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Von Reisemalbüchern bis zur Stoff-Kunst

„Vier Bildersprachen“ heißt die aktuelle Ausstellung des Künstlerkreises. Dabei präsentieren vier Neuzugänge ihre Werke.
Vier Neulinge im Kelkheimer Künstlerkreis: Annita Romano, Adelheid Bieger, Yuriy Ivashkevich und Ewa Stefanski (von links).	Foto: Nietner Vier Neulinge im Kelkheimer Künstlerkreis: Annita Romano, Adelheid Bieger, Yuriy Ivashkevich und Ewa Stefanski (von links). Foto: Nietner
Kelkheim. 

„Wir wollen unseren Verein mit Leben und Regionalkunst füllen. Dieses Feld können wir nicht kampflos Frankfurt überlassen“, erklärt Paul Pfeffer. Daher ist der Vorsitzende des Künstlerkreises stets auf der Suche nach neuen Mitgliedern und frischen Impulsen. Dass dieses fortwährende Bemühen Früchte trägt, war bei der Vernissage am Sonntag im „Kunstraum 44“ zu sehen. Dort stellten sich nämlich vier Vereinsneuzugänge vor und ihre Kunstwerke aus. „Sie sind einfach unheimlich gute Leute und erweitern unser künstlerisches Spektrum erheblich“, lobt Pfeffer bei der Vorstellung von Adelheid Bieger, Annita Romano, Ewa Stefanski und Yuriy Ivashkevich. „Vier Bildersprachen“ heißt die Gemeinschafts-Ausstellung der Neuen – und das trifft es sehr gut.

Selbst die eher klassischen Öl- und Acryl-Gemälde der Frankfurterin Stefanski und des Kelkheimers Ivashkevich kontrastieren. Stefanski präsentiert vornehmlich Porträts, über denen stets ein leichter Schleier zu liegen scheint. „Sie sind farbig, aber nicht bunt, und scheinbar in sich gebrochen“, versucht Pfeffer sich an einer Erklärung. Die Werke Ivashkevichs, häufig eher kleinformatig, wirken durch seine Spachteltechnik geradezu plastisch, die Farben scheinen sich über die Leinwand zu ergießen. Der gebürtige Kasache und Kulturpreisträger war bereits vor fünf Jahren schon einmal Mitglied im Künstlerkreis. „Aus privaten Gründen musste ich damals austreten, doch Herr Pfeffer konnte mich jetzt wieder überzeugen“, erzählt Ivashkevich, „und ich freue mich, da ich seit zehn Jahren in Kelkheim wohne und gerne in der Szene aktiv sein möchte“.

Adelheid Bieger aus Fischbach stellt neben ihren Aquarellgemälden einige ihrer 23 „Reisemalbücher“ aus. „Sie alle entstehen während meiner Reisen noch direkt vor Ort.“ So sammelte sie etwa Eindrücke aus Norwegen, Thailand, China, Neuseeland und dem Jemen. „Vielerorts möchten die Menschen nicht fotografiert werden, doch wenn ich meinen Malkasten aufbaue und zu malen beginne, versammeln sich oft viele Einheimische um mich herum“, erzählt die Künstlerin, die in Hofheim eine Kunsttherapeutische Praxis betreibt. Ihre Bilder sind für sie intensiver als ein Foto: „Beim Betrachten werden häufig die Geräusche, Düfte und Gefühle der jeweiligen Orte für mich wieder lebendig.“

Als „lebendig“ könnte der Besucher auch die Werke von Annita Romano bezeichnen. Bei der gebürtigen Brasilianerin, die lange in Paris lebte, ehe sie in Eschborn sesshaft wurde, werden Bilder nicht gemalt – sie werden gestickt und genäht. Für ihre Quilt-ähnlichen Werke verwendet sie Stoffe wie Baumwolle oder Seide. „Diese Stoffe sind bis zu 150 Jahre alt“, so die Künstlerin, „ich finde sie auf Flohmärkten oder bekomme sie von Bekannten gestiftet“. Bis zu zwei Monaten arbeitet sie jeweils daran.

 

Die Ausstellung im Kunstraum, Breslauer Straße 44, ist noch bis 6. Juli geöffnet – donnerstags und samstags von 15 bis 18 Uhr, sonntags von 11 bis 18 Uhr. Am Sonntag, 22. Juni, 17 Uhr, liest Autor Thomas Berger dort unter dem Titel „Geheimnis Zeit – Annäherungen“.

 

(rk)
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