Lade Login-Box.
E-Paper
Abo & Service Immo Stellen

Wer ohne Licht spazierte, dem drohte Haft

Ausgestattet mit Laterne und Horn: Kate Schaaf beim Start der ersten Nachtwächterführung am Kirchplatz.	Foto: mkn Ausgestattet mit Laterne und Horn: Kate Schaaf beim Start der ersten Nachtwächterführung am Kirchplatz. Foto: mkn
Münster. 

Zu einer ungewöhnlichen Stadtführung, einer „Reise durch Nacht und Zeit“, trafen sich rund 30 Interessierte auf dem Kirchplatz. Die Frankfurter Historikerin und Schauspielerin Kate Schaaf plauderte aus dem Alltag der Nachtwächter und dem dörflichen Leben des vorletzten Jahrhunderts. Ausstaffiert mit Laterne und Posthorn nahm sie die Kelkheimer mit auf ihre nächtliche Tour. „Sie brauche kaa Angst zu ham“, beruhigte sie zunächst. „Kaaner hat e Latern debei, aber des mescht nix. Isch bin ja do un guck nach Ihne.“

Schmunzelnd lauschten die Zuhörer und erfuhren, dass es im 19. Jahrhundert in Kelkheim noch keine Straßenbeleuchtung gab. Die braven Bauern und Bürger begaben sich schon früh zu Bett. Wer nicht unbedingt raus musste, blieb zu Hause oder hatte zumindest ein Licht dabei. „Wärn Sie damals ohne Licht angetroffen worde, hätt ich Sie verhafte müsse – denn wer ohne Licht im Dunkle rumlääft, will net gesehe wern und hat was zu verbergen.“

Der Beruf des Nachtwächters war in dieser Zeit nicht sehr angesehen. Die meisten Bürger machten einen Bogen um sie, denn sie waren auch Totengräber. Der Nachtwächter in Münster nächtigte wie auch der Schuldiener im Teil des Alten Rathauses in dem die Klassenräume und die Wohnung des Lehrers untergebracht waren und wurde von den Einwohnern mit Naturalien entlohnt.

Rund 90 Minuten dauerte der kurzweilige Exkurs in längst vergangene, gefährliche und sagenumwobene Kelkheimer Nächte früherer Zeiten. Eine Wiederholung im nächsten Jahr ist nicht ausgeschlossen.

(mkn)
Zur Startseite Mehr aus Main-Taunus

BITTE BEACHTEN SIE: Unser Angebot dient lediglich Ihrer persönlichen Information. Kopieren und/oder Weitergabe sind nicht gestattet. Hier finden Sie Informationen zur Verwendung von Artikeln. Quellen: Mit Material von dpa, afp, kna, AP, SID und Reuters

Archiv ThemenMediadatenKontaktImpressumDatenschutzRSS

© 2016 Frankfurter Neue Presse