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"Wir wollen die Stadt pushen": Wie Andreas Skowronnek den Kelkheimer Stadtmarkt organisiert

Der ausgebildete Telekommunikationselektroniker und Rettungsassistent hat sein Metier gefunden: Er organisiert seit 2003 den Stadtmarkt. Und steht da einige Tage mächtig unter Strom.
<span></span> Bilder > Foto: Hans Nietner
Kelkheim. 

„Das sind so Tage, an denen mein Handy schon nach einem halben Tag leer ist.“ Andreas Skowronnek spricht aus Erfahrung. Schon seit 2003 organisiert der Kelkheimer gemeinsam mit Andreas Körber den Stadtmarkt, das größte Fest der Möbelstadt (siehe „Info“). Gestern Morgen bleibt sein Smartphone aber erstaunlich ruhig und damit Zeit für ein Gespräch mit dem Kreisblatt. Die Spraydose hat der 50-Jährige allerdings schon in der Hand – denn später macht er sich daran, genau die Flächen der vielen Stände einzuzeichnen. In der Stadtmitte Süd ist das schon passiert, dort soll es erstmals ein „Dorf der Vereine“ geben – in Zusammenarbeit mit der Stadt.

Vorher ein „Chaos“

Der Kelkheimer mit seiner kleinen Event-Firma, sein Kompagnon mit einer Werbeagentur, der Gewerbeverein VKS als offizieller Veranstalter sowie die Stadtverwaltung – diese Symbiose passt schon 14 Jahre. Davor hat es noch einen verkaufsoffenen Sonntag der Einzelhändler gegeben. „Das war ein Chaos“, erinnert sich Skowronnek. Er selbst hatte vorher nur kleinere Musikveranstaltungen organisiert, kam aber über Jutta Beifuß mit der VKS in Kontakt. Und als er im Gewerbeverein Kritik am bisherigen Konzept übte, da habe er gleich den Auftrag für den nächsten Stadtmarkt bekommen. Offensichtlich war es eine Erfolgsgeschichte, denn noch immer ist das Duo Skowronnek/Körber im Boot. Der Kelkheimer schwärmt inzwischen geradezu vom Stadtmarkt: „Der ist eine Marke geworden.“ Und deshalb möchte er auch am Namen nichts ändern, selbst wenn es mal andere Ideen wie „Kelkheimer Maimarkt“ gab. Das Fest steigt ja immer am dritten Sonntag im Wonnemonat.

Zwar betreiben die beiden Macher Firmen, um den Markt zu stemmen. Doch eigentlich sei das mehr Enthusiasmus für die Heimat. „Das ist nix zum Leben“, betont Skowronnek, der seine Brötchen als hauptamtlicher Mitarbeiter beim Deutschen Roten Kreuz Kelkheim verdient – dort ist er in der Organisation, aber auch im Rettungsdienst aktiv. Wenn dann mal wieder der Stadtmarkt vor der Tür steht, gibt es so manche Nachtschicht, und er nimmt die zwei Wochen davor Urlaub. Kein Wunder: Das Orga-Duo nimmt den Anbietern als „Mädchen für alles“ vieles ab. Körber schafft mehr im Hintergrund, ist der Mann für die Werbung – sogar im Radio. Kollege Skowronnek ist draußen unterwegs, hält ständigen Kontakt zu Standbetreibern, nimmt ihre Wünsche auf, gibt den Einzelhändlern Tipps für ihren Auftritt. Gleich nach dem Pressetermin spricht er mit den Schaustellern letzte Details ab, dann geht’s Material holen und einen Lkw als Bühne für eine Band.

Auch wenn sich der Stadtmarkt mit bis zu 15 000 Besuchern zu einem Magneten gemausert hat, so möchten die Regisseure die Veranstaltung doch „behutsam weiterentwickeln“. Neu ist 2017 daher das „Dorf der Vereine“. Zudem gibt es laut Skowronnek mehrere „Hotspots“, also Treffpunkte, die Musik, Essen und Getränke vereinen. Sie haben jeweils eine Art Motto wie Afrika, Hüttengaudi oder die 50er-/60er-Jahre. So möchte er die Menschen noch zum Verweilen und Feiern einladen, selbst wenn Stände schon geschlossen haben. Denn: „Wir wollen die Stadt pushen, etwas für Kelkheim tun. Denn wir müssen begreifen, dass uns sonst das Umfeld das Wasser abgräbt“, betont der Vater eines Sohnes, der in seiner Freizeit gerne wandert und Karate macht. Beim Stadtmarkt hat er natürlich schon einiges erlebt. Mieses Wetter ebenso wie kleine und größere Pannen. Einmal habe er ein Standrohr an einem Hydranten befestigen wollen, doch der Anschluss fiel um – und eine 25 Meter hohe Fontäne schoss aus dem Boden in der Stadtmitte Süd. Dass er dabei gleich ausgiebig fotografiert wurde, konnte Skowronnek verkraften – denn andere größere „Unfälle“ habe es bisher nicht gegeben.

Auch Wäldchestag-Chef

Er hofft, dass es so bleibt – hat da aber keine Sorge. Seit 2003 sei die Zusammenarbeit immer „tadellos gelaufen“. Auch die Einzelhändler haben gute Ideen und bereichern das bunte Fest. Und wenn mal ein Unternehmer doch grübele, dann leiste er eben noch ein wenig „Überzeugungsarbeit“.

Auf das Wetter indes hat Andreas Skowronnek indes keinen Einfluss. So hat er diese Woche schon mehrmals bange auf sein Smart-Phone geschaut. Hält das Wetter? Gut 20 Grad, ein wenig bewölkt, aber zum Glück kein Regen – so soll’s werden. Damit kann der Orga-Chef bestens leben. Und er hofft, dass es auch am Dienstag, 6. Juni, ab 15 Uhr richtig gut wird. Denn dann steht der zweite Wäldchestag in Kelkheim an. Organisator ist neben Sascha Weiß, wen wundert’s, wieder „Hansdampf“ Skowronnek. Der Mann kennt sich eben aus mit Stadtfesten – auch wenn ihm an solchen Tagen selbst kaum Zeit zum Feiern bleibt . . .

(wein)
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