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Gemeindeentwicklung: Wie soll Sulzbach in Zukunft aussehen?

Von Neuer Wohnungsbau, Erweiterung der Gewerbegebiete, verkehrsberuhigte Straßen, Umsiedlung von Gewerbegebieten und einer Kleingartenanlage! Das derzeit diskutierte Gemeindeentwicklungskonzept enthält viele Vorschläge zur Zukunft der Gemeinde Sulzbach. Das Kreisblatt hat sich einige Örtlichkeiten angeschaut.
Fachbereichsleiter Winfried Pohl steuert die Arbeiten zum Gemeinde-Entwicklungsplan. Foto: Hans Nietner Fachbereichsleiter Winfried Pohl steuert die Arbeiten zum Gemeinde-Entwicklungsplan.

Sie gucken in die Zukunft und überlegen, wie sie sie für Sulzbach bestmöglich gestalten können. „Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit“, sagten sich die Sulzbacher Kommunalpolitiker und beauftragten zwei Fachbüros damit, ein Gemeindeentwicklungskonzept zu erstellen. Es soll die Entwicklung der Gemeinde bis ins Jahr 2030 skizzieren.

Auf fast 200 Seiten haben die Experten der Büros „UmbauStadt“ und „Mobilitätslösung“ eine Bestandsaufnahme gemacht und ihre Vorschläge nach umgehenden Recherchen und Befragungen zu Papier gebracht (wir berichteten).

Baulücken schließen

Die wichtigste These: Sulzbach muss behutsam weiterwachsen mit Mobilitätschancen für alle Generationen. Dies betrifft neue Gewerbeansiedlungen ebenso wie neuen Wohnraum. Neuer Wohnraum könnte nach den Vorstellungen der Planer im Bereich „Wickenfeld“ hinter der Farbwerksiedlung entstehen [5 ] und an der Ecke Eschborner Straße/Mühlstraße [4 ]. Dieses Gelände war bereits in der Diskussion um den Standort des Kindergartens „Zuckerrübe“ im Gespräch. Platz für neuen Wohnungsbau ist auch in der Otto-Volger-Straße gegenüber vom Gewerbegebiet. Zudem sollen Baulücken im Ort geschlossen werden.

Frühzeitig protestiert

Das „Wickenfeld“ in der verlängerten Neugartenstraße wäre das größte Areal für neuen Wohnungsbau. Auf die Frage, wie das mit der Verkehrsanbindung aussehen könnte, schlug Katalin Saary vom Fachbüro „Mobilitätslösungen“ eine Abzweigung von der Limesspange vor – an der Stelle des Fußgängerüberwegs zur S-Bahn. Heute ist kaum vorstellbar, dass das genehmigt wird, aber vielleicht 2030?

Das seit Jahrzehnten diskutierte mögliche Wohn- und Gewerbequartier „Südlich der Bahnstraße“ gehört auch zum „Städtebaulichen Handlungsfeld“ des neuen Entwicklungsplans. Die Realisierung scheiterte bisher an dem ungelösten Verkehrsproblem. Lösungsvorschläge dafür konnten vom Gemeindeentwicklungskonzept nicht erwartet werden, weil dieser aufwendige Komplex nicht zum Auftrag zählte.

Bei der Erstellung eines Zukunftskonzeptes muss auch Spielraum für Vorschläge sein, die aus heutiger Sicht zunächst als absurd angesehen werden. Dazu gehört die Idee, das Gewerbegebiet in der Wiesenstraße aus diesem landschaftlich idyllischen Standort [2 ] an die L 266 auszulagern und Wohnungen zu errichten. Ob die Gewerbetreibenden dazu bereit sind? Und wer trägt die Kosten für eine Umsiedlung?

Auch die Kleingärtner gehen auf die Barrikaden bei dem Gedanken, dass die Parzellen am Oberliederbacher Weg ausgelagert würden, um den Park zu vergrößern [1 ]. Aber trotz frühzeitiger Proteste ist dieser Vorschlag noch in dem Konzept enthalten.

Denkmalpflege winkt ab

Geprüft werden soll die Nutzbarkeit als Gewerbegebiet der Fläche „Erbsengewann“ hinter dem Bauhof rechts von der L 3266 vor der Abzweigung zur Limesspange. Da bereitet die Verkehrsanbindung aber Probleme.

Eine bedeutende Rolle in den Zukunftsplänen spielen Veränderungen im Ortskern. Von der katholischen Kirche bis zum Großen Dalles sollen der untere Abschnitt der Hauptstraße und der untere Bereich der Schwalbacher Straße vom Dalles bis zum Rewe-Markt verkehrsberuhigt werden [3 ], ebenso wie ein Teil der oberen Hauptstraße.

„Sanierung ortsbildprägender und identitätsstiftender Gebäude“ – so lautet auch eine These in dem Entwicklungskonzept. Abgebildet ist das dem Verfall drohende seit Jahren leerstehende Fachwerkhaus in der Hauptstraße 40 das der Besitzer gerne abreißen würde, um einem Neubau Platz zu machen. Das wird von der Denkmalpflege nicht erlaubt. Das Haus ist ein Schandfleck im Ortsbild, aber eine Lösung nicht in Sicht, weil dem Eigentümer nicht vorgeschrieben werden kann, viel Geld in ein altes Gebäude zu investieren.

Winfried Pohl koordiniert

In dem Gemeindeentwicklungsplan ist aber nicht nur von Flächen und Gebäuden die Rede. Gefordert wird auch die Belebung des Einzelhandels in der Hauptstraße und in der Schwalbacher Straße, verbunden mit dem Vorschlag, wieder einen Gewerbeverein ins Leben zu rufen.

Um die Parkplatznot zu lindern, soll in der Ortsmitte das Parken auf öffentlichen Plätzen künftig zeitlich geregelt sein. Verbessert werden soll nach den Vorstellungen der Planer auch der Öffentliche Personennahverkehr (ÖPNV) mit Bus und Bahn. So wird eine Busverbindung von Schwalbach ins Sulzbacher Main-Taunus-Zentrum (MTZ) gewünscht. Hier müssen Verhandlungen mit den Betreibern geführt werden, denn ohne deren Zustimmung steht eine Kommune mit ihren Wünschen allein auf weiter Flur.

Gesteuert werden die Arbeiten zum Dorfentwicklungsplan im Rathaus von dem Leiter des Fachbereichs Planen und Bauen, Winfried Pohl, mit seinem Team.

 

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