E-Paper Abo & Service Immo Stellen Trauer
Anzeige Hofheim am Taunus 28°C

Wasserschaden in neuer Kita

Von Räume im Nassauer Hof sind bereits als Ausweichquartier vorgesehen. Dadurch ist allerdings der Umzug der Schulkinderbetreuung ins alte Rathaus in Frage gestellt.
Bilder >
Hattersheim. 

Es hat alles gut gepasst bei der neuen Kindertagesstätte im Baugebiet Schokoladenquartier. Der Kostenrahmen wurde eingehalten – mehr als 4 Millionen Euro durfte das Projekt nach Vorgabe der Stadtverordnetenversammlung nicht kosten. Auch der Zeitplan kam nicht durcheinander – am 27. November wurde das Gebäude fertig, und das ist wichtig, weil nur bei Inbetriebnahme in diesem Jahr ein Landeszuschuss von 450 000 Euro gezahlt wird. Und der Träger, der Verein zur Unterstützung berufstätiger Eltern in Frankfurt, hat ausreichend Personal gefunden – alle drei Dinge sind keineswegs selbstverständlich.

„Die Baustelle hat Spaß gemacht“, so Hattersheims Erste Stadträtin Karin Schnick. Und dann das: Ein Schreinergeselle hat beim Befestigen eines Wickeltisches an einer Wand mit der Bohrmaschine eine Wasserleitung getroffen. Bemerkt hat er das nicht, weil zu dem Zeitpunkt das Wasser noch abgestellt war. Als die Leitungen in Betrieb genommen wurden, machte sich das Loch auch nicht gleich bemerkbar.

Erst am nächsten Tag zeigte sich eine Pfütze, und dann wurde das Ausmaß des Schadens schnell deutlich. Zwischen die Isolierschichten des Fußbodens war das Wasser gelaufen und von dort aus von den Gipskartonwänden aufgesogen worden. Die können bekanntlich beträchtliche Mengen von Wasser aufnehmen – und der Weg in den Bauschuttcontainer ist unausweichlich.

Die Stadt habe geprüft, ob wenigstens ein Gebäudetrakt der Einrichtung in Betrieb genommen werden könne, berichtete Bürgermeisterin Antje Köster gestern. Aber dafür ist der Schaden zu großflächig. Also wurden am Montagabend die Eltern von 40 Kindern darüber informiert, dass der Betrieb im neuen Kindergarten erst im Mai aufgenommen werden kann.

Aber eine Ausweichlösung wurde gefunden. Die Kinder können, wie geplant, nach und nach aufgenommen und vorläufig in Räumen im Nassauer Hof betreut werden. Diese sind durch den Auszug einer Firma frei geworden. Auch den Eltern sei diese Lösung lieber, als eine Verteilung der Kinder auf andere Einrichtungen, berichtete Köster.

Provisorium notwendig

Noch gibt es freilich Fragezeichen. Denn eine Betriebserlaubnis für die Ausweichräume liegt noch nicht vor; Köster hat aber an den Main-Taunus-Kreis appelliert, der Stadt wegen dieses Notfalls entgegenzukommen. Geprüft werden muss auch noch, ob irgendwelche Ergänzungen oder gar bauliche Veränderungen vorgenommen werden müssen. Klar ist: Größere Umbauten sind bis in den Januar nicht zu schaffen. Die Stadt ist aber überzeugt, dass das Provisorium funktionieren wird.

Und noch in einem anderen Punkt ist die Stadt auf das Wohlwollen übergeordneter Behörden angewiesen: Den Landeszuschuss von 450 000 Euro für die Einrichtung bekam die Stadt nur unter der Voraussetzung, dass die neue Einrichtung in diesem Jahr in Betrieb geht. Man habe sich an den Kreis mit der Bitte gewandt, sich für die Stadt beim Land zu verwenden, so Köster. Gleich mitgeschickt wurde eine ausführliche Dokumentation, aus der hervorgeht, dass die Einrichtung Ende November betriebsbereit war.

Fatal wäre es angesichts der schwierigen finanziellen Situation der Stadt, müsste sie den Zuschuss zurückzahlen. Noch ist auch nicht ganz sicher, ob nicht noch weitere Kosten entstehen. Die Haftpflichtversicherung des Schreinerbetriebes habe ihre Zahlungspflicht zwar anerkannt, erste Auftragsvergaben wurden schon frei gegeben. Aber ob die Versicherung wirklich alle Kosten übernimmt, die durch den Schaden entstehen, das kann derzeit keiner garantieren.

Wie lange nun tatsächlich gearbeitet werden muss, um die Schäden zu beheben, ist ebenfalls noch unklar. Gründlich müsse alles gemacht werden, damit später auch die Gewährleistung gegeben ist, betont Baudezernentin Schnick. Einen gewissen Zeitdruck gibt es allerdings: In die frei gewordenen Räume im Nassauer Hof sollten eigentlich Verwaltungsmitarbeiter einziehen, damit die dadurch wiederum frei werdenden Räume im Rathaus zur Betreuung von Grundschulkindern genutzt werden können. Dieses Angebot muss aus der Robinsonschule ausziehen, die nach den Sommerferien alle ihre Räume für den Unterricht braucht. Doch das ganze Umzugskarussell ist nun in Frage gestellt – durch eine einzige, fahrlässig an einen falschen Ort gedübelte Schraube.

Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2018 Frankfurter Neue Presse