellt uns vor große Probleme“, sagt Mutter Ellen Hellwig. So könne, wenn der Sohn nicht mehr im Stadtgebiet wohnt, nicht der städtische Fahrdienst für Behinderte genutzt werden. Sinnvoller, so die Mutter, sei ein Umbau bei laufendem Betrieb – ohne Auslagerung. Sie stört, dass die Eltern bislang noch nicht zu den Plänen gehört worden seien.

Ein Elternabend sei für den 19. Dezember angesetzt, sagt Skotnik. Es sei nachvollziehbar, dass die Eltern verunsichert seien, aber das Sozialdezernat müsse auch im Blick behalten, dass es „ein zuverlässiges Angebot dieser Art auch in den kommenden Jahren in Frankfurt“ gebe. Das Haus dürfe nicht tiefer in die roten Zahlen geraten. Das St. Vincenzstift sei ein erfahrener Träger vergleichbarer Einrichtungen. Im Falle des Kinderhauses Frank habe sich für den VAE gezeigt, wie schwierig es sei, ein solches Haus „ohne Einbindung in eine Fachabteilung zu betreiben“, so Skotnik.

Erbe einer Idealistin

Gegründet worden war das Kinderhaus als Wohneinrichtung für behinderte Kinder 1959 von der Kinderkrankenschwester Sigrid Frank in einer Villa in Königstein. Nach und nach entwickelte es sich zu einer integrativen Einrichtung, in der auch Kinder mit schwersten Behinderungen leben. Im Januar 1991 gründete Sigrid Frank eine Außenwohngruppe in Höchst, in die fünf körperbehinderte Kinder einzogen. 1999 wurde der Neubau auf einem städtischen Grundstück am Dunantring errichtet und 2005 erweitert.

Seit 1995 ist der VAE Träger des Kinderhauses. Der Verein, der in Frankfurt und Umgebung mehr als 40 Einrichtungen der Jugendhilfe, Drogenhilfe und Behindertenhilfe betreibt, ist als Selbsthilfeorganisation der Bürgerschaft der Stadt Frankfurt Teil der freien Wohlfahrtspflege, eingebunden im Paritätischen Wohlfahrtsverband und als gemeinnützig anerkannt. Der Landeswohlfahrtsverband trägt den Löwenanteil der Kosten.

Mit der Abgabe an das St. Vincenzstift solle das Fortbestehen der Einrichtung gesichert werden, so Skotnik; die Mitarbeiter bekämen ein Übernahmeangebot. Der Übernahme steht derzeit noch die Klärung der Vorsorge-Versicherung der Mitarbeiter im Wege.

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