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Von Bäumen, Bänken und Brücken

Dieses Mal gab es die ganz großen Themen nicht. Den Gagernplatz beleben, einen Papierkorb versetzen und eine Lampe austauschen – das stand unter anderem im Mittelpunkt.
Hornau. 

Der Baum hat schon eine gewisse Schieflage. „Der muss weg – und ich erwarte, dass es da keine Protestaktionen gibt“, macht Bürgermeister Thomas Horn klar. „Wir müssen das hier ausdünnen“, schickt er für die Gruppe interessierter Gäste und Mitglieder des Vereins „Bürger für Hornau“ hinterher. Hier – das ist direkt am Liederbach und der Rückseite des Gagernhauses. Wenn das alte Gebäude zum Teil abgerissen und neu gebaut wird, dann sollen keine Bäume mehr darüber hinaus ragen und gar darauf zu fallen drohen.

Der Gagernplatz ist die dritte Station des jährlichen Rundgangs des Vereins mit dem Bürgermeister. „Das ist eine sehr, sehr gute Einrichtung“, findet Horn. „Wir wollen ja nicht nur planen, sondern uns die Dinge vor Ort anschauen.“ Entsprechend pragmatisch geht es bei der Tour mit einem guten Dutzend Teilnehmern zu. „Sagt mir, wo der Papierkorb hin soll?“, fragt Horn, nachdem Vorsitzender Michael Jung einen fehlenden Abfalleimer auf dem Platz vor der Martins-Kirche moniert hat. „Zwischen die Bänke“, ruft ein Bürger. Kassiererin Hiltrud Bracht schüttelt den Kopf: Wenn der Müll im Sommer stinke, sei das sicher nicht der richtige Platz. Also kommt er weiter rechts hin, neben das Schild. Bauamtsleiter Patrick Büttner notiert den neuen Standort – und demnächst wird ein passender Mülleimer von anderer Stelle dorthin versetzt.

Auch die „Dekolampe“, wie sie Hiltrud Bracht nennt, könnte am Gagernplatz ausgetauscht werden. Denn sie funktioniert nicht. Grundsätzlich würden die „Bürger für Hornau“ die Fläche gerne mehr beleben. Die Theatervorstellungen im Vorjahr seien eine gute Sache gewesen, findet Jung. Mit Blick auf die Anwohner sei das aber ein sensibles Thema. Doch ein Konzert könnte sich der neue Chef auf der Freifläche gut vorstellen. Vorerst will sich der Club die unterschiedliche Holzbänke vornehmen. Horn regt an, den Mitgliedern doch zu runden Geburtstagen Spenden für neue Bänke statt Geschenke vorzuschlagen. Für 650 Euro, mit Emblem des Geldgebers drauf und einheitlich aus Metall – auch so könnte der Platz ein Stück mehr verschönert werden. Jung könnte sich zudem einen kleinen Treffpunkt, wo die Menschen etwa sonntags nach der Kirche einen Kaffee trinken können, gut vorstellen. Die Idee, das Kino im Vereinshaus für solche Zwecke in Kooperation mit einem Bäcker zu öffnen, habe sich damals zerschlagen, erinnert er sich. Nun überlegt der Vorsitzende, vielleicht mal einen mobilen Kaffee-Wagen hierher zu lotsen.

Info: Treffs

Den Bürgerstammtisch im Stadtteil gibt es schon länger. Michael Jung, der neue Vorsitzende der „Bürger für Hornau“, möchte ihn wieder mehr in die Öffentlichkeit rücken.

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Und schon bläst Jung wieder zum Aufbruch. Es geht am Kindergarten entlang, der ein neues Außengelände bekommen hat. Das trostlos im Wind flatternde Sonnensegel gibt kein gutes Bild ab, der kleine, feine Bolzplatz dagegen schon. Mit dem Neubau des gesamten Pfarrzentrums in Hornau sollte dann im Sommer begonnen werden, hofft Verwaltungsratsmitglied Heribert Roth nach langer Verzögerung. Dann müsse in diesem Zuge endlich eine Beleuchtung zwischen Haus und Bach installiert werden, fordert ein Vereinsmitglied. „So Gott will“ werde sich hier in den nächsten Monaten einiges tun, hofft Michael Jung.

Das gilt ebenso für die Fußgängerbrücke am Dingesweg über den Liederbach. Hier bröckelt schon der Beton ab, die Armierung schaut zum Teil heraus. Da viele Kinder die Brücke queren, bestehe Handlungsbedarf, erklärt Jung. Und wird prompt zufriedengestellt: Das Sanierungsprojekt sei im Rahmen der Straßenunterhaltung in diesem Jahr vorgesehen, kündigt Büttner an. Die schadhaften Betonstellen würden ausgebessert, die Brücke erhalte außerdem einen neuen, besseren Belag.

Zufrieden nicken die Teilnehmer und setzen die Wanderung fort. Sie führt an die Hornauer Straße – hier wird ein weiterer Zebrastreifen zwischen Stadthalle und Vereinshaus gefordert – und den Gagernring, dessen Sanierung ansteht (wir berichteten). An der Luisenstraße bekommen die Teilnehmer einen Schreck: Die teuren Tornetze auf dem Bolzplatz sind durchtrennt worden, bei jedem Schuss gibt es nun wieder laute Schläge. Eine Lösung dieses Problems sei nicht in Sicht, betont Jung. Gleiches gilt für die Straße „Am Flachsland“, wo sonntags vor der Kirche kaum ein Parkplatz zu bekommen ist. Direkt gegenüber werben die Teilnehmer dann dafür, doch regelmäßig im Rewe-Markt einzukaufen – damit der letzte verbliebene Nahversorger im Stadtteil nicht wie in Münster auch noch seine Pforten schließt. Die Tour endet im Gasthaus „Schäfer Jakob“ – und Jung sieht sich mit der von seinem verstorbenen Vorgänger Dieter Trippe initiierten Aktion bestätigt: „Es ist immer interessant, mit offenen Augen durch den Ort zu gehen.“

(wein)
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