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Ehemalige Flugzeughalle in Eschborn: Wird Hangar zum Ausflugslokal?

Von Mehrere Interessenten gibt es für den Kauf des Hangars auf dem ehemaligen Flughafen. Noch in diesem Jahr soll ein Bieter den Zuschlag bekommen.
Nein, es gibt hier weder unterirdische Tunnel noch vergessene Bunker – trotzdem fasziniert der leerstehende Hangar Abenteuersuchende. Foto: Hans Nietner Nein, es gibt hier weder unterirdische Tunnel noch vergessene Bunker – trotzdem fasziniert der leerstehende Hangar Abenteuersuchende.
Eschborn. 

Es gibt eine Gruppe von Leuten, die sich für den ehemaligen Flugplatz in Eschborn besonders interessieren – sie besuchen nicht mehr genutzte Gebäude – „lost places“ heißt das im Szenejargon – und fotografieren dort. In einschlägigen Internetseiten werden die Bilder gerne durch allerlei angebliche Informationen ergänzt – im Falle des Flughafens geht es um vergessene Bunker, unterirdische Tunnel und ähnliche Dinge. „Gibt es alles nicht“, sagt Eschborns Stadtarchivar Gerhard Raiss und erwähnt zahlreiche Untersuchungen dazu.

Das oberirdische Bild könnte sich bald ändern. Eigentümerin des gesamten Flughafengeländes ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA). Die hat das gesamte Anwesen zum Kauf angeboten. Vom 9. September 2016 an bis zum vergangenen Freitag hatten Interessenten Zeit, Angebote und Nutzungskonzepte einzureichen.

Mehrere Interessenten haben sich gemeldet, berichtet Julia Lepper, die bei der BImA für den Verkauf zuständig ist. Natürlich verrät sie die genaue Zahl nicht, ebensowenig die Namen der Interessenten, die zugehörigen Nutzungskonzepte und erst recht nicht die gebotenen Beträge. Verständlich: Bevor nicht alles unter Dach und Fach gebracht ist, möchte kein Interessent öffentlich genannt werden.

Immerhin, es handelt sich um ernsthafte Angebote. „Ich bin sehr optimistisch, dass ein Käufer zu finden ist“, sagt Lepper. Noch im Januar möchte sie allen Beteiligten die vorgetragenen Ideen vorstellen – das sind die Kommunen Eschborn, Schwalbach und Sulzbach, aber auch die Forstverwaltung, die Denkmalschutzbehörde und andere. Auf jeden Fall soll noch in diesem Jahr der Zuschlag erteilt werden.

Hoher Preis gefordert

Die BImA ist gehalten, die Liegenschaft zu einem möglichst hohen Preis zu verkaufen. Aber es gibt noch andere Kriterien, die die Abwicklung des Grundstücksgeschäftes betreffen, die in den Gesprächen mit den Interessenten geklärt werden. Und es spielt auch eine Rolle, was die Bieter mit dem Hangar anfangen wollen.

Vertragen sollte sich die künftige Nutzung sowohl mit dem angrenzenden Arboretum als auch mit den Anforderungen des Denkmalschutzes. Verwaltung und Wohnen haben die Kommunen ebenso ausgeschlossen wie eine Veranstaltungshalle, Einzelhandel oder eine Nutzung für Logistikunternehmen. Viel bleibt da nicht übrig. „Eine gastronomische Nutzung in Kombination mit kulturellen Ausstellungen ist denkbar“, heißt es in dem Exposé. „Da sich das Gebäude unmittelbar an der Regionalparkroute Rhein-Main befindet, ist es auch vorstellbar, eine Ausflugslokalität anzusiedeln, beispielsweise in Verbindung mit einem Wald- oder Naturerlebnispfad.“

Wie mit solchen Ideen freilich die Sanierung des Hangars finanziert werden soll, das ist die spannende Frage. Die Rede war dabei schon von zweistelligen Millionenbeträgen. Ein Teil der Gesamtfläche, der bewaldete Teil nämlich, könne an das Land Hessen gehen – der Landesbetrieb Hessen Forst hat Interesse angemeldet. Allerdings dürfte dies die finanzielle Herausforderung nicht wirklich verkleinern. Erste Versuche, das Gelände zu verkaufen, hat die BImA bereits 2010 unternommen, damals machten gerüchteweise Nutzungen von einer Oldtimerausstellung bis zum Fitnesscenter die Runde. Man kann wirklich gespannt sein, welche Idee nun eine Chance bekommt.

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