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Weit mehr als ein Geschichtsverein

Mit Gertrud Müller und dem sonst wiedergewählten Vorstand hat er ein gutes Team zu Seite. Sie alle trauern um den verstorbenen Chef Dieter Trippe.
Ortstermin auf dem Platz, der gepflastert wurde wie das Hornauer Horn: Vorsitzender Michael Jung und Schriftführerin Gertrud Müller. Der Platz wird am Sonntag um 11 Uhr mit einer kleinen Feier offiziell eingeweiht.	Foto: Knapp Ortstermin auf dem Platz, der gepflastert wurde wie das Hornauer Horn: Vorsitzender Michael Jung und Schriftführerin Gertrud Müller. Der Platz wird am Sonntag um 11 Uhr mit einer kleinen Feier offiziell eingeweiht. Foto: Knapp
Hornau. 

Früher pfui, heute hui: Der Platz an der alten Platane – dort, wo damals die Tiere gewogen und im Liederbach gewaschen wurden – macht inzwischen einen prächtigen Eindruck. Die neuen Bänke laden zum Päuschen ein. Die Fläche mit einem hübschen Blumenbeet in der Mitte wurde in Form des Hornauer Horns gepflastert, die alte Sandsteinmauer erinnert an das Hofgut, und über die neuen Stufen können die Besucher zum Fußbad an den Bach gehen.

Michael Jung und Gertrud Müller betrachten den kleinen Platz mit viel Stolz – aber auch etwas Wehmut. Denn dieses Projekt und der ganze Verein „Bürger für Hornau“ – das „war ja sein Baby“, sagt die neue Schriftführerin. Sie meint damit Dieter Trippe, der den Club seit Gründung vor sechs Jahren mit sehr viel Engagement geführt hat und vor wenigen Wochen gestorben ist. Er habe in dieser Zeit viel bewegt und sich in diese Aufgabe „reingeschafft“, bestätigt Michael Jung, der nun bei der Jahreshauptversammlung das Erbe von Dieter Trippe als Chef der „Bürger für Hornau“ angetreten hat. Es war schon vor einiger Zeit als jüngerer Nachfolger auserkoren und gehörte deshalb dem Vorstand als Beisitzer zwei Jahre an. „Seit meinem Eintritt in die Politik vor zweieinhalb Jahren war mir klar, mich in Hornau stärker zu engagieren“, sagt der 52-Jährige, der für die CDU als einziger Hornauer im Parlament sitzt.

Nun führt der Vertriebsleiter bei Techem den wichtigen Verein im Stadtteil, mit dem er große Ziele hat. Bei einer Einwohnerzahl von 4200 seien bis zu 350 Mitglieder schon eine realistische Marke, findet Jung. Aktuell hat der noch junge Verein 160 Unterstützer, doch oft in jeder Familie nur eine Person. Das sei in Sportvereinen anders, weiß der Ur-Hornauer, und hofft auf weiteres Personal, um auch den „politischen Einfluss“ ein wenig steigern zu können. Gerade diejenigen Bürger, die hier Eigentum besitzen, sollten sich sehr mit ihrer Heimat identifizieren.

Apropos Heimat: „Für einige sind wir ein Geschichtsverein“, weiß Jung, dass am Image der „Bürger für Hornau“ noch etwas gearbeitet werden muss. „Wir gestalten heute in die Zukunft unter dem besonderen Augenmerk, unsere Geschichte lebendig zu halten für spätere Generationen“, fasst es der neue Vorsitzende zusammen. Natürlich sei Hornau stolz auf seine Vergangenheit etwa mit der Familie von Gagern, die es zu bewahren gelte. Doch richtet Jung mit seinem Team den Blick nach vorne, auf alte und neue Projekte. So ist zunächst die Einweihung des Platzes an der Platane für den 13. April, 11 Uhr, vorgesehen. Dazu war eine Broschüre geplant, die nun ein Geschichtsbüchlein geworden ist. Zudem werden eine Hinweistafel und Dankeschön-Plaketten an die Sponsoren dieses mehr als 40 000 Euro teuren Vorhabens aufgestellt.

Die von Trippe initiierten Rundgänge durch den Ort mit dem Bürgermeister soll es weiterhin geben. Und die Umgestaltung des Platzes am Vereinshaus war ebenso ein Anliegen des verstorbenen Vorsitzenden. Er wollte hier auch die Erinnerung an den ehemaligen Schulplatz wach halten. Dieses Projekt werde „nur in Etappen machbar sein“, sagt Jung. Zunächst müsse es in den Investitionsplan der Stadt, der Verein werde als finanzielle Stütze gefragt sein. Jung kann sich vorstellen, dass 2015 – sofern dann die Hornauer Straße wie geplant saniert wird – auch die Fläche an der Bushaltestelle berücksichtigt wird.

Wichtig ist für den neuen Chef, der im Kirchenchor singt, bei der Hornauer Laienspielgruppe mitmacht und Sitzungspräsident beim Fischbacher Carneval-Verein ist, der baldige Neubau des Pfarrheims. Der Saal fehle nicht nur den Gruppen, die Beleuchtung des Weges am Liederbach, den die „Bürger für Hornau“ auf der Agenda haben, hänge damit zusammen. Auch fehle ein Bäcker im Ort, bedauert Jung und sagt mit Blick auf den Einzelhandel voraus: „Um unseren Rewe-Markt, der hervorragend läuft, werden wir kämpfen müssen.“

Ganz wichtig ist der Mannschaft um Jung und Müller, die noch Chefin der Frauengemeinschaft und Schriftführerin im Museumsverein ist, die Heimatpflege. Dass nach der Jahreshauptversammlung gemeinsam „Kein schöner Land“ gesungen wurde, zählt für beide dazu. Jung kann sich vorstellen, einen regelmäßigen Kaffeeklatsch etwa mit dem Titel „Horner Gebabbel“ im Vereinshaus ins Leben zu rufen. Oder die Kinder in den Schulen und Kitas für das Thema zu begeistern. Warum nicht die Senioren auf Hornau ein wenig Geschichts-Unterricht aus dem Ort geben lassen?

Von Würsten und Blumen

Dass Jung und Müller die richtigen Leute für den Verein sind, wird beim Ortstermin mit dem Kreisblatt übrigens nur allzu deutlich: Fast jeden, der vorbeikommt, kennen die beiden. Metzgermeister Karl-Heinz Sprungk freut sich, dass es bei den „Bürgern für Hornau“ so nahtlos weitergeht. Er ist ein gutes Beispiel für den Zusammenhalt im Ort, hat spontan für ein Fest 150 Würste spendiert. Und wenn mal eine Gruppe Jugendlicher auf dem neuen Platz an den Blumen reißt, dann ist Kassiererin Hiltrud Bracht schon zur Stelle, um die Rüpel zurechtzuweisen. Gemeinsam mit Martin Schmitt (Zweiter Vorsitzender), Gerhard Niegemann und Helmut Oschwald (beide Beisitzer) komplettiert sie den Vorstand eines Vereins, der im Sinne seines verstorbenen „Motors“ in Hornau noch ein Menge bewegen will.

(wein)
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