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Von der Arktis bis in die Tropen

Am Frankfurter Flughafen kommen frische Waren aus aller Welt an und werden im Perishable Center zwischengelagert. Die Klasse 4 d der Geschwister-Scholl-Schule aus Schwalbach mit ihrer Lehrerin Sandra Faulstich durfte dort im Rahmen des Projektes „Zeitung in der Grundschule“ (ZING) recherchieren und berichtet hier.
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Frankfurt/Schwalbach. 

Ware, Ware, Ware – Wohin nur mit der ganzen Ware? Hummer aus Kanada, Papayas aus Brasilien, Rosen aus Südafrika bis hin zu Pharmazeutika aus aller Welt – täglich kommen durchschnittlich bis zu 270 Tonnen Ware im Perishable Center an. Stergios Boudrikas (41 Jahre) und seine Kollegen haben den Überblick.

Stergios Boudrikas ist Projekt- und Prozessmanager und kümmert sich seit zehn Jahren um die Waren aus aller Welt, die mit den Frachtflugzeugen am Frankfurter Flughafen eingeflogen werden.

 

Umschlagplatz

 

Auf einer Fläche von 9000 Quadratmetern gibt es verschiedene Kühlzonen von minus 24 Grad bis plus 24 Grad – also ein Temperaturgefälle von 48 Grad. Eben ist einem noch total warm, im nächsten Moment kann man den eigenen Atem in der Luft sehen. Wenn die Mitarbeiter durch die Hallen laufen, dann ist es bisweilen, als würden sie von der Arktis direkt in die Tropen gehen. Die unterschiedlichen Waren brauchen schließlich unterschiedliche Lagertemperaturen.

Das Perishable Center ist ein Umschlagsplatz. Übersetzt bedeutet perishable „verderblich“. Das Center ist dafür zuständig, die leicht verderblichen Lebensmittel zwischenzulagern, damit diese etwas später in den deutschen Küchen auftauchen können.

Die Waren werden durchschnittlich vier bis sechs Stunden gelagert und dann weitertransportiert. Während der Lagerzeit wird die Ware von diversen Behörden (Veterinäramt, Pflanzenschutz und Bundesamt für Landwirtschaft und Ernährung) kontrolliert und schließlich vom Zollamt freigegeben. In den Hallen des Perishable Centers fahren Elektro-Gabelstapler und Elektroflurförderzeuge (genannt „Ameisen“) herum. Speziell geschultes Personal lädt die Kisten um, so dass jede Ware dem Raum ihrer idealen Lagertemperatur zugeordnet werden kann. Die Ware wird dann entweder von Lastwagen abgeholt oder zum Weitertransport in Flugzeuge gebracht.

Täglich werden durchschnittlich 270 Tonnen importiert, und 95 Prozent davon verlassen das Lager noch am selben Tag. Sonntags wiederum kommen sogar bis zu 500 Tonnen Ware im Perishable Center an. Im Vorjahr wurden etwa 110 000 Tonnen Ware geliefert, 30 000 mit Lastwagen und die anderen 80 000 Tonnen von Flugzeugen.

Die Ware für den Weitertransport mit Lastwagen wird in den Verladebereich gebracht. Jede Palette wird farblich gekennzeichnet, so dass diese dem richtigen Bereich für den Weitertransport in die Städte in ganz Deutschland und Europa zugewiesen werden kann. Aufgrund der klar strukturierten Vorgehensweise gelingt es Stergios Boudrikas und seinen Kollegen, beispielsweise Ananas aus Afrika (Ghana), die gestern noch geerntet wurden, noch am selben Tag weiter zu verladen, so dass der Lastwagen diese dann in Supermärkte innerhalb Deutschlands liefern kann. Somit können die Kunden noch am gleichen Tag den Großteil der Ware im Handel bekommen.

 

Urlaub im Warmen

 

Ebenso gehören zu den Lieferungen im Perishable Center besondere Lebewesen wie lebender Hummer. Auch der wird zunächst in kalten Räumen zwischengelagert und am selben Tag weitertransportiert.

Die Arbeit in den unterschiedlich klimatisierten Räumen, in denen größtenteils winterliche Temperaturen herrschen, ist zwar sehr abwechslungsreich, jedoch auch anstrengend für den Körper. Stergios Boudrikas fährt daher „lieber ins Warme“ zum Erholen, wenn er Urlaub hat.

Anna Ritter, Jihe Choi, Miriam Molina-Neumann, Emma Bendel, Emily Gilpin, Marvin Gönner, Daniele Capillo, Philipp Mazurowicz, Marius Dicke, Lucas Meyer zu Drewer, Oscar Schmalz, Franziska Schuh Veigl, Elias von Hain, Paula Fiedler, Jasper Specht, Ajdin Humkic, Ferdinand Amrhein, Hyun Su Bae, Harsimran Hundal. Marcel Pompeuse, Lea Schulte, Je joon Park, Amelie Fiedler und Philipp Pühlbauer

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