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Wenn Vögel die Bahn kreuzen

Von Die Fraport widerspricht der Kritik von Umweltschützern. Die Ausschreibung für ein neues Vogelschlagwarnsystem bedeute nicht, dass die bisherige Anlage unzuverlässig sei.
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Eddersheim. 

Es wäre ja auch wirklich eine Überraschung gewesen, wenn sich die Fraport AG und die Bürgerinitiative für Umweltschutz Eddersheim (BfU) einmal in einer Angelegenheit einig wären. Beim Thema Vogelschlag gilt das in besonderem Ausmaß. Für die BfU ist es nur eine Frage der Zeit, bis es am Frankfurter Flughafen zu einem schwerwiegenden Unfall durch die Kollision eines Flugzeuges mit Vögeln kommt. Die Fraport demgegenüber argumentiert, es komme gemessen an der Zahl der Flugbewegungen zu sehr wenigen Kollisionen – und im Übrigen erfüllten die Warnsysteme zuverlässig ihren Zweck.

Kritik von Ausbaugegnern

Und an diesem Punkt werden die Streitigkeiten bereits konkret. Die BfU hat mitbekommen, dass die Fraport ein neues Warnsystem ausgeschrieben hat, und daraus den Schluss gezogen, dass das bisher vorhandene System nicht gut oder nicht so richtig gut funktioniert. Mivotherm heißt dieses System, das schon lange die Zielscheibe der Kritik von den Ausbaugegnern ist. Dass es nicht funktioniere, davon gingen auch die Anwälte aus, die die Stadt Hattersheim im Kampf gegen den Bau der Nordwest-Landebahn vor Gericht vertreten haben. Genau das stellt die Fraport ganz anders dar. „Mivotherm hat gearbeitet wie vorgesehen und alle Anforderungen erfüllt“, so Dieter Hulik von der Fraport-Pressestelle auf Anfrage dieser Zeitung. Es sei auch so gebaut worden wie im Planfeststellungsverfahren – das zur Baugenehmigung führte – vorgesehen. Warum aber wird dann über die Einführung eines neuen Warnsystems nachgedacht?

Aufnahmen in Echtzeit

Die Radartechnik habe in den vergangenen zehn Jahren erhebliche Fortschritte gemacht, erläutert Dieter Hulik weiter. Im Gegensatz zur bisher angewendeten Wärmebildtechnik könne man mit einer radargestützten Anlage Flugbewegungen von Vögeln in Echtzeit verfolgen, und das sehr zuverlässig. Mivotherm dagegen komme durch Aufnahmen mit der Wärmebildkamera zu Flugprognosen. Außerdem, so Hulik, verspreche man sich von der neuen Technik einen geringeren Wartungsaufwand. Die weitere Vorgehensweise ist nach Darstellung von Dieter Hulik so, dass zunächst das Ausschreibungsergebnis abgewartet wird. Dieses Verfahren einfach nur durchzuführen, um einen Preis zu ermitteln, das darf die Fraport nicht. Es werde dann schon auch ein neues System installiert werden, erklärt der Fraport-Mann. Nach den Ausschreibungsunterlagen soll mit dem Bau im Dezember dieses Jahres begonnen werden. In Betrieb gehen könnte ein neues System dann im September 2017. Und noch etwas ist wichtig: Es werde aber nicht daran gedacht, das alte System gleich abzuschalten. Vielmehr sollen beide Anlagen eine ganze Weile parallel betrieben werden. Mivotherm wird erst abgebaut, wenn sich herausgestellt hat, dass ein neues System mindestens genauso zuverlässig arbeitet. Über den Umfang der möglichen Investitionen möchte Fraport keine öffentlichen Angaben machen. Aus Wettbewerbsgründen. Den Bietern für die Ausschreibung sollen keine Hinweise darauf gegeben werden, was der Flughafenbetreiber auszugeben bereit wäre.

Im Vorjahr habe es 84 Kollisionen mit Vögeln gegeben, davon 10 an der Nordwest-Landebahn, so Hulik. Bei mehr als 500 000 Flugbewegungen sei dies kein hoher Wert.

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