Lade Login-Box.
E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer

Rolf Baltromejus zaubert Vier-Gänge-Menüs passend zu Ausstellungen: Was Kunst mit Essen zu tun hat

Wie vereint man Kochen und Kunst in meisterlicher Harmonie? Der „EatArt“-Künstler kennt alle Finessen der modernen Küche und macht Lust, an „essfremden“ Orten Kunst kulinarisch zu erfahren.
Performance-Dinner in der Stadtgalerie im Badehaus: Rolf Baltromejus (mit Bild) erläutert die Kunst und Speisen. Foto: Knapp Performance-Dinner in der Stadtgalerie im Badehaus: Rolf Baltromejus (mit Bild) erläutert die Kunst und Speisen.
Bad Soden. 

Regelmäßig bekocht Rolf Baltromejus Kunstausstellungen und liefert damit eine perfekte Symbiose zwischen den dargestellten Kunstwerken und seinen kulinarischen Kreationen. Damit diese Interpretation immer wieder aufs Neue gelingt, beschäftigt sich der „EatArter“ bereits viele Monate im Voraus mit der Vita, den Lebensweisen und Absichten der ausstellenden Künstler, besucht sie dafür sogar in ihrer Heimat. Auch für das Performance-Dinner in Bad Soden reiste Baltromejus nach Sevilla zu Salustiano, dem Ausnahmekünstler, der wie kein zweiter in altmeisterlicher Malweise zeitgenössische Porträts anfertigt – und war begeistert.

„In Sevilla holte ich mir letzte Inspirationen, um mit meinem Essen die grandiosen Werke Salustianos zu interpretieren“, erklärt der „EatArt“-Künstler. Dort erfuhr er von der absoluten Liebe Salustianos zu Japan. Der Spanier Jesús Curiá, gemeinsam mit Salustiano in Bad Soden ausstellender Künstler, ergänzt die Ausstellung im Badehaus durch seine mit Grünspan überzogenen, feingliedrigen, mitunter asiatisch anmutenden Figuren. Salustiano und Curiá binden damit asiatische Einflüsse in das schöpferische Gestalten ihrer Kunst ein. „Was also liegt näher, diesen Aspekt aufzugreifen und in einem Multi-Kulti-Clash zu verbinden?“, fragt Baltromejus, der bereits von der Bundesregierung als Kreativpilot ausgezeichnet wurde.

Das ist sehr . . .  übersichtlich, würde Loriot jetzt sagen. Eine Spargel-Komposition mit Kartoffel-Valrhonacreme und Kaviar. Bild-Zoom Foto: Knapp
Das ist sehr . . . übersichtlich, würde Loriot jetzt sagen. Eine Spargel-Komposition mit Kartoffel-Valrhonacreme und Kaviar.

Auch in Bad Soden sind Kunst, Kochen und Kreativität meisterlich verwoben worden. Schlendert man zu Beginn durch die Ausstellungsräume, nimmt man viele unterschiedliche Facetten der Bilder und Skulpturen wahr. Interpretationen hierzu finden sich im Verlauf des kulinarischen Abends immer wieder auch auf den Tellern des Performance-Dinners wieder. Ein Meisterwerk in vier Gängen erleben die Gäste, die mitten zwischen den Kunstwerken an einer eingedeckten Tafel Platz nehmen. Dem Entrée aus weißem Spargel mit Tukmaria-Kaviar folgen optisch perfekt arrangierte Tintenfisch-Churros mit Knoblauchcreme, die auf den alle Sinne betörenden Hauptgang Teriyaki-Huhn mit Blumenkohlcouscous und Paprika einstimmen. Das Dessert, ein nach Himbeeren und Honig duftendes Jelly mit schwarzem Sesam, rundet das Dinner als besonderes Geschmackserlebnis ab.

Asiatische Würze

Weißer Spargel mit Kartoffel-Valrhonacreme und Kaviar sind kreisförmig angeordnet und entsprechen durch die asiatische Würze den Vorlieben der beiden spanischen Künstler. „Werden bei einer Vernissage Sekt und Häppchen gereicht, bleibt die genauere Erkundung der Künstler meist auf der Strecke“, sagt Baltromejus. Er beschäftigt sich in seiner Planungsphase immer wieder mit den Biografien, Vorlieben und Maltechniken der Künstler.

Während des Performance-Dinners erfährt der Gast nicht nur Interessantes über die Werke und deren Entstehungsgeschichte. Jede Ausstellung wird von Baltromejus in individueller Weise in einem Schaffensprozess kulinarisch interpretiert. „Ich habe anfangs eine Idee und lasse diese über Wochen wachsen.“

Eine besondere Herausforderung sieht „EatArter“ Baltromejus nicht zuletzt im Zubereiten des Dinners in „essfremden“ Räumen, wie Museen oder Galerien. Mittlerweile sei er bekannt dafür, auch an den kleinsten Orten zurechtzukommen, erklärt der Kochartist. Dies gelingt ihm mit Hilfe seines Teams, das die kulinarischen Kreationen übrigens auch immer in einer Generalprobe verkostet.

Im Badehaus stimmt von der Tischdekoration, über den Blumenschmuck und den Kleidungsstil des „EatArtisten“ samt Team alles. Der kleine Kreis Genießer, der an diesem Abend Kunst über alle Sinne kennenlernt, ist begeistert. Dorothee Meidt ist mit ihrer Schwester Gudrun Albrecht unter den Gästen. Beide interessieren sich für die Skulpturen Curiás und Bilder Salustianos, sind aber, wie sie angeben, „fasziniert von den ganz wunderbaren Sachen“, die ihnen das Performance-Dinner auf den Tisch zaubert.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2017 Frankfurter Neue Presse