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So grandios sieht die Erde von oben aus: Von AES-Schüler gebauter Forschungsballon soll Strahlenbelastung von Piloten ermitteln

Von Als vollen Erfolg wertet eine Schülergruppe der Albert-Einstein-Schule den Flug eines Forschungsballons. Jetzt werden die Daten ausgewertet.
Das Schülerteam und die Lehrer Arnd von der Heyden (3.von links) und Kai-Uwe Kühnel (5.von links) kurz vor dem Start des Forschungsballons im Spessart. Inzwischen ist der Ballon gelandet und die Schüler konnten die Sonde mit den Messdaten sichern. Nun steht die Auswertung der Daten an. Das Schülerteam und die Lehrer Arnd von der Heyden (3.von links) und Kai-Uwe Kühnel (5.von links) kurz vor dem Start des Forschungsballons im Spessart. Inzwischen ist der Ballon gelandet und die Schüler konnten die Sonde mit den Messdaten sichern. Nun steht die Auswertung der Daten an.
Schwalbach. 

Niklas Kerkhoff, Björn Boss Heinrichsen, Jonathan Knoll, Simon Budinsky, Leon Ritter und Alexander Martin haben eine ganze Menge gelernt. Wie bekommt man eine Genehmigung, um einen Wetterballon starten zu lassen? Was hat es mit der kosmischen Strahlung auf sich? Wie ätzt man eine Platine, also eine Platte, auf dem elektronische Bauteile miteinander verbunden werden? Es sind nicht nur solche Fragen, auf die sich bei dem Projekt eine Antwort fanden. Zu den Anforderungen gehörte auch, sich um die Finanzierung zu kümmern, und die Zusammenarbeit in der Gruppe musste auch funktionieren, sollte das Projekt erfolgreich werden.

Die Rede ist von dem Stratosphärenballon, den die sechsköpfige Schülergruppe gemeinsam mit den beiden Physiklehrern Kai-Uwe Kühnel und Arndt von der Heyden zusammengebaut und eingesetzt hat. Der Flug war der Höhepunkt eines Projekts, zu dem auch gehörte, mit Unwägbarkeiten wie dem Wetter fertig zu werden. Ein wenig Abenteuerlust musste also auch dabei sein, und auch in dem Punkt kamen die sechs bei der Aktion, die zu einem Wettbewerb des Deutschen Luft-und Raumfahrtzentrums gehörte, auf ihre Kosten.

Die Erdatmosphäre, aufgenommen vom Forschungsballon. Bild-Zoom
Die Erdatmosphäre, aufgenommen vom Forschungsballon.

Natürlich gibt es mit dem Internet Möglichkeiten, die Flugrichtung eines Ballons vorherzusagen, der in mehr als 30 Kilometern Höhe unterwegs ist. Also machte sich die Gruppe gleich nach dem Start auf den Weg in Richtung Spessart. Nach zwei Stunden platzte der Ballon, eine weitere Stunde später übermittelte ein sogenannter GPS-Tracker die Position des Ballons. Dass die Schüler die Sonde samt Fallschirm in 20 Metern Höhe in einem Baum fanden, war kein großes Problem. „Mit Hilfe von Leiter und Teleskopstange konnten wir alle Teile bergen“, freut sich Jonathan Knoll. Die Schüler waren zufrieden damit, dass die Sonde in einem Waldstück gelandet ist. Wäre sie auf Privatgelände niedergegangen, womöglich auf ausgedehnten Industrieflächen, wäre der Zugang so einfach sicher nicht möglich gewesen. Begeistert sind die Schüler vor allem auch wegen der spektakulären Fotografien, die vom Ballon aus von der Erdatmosphäre gelangen.

Nach der Bergung der Sonde wurden alle aufgezeichneten Daten dauerhaft gesichert. Gemessen wurden Luftfeuchtigkeit, Luftdruck, Temperatur und kosmische Strahlung. Bei letzterer handelt es sich um eine von der Sonne, aus der Milchstraße und anderen Galaxien stammende Teilchenstrahlung, die mit hoher Energie auf die Erde trifft. Die Schüler wollten Aufschlüsse darüber gewinnen, welchen Belastungen Piloten und Flugzeugpersonal ausgesetzt sind. Seit einigen Jahren sind entsprechende Grenzwerte festgelegt.

Zu Ende ist das Projekt noch nicht. Zunächst stehen die Auswertung der Messdaten und die grafische Auswertung an. Das soll in den folgenden Wochen geschehen, dann werden die Resultate auf einer eigenen Internetseite unter der Adresse www.stratosat.de veröffentlicht. Alle Beteiligten sind jetzt natürlich gespannt, wie sich das Schwalbacher Team im Wettbewerb mit anderen Schülergruppen geschlagen hat.

Bekannt gegeben werden die Ergebnisse bei einem Abschluss-Symposium an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität, die im Rahmen eines Unterrichtsprojektes den Wettbewerb gemeinsam mit dem DLR initiert hat.

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