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Flüchtlinge im MTK: Weiter Rätselraten über die Zukunft der Stadthalle

Die Nutzung der Stadthalle zur Versorgung von Flüchtlingen behindert die Überlegungen zu ihrer Zukunft im Prinzip nicht. Denn die Grundsatzfrage, ob das Gebäude noch mal flott gemacht und als Veranstaltungsort genutzt werden soll, ist davon unabhängig. Die Stadt sucht allerdings nach wie vor nach einem Käufer.
Der einstige, bereits stillgelegte Gaststättenraum in der Stadthalle, in der jetzt Flüchtlinge betreut werden. Foto: Hans Nietner Der einstige, bereits stillgelegte Gaststättenraum in der Stadthalle, in der jetzt Flüchtlinge betreut werden.
Hattersheim. 

Der Magistrat hat, streng genommen, derzeit fast keine andere Wahl. Die Stadtverordnetenversammlung hatte beschlossen, für das Gebäude sowie das ehemalige Jugendzentrum sowie für den Parkplatz dazwischen einen Investor zu suchen, der das gesamte Areal übernimmt. Dabei ist die Stadthalle zu erhalten, weil sie unter Denkmalschutz steht. So lange die Stadtverordnetenversammlung ihren Beschluss nicht ändert, muss der Magistrat an der Umsetzung arbeiten. Wie das Kreisblatt berichtete, wird die Stadthalle seit etwa einem Monat für die Betreuung von Flüchtlingen genutzt. Untergebracht sind diese zwar auch in der benachbarten Sporthalle am Karl-Eckel-Weg. Weil dort aber die notwendigen Nebenräume fehlen, wird die Stadthalle zur Essensausgabe genutzt, als Aufenthaltsraum, für medizinische Untersuchungen sowie für logistische Einrichtungen. Wie lange dies so bleibt, ist völlig unklar, bislang haben die offiziellen Stellen zu dieser Frage noch keine Prognose abgegeben.

Nutzungsfrage

„Mögliche Interessenten werden über die Situation informiert“, so Rathaus-Pressesprecher Stefan Käck. Dass niemand weiß, wann die Halle verfügbar ist, ist schon ein Problem in diesen Gesprächen. Investoren nämlich wollen mit ihren Projekten in der Regel so schnell loslegen wie möglich, und dazu kann in Hattersheim niemand irgendwelche Aussagen machen. Und die Katze im Sack wird auch niemand kaufen wollen. Besichtigungen aber seien derzeit nicht zulässig, betont Käck. Andererseits: Die denkmalgeschützte Stadthalle an den Mann oder an die Frau zu bringen, ist ohnehin keine leichte Aufgabe. Dass Investoren da Schlange stehen, ist wohl nicht realistisch. Ob ohne die Nutzung für die Flüchtlinge ein Vertragsabschluss in nächster Zeit zustande käme, ist eine spekulative Frage, die niemand beantworten kann. Immerhin wurde angesichts der Erfolglosigkeit der bisherigen Bemühungen beschlossen, dass ein Fachbüro in Zusammenarbeit mit dem Landesamt für Denkmalpflege prüfen soll, welche Nutzungsmöglichkeiten es für das Gebäude überhaupt gäbe.

Sanierungsbedürftig

Die Ergebnisse dieser Sondierungen, in die möglichst Investoren schon einbezogen werden sollen, liegen noch nicht vor. Gespräche mit möglichen Investoren habe es aber gegeben, so Käck. Gesprochen worden sei über verschiedene Modelle, deren Umsetzbarkeit geprüft werde. In die Details könne er mit Rücksicht auf die Investoren nicht gehen – tatsächlich liest kein Projektentwickler gerne zu früh über sein Projekt etwas in der Zeitung.

Überraschung ausgelöst hat die Tatsache, dass die Halle für Flüchtlinge genutzt werden kann, wo es doch immer hieß, es gebe Mängel, die eine Nutzung nicht zuließen. Diese betrafen vor allem den Brandschutz. Die Antwort darauf ist einfach: Die Brandschutzauflagen für eine Notunterkunft sind bei einem Katastrophenfall – ein solcher war ja von Landrat Michael Cyriax (CDU) ausgerufen worden – weniger streng als für ein Veranstaltungsgebäude.

Die bautechnische Situation der Halle sei durch die Sofortmaßnahmen des Kreises nicht verbessert worden, meint Käck. Verschlechtert aber wohl auch nicht. Demnach bleibt es bei dem Sanierungsbedarf, den die Stadt vor zwei Jahren auf 1,6 Millionen Euro bezifferte – ob diese Summe realistisch ist, darüber streiten sich die politischen Geister. Dass in den vergangenen Monaten in der Halle nichts mehr zum Unterhalt getan wurde, war nicht gerade substanzerhaltend. In der Zwischenzeit hatte es einen Brand gegeben. Es war sogar davon die Rede gewesen, dass eine der Eingangstüren ab und an unbemerkt offen stand. Ganz zu schweigen davon, dass in der Küche anscheinend vorher fest eingebautes Inventar verschwunden war.

(bt)
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