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Von Nazis erschossen

Von Die Haushälterin im Hause Isserlin wurde nach der Reichspogromnacht aus Bad Soden vertrieben. Ihr Leidensweg führte dann bis in ein Vernichtungslager bei Minsk.
Mina Grünebaum am 29. Juli 1933 im Garten der Isserlins in der Hauptstraße. Rechts das Kindermädchen Luise Schneider (später verheiratete Schmunk). 	Foto: Stadtarchiv Bilder > Mina Grünebaum am 29. Juli 1933 im Garten der Isserlins in der Hauptstraße. Rechts das Kindermädchen Luise Schneider (später verheiratete Schmunk). Foto: Stadtarchiv
Bad Soden. 

Über dreißig Jahre war Mina Grünebaum die treue Seele im Hause der Familie Max und Regina Isserlin sowie ihrer beiden Kinder Bruno und Ruth. Am 1. April 1933 wurde der 52-Jährigen in der Samstagsausgabe der Sodener Zeitung eine Anerkennung zuteil. Sie feierte ihr 25-jähriges Dienstjubiläum in dem Arzthaushalt. „Der Jubilarin dürfte es an Gratulationen nicht fehlen“, heißt es in der Rubrik „Lokales und Allgemeines“.

Fünf Jahre später, nach der Reichspogromnacht am 10. November 1938, wurde Mina Grünebaum von Sodener Nazis aus dem Isserlin-Haus vertrieben. Vier Jahre danach war sie tot. Erschossen auf einem Feld in der Nähe von Minsk. Wegen Entkräftung.

Schüler als Paten

An das Schicksal der Jüdin Mina Grünebaum soll im Mai kommenden Jahres in der Kernstadt mit einem Stolperstein erinnert werden. Schülerinnen und Schüler der Mendelssohn-Bartholdy-Schule in Sulzbach wollen dafür die Patenschaft übernehmen. Neuntklässler hatten sich in einer evangelischen Religionsgruppe zusammengetan und zu Beginn des Jahres ein Projekt über den Holocaust und Rassismus erarbeitet sowie Gespräche mit Zeitzeugen geführt. Für diese Arbeit wurden die Schüler von der Stadt Bad Soden mit dem Kulturförderpreis ausgezeichnet.

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