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Die Arbeit des Alexander Schaub: Von Metal-Klängen zum Buch

Von Nach Andreas Franz schreibt ein weiterer Okrifteler Krimis mit lokalem Bezug. Alexander Schaub hat gerade den zweiten Teil einer Trilogie veröffentlicht. Der Weg dorthin war nicht leicht.
Alexander Schaub zwischen seinen Büchern, die mit Hilfe von Heavy Metal entstehen. Wenn er diese Musik hört – es dürfen auch mal entspanntere Balladen sein – kommen ihm die besten Ideen. „Der Schatten des Engelmachers“ ist das zweite Buch einer Trilogie Foto: Nietner Alexander Schaub zwischen seinen Büchern, die mit Hilfe von Heavy Metal entstehen. Wenn er diese Musik hört – es dürfen auch mal entspanntere Balladen sein – kommen ihm die besten Ideen. „Der Schatten des Engelmachers“ ist das zweite Buch einer Trilogie
Okriftel. 

Bei welcher Musik lässt sich der beste Mord planen? Diese Frage klingt zunächst ziemlich kurios. Vielleicht wecken aber Schlagersänger oder Modern Talking bei dem ein oder anderen Leser Mordgedanken. Das soll hier jedoch nicht das Thema sein. Vielmehr geht es darum, welche Klänge ungewöhnliche Verbrechen vor dem inneren Auge entstehen lassen. Alexander Schaub hat eine Antwort gefunden: Der Krimiautor, der seit drei Jahren in Okriftel lebt, kommt bei harten Klängen auf kreative Mordideen.

Am meisten höre er Gitarrenmusik der Sparte Heavy Metal und Gothic, erzählt Schaub, der optisch überhaupt nicht dem Klischee-Bild eines Metal-Fans entspricht. Der 47-Jährige verarbeitet das Gehörte eher innerlich: „Beim Musikhören gehen mir Szenen durch den Kopf“, erläutert er. Die Songs inspirieren den Okrifteler allerdings nicht nur zu Mord und Totschlag. Auch ruhigere Szenen können sich aus der Musik ergeben. „Es gibt ja auch im Metal Balladen“, sagt Alexander Schaub.

Den Einfluss der Musik hat er in seinem zweiten Roman „Der Schatten des Engelmachers“ verewigt, der jetzt erschien. Als Auftakt jedes Abschnitts zitiert der Autor einen Songtext. Das erste Kapitel beginnt mit „Master of Puppets“ von Metallica.

Alexander Schaub schreibt Frankfurt-Krimis. Seine Figuren bewegen sich an bekannten Schauplätzen wie der Alten Oper oder dem Mainufer. Der Hauptcharakter Tom Martini wohnt in Schwanheim – in derselben Straße, in der Schaub mehrere Jahre lang lebte.

Im April 2014 ist der Autor zusammen mit seiner Frau nach Okriftel gezogen. Damit wandelt er nicht nur inhaltlich, sondern auch räumlich auf den Spuren des Erfolgsautors Andreas Franz. Dieser lebte ebenfalls in dem Hattersheimer Stadtteil – nicht weit entfernt von Schaubs heutigem Wohnsitz. Alexander Schaub nennt den 2011 verstorbenen Franz als eines seiner Vorbilder.

Ähnlich wie Franz hat auch er einen Freund bei der Polizei, der ihn bei Fragen zu Ermittlungstechniken berät. Dass er nun auch in Okriftel wohnt, sei jedoch Zufall. Er habe mit seiner Frau nach einem ruhigeren Ort gesucht, nachdem beiden der Verkehrslärm in Schwanheim zu laut wurde.

Als Krimiautor befasst sich der Okrifteler auch mit psychischen Abgründen. „Ich möchte dem Killer aus meinem Roman nie in der Realität begegnen“, sagt Alexander Schaub. Fiktive Serienmörder finde er aber „sehr interessant“. Passenderweise arbeitet seine Frau als Psychologin. Sie berate ihn manchmal, wenn es um die überzeugende Darstellung der Bösewichte geht. Für seine Hauptfigur habe er sich zum Teil an Tom Sellecks Rolle in der Fernsehserie Magnum orientiert. Deshalb auch der Name Tom Martini, verrät Schaub. Bei der Namensfindung für seine Nebencharaktere hilft das Telefonbuch: Beim Blättern bleibe er manchmal an einem Namen hängen und denke sich: „Der könnte eine Leiche werden.“

Warum er mit dem Schreiben begonnen hat, kann Alexander Schaub selbst nicht genau sagen. Zunächst folgte er den beruflichen Fußstapfen seines Vaters und machte eine Ausbildung zum Elektriker. Seine Mutter war Schneiderin. „Keine Ahnung, wo ich das her habe“, sagt er über die Schreiberei. Den Gedanken, irgendwann mal ein eigenes Buch zu schreiben, habe er aber schon länger mit sich herumgetragen.

Buchstaben-Haufen

Im Gegensatz zu vielen anderen hat Alexander Schaub es in die Tat umgesetzt. Dabei waren seine Voraussetzungen nicht optimal: In der Schule sei er nicht gut in Deutsch gewesen. „Ich bin Legastheniker und habe mit etwa 13 Jahren das erste Buch ohne Bilder gelesen“, erzählt der Okrifteler. Davor vertiefte er sich am liebsten in Comics. „Bücher waren für mich nur eine Anhäufung von Buchstaben“, so Alexander Schaub.

Geduld und Ausdauer waren der Schlüssel zur Veröffentlichung: Mit der Arbeit an seinem ersten Roman „Der Engelmacher von Frankfurt“ begann Schaub bereits vor 17 Jahren. Er habe das Werk mehrfach überarbeitet. „In der ersten Version gab es überhaupt kein Wetter“, erinnert sich der Autor. Nach 48 Absagen fand er schließlich im Jahr 2013 beim mainbook Verlag Befürworter. „Es ist nicht einfach“, sagt Alexander Schaub, der seine Veröffentlichung mit einem Lottogewinn vergleicht.

Finanziell kommt das Schriftsteller-Handwerk einem Sechser auf dem Losschein allerdings noch nicht nahe: Schaub arbeitet hauptberuflich weiterhin im technischen Support einer Firma, die Drucker herstellt. Falls ihm beim Schreiben mal keine Ideen kommen, wächst zu Hause die Einrichtung. Alexander Schaub hat sich nämlich eine Schreinerwerkstatt als Hobby eingerichtet „Wenn es mal nicht läuft, gehe ich in meinen Keller und baue etwas.“

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