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Wo Integration gelingt

Von Der Anteil der Ausländer in Flörsheim wächst stark. Ein Willkommenskonzept soll Vereine und Verwaltung sensibilisieren.
Dank und Anerkennung gab es auch für den Arbeitskreis Asyl der Caritas. Rita Klee, Brigitta und Heinrich Schröder, 
Marianne Flesch sowie Christel Siegfried (von links) nahmen die Auszeichnung entgegen. 	Foto: Nietner Bilder > Dank und Anerkennung gab es auch für den Arbeitskreis Asyl der Caritas. Rita Klee, Brigitta und Heinrich Schröder, Marianne Flesch sowie Christel Siegfried (von links) nahmen die Auszeichnung entgegen. Foto: Nietner
Flörsheim. 

Mit dem Fall der Berliner Mauer im Jahr 1989 begannen zwei getrennte deutsche Staaten zusammenzuwachsen. Heute gilt es neue Grenzen und Herausforderungen zu überwinden: Die deutsche Einheit muss innerhalb einer durchmischten modernen Gesellschaft neu gestärkt werden. Die Integration von Einwanderern war gestern ein zentrales Thema des Bürgerempfangs der Stadt Flörsheim.

Migranten seien mittlerweile ein selbstverständlicher Teil der Gesellschaft, erklärte Bürgermeister Michael Antenbrink (SPD). Diesen Wandel erlebe man in Flörsheim stärker als in einigen anderen Kommunen: Durch die Lage im Umfeld des Frankfurter Flughafens komme es zu großen Fluktuationen in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Antenbrink spielte darauf an, dass viele alteingesessene Flörsheimer die Mainstadt aufgrund des Fluglärms verließen, während neue – meist ausländische Familien – in freie Wohnungen einziehen.

Extra: Zahlreiche Ehrungen

Der Bürgerempfang zum „Tag der Deutschen Einheit“ war Anlass für Ehrungen: Maria Breckheimer und Annerose Lehrig, die seit vielen Jahren in der ökumenischen Kleiderkammer tätig sind,

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Wie die Verwaltung vor einigen Monaten mitteilte, ist der Ausländeranteil von 9,5 Prozent im Jahr 2010 auf aktuell rund zwölf Prozent gestiegen. Die Stadt reagierte mit der Erarbeitung eines Willkommenskonzeptes, das die Verwaltung und Vereine für den Umgang mit Fremden sensibilisieren soll. Das Thema Integration spielt auch bei der Aufnahme von Asylbewerbern eine Rolle: Vor wenigen Tagen zogen 20 Flüchtlinge in eine neue Unterkunft in Weilbach ein.

Migrationsforscher und Politikberater Dr. Klaus Bade, Begründer des Osnabrücker Instituts für Migrationsforschung, hielt gestern die Festansprache zum Thema „Kulturvielfalt, Kulturangst und Willkommenskultur“. Man müsse am Tag der Deutschen Einheit auch nach Innen schauen, erklärte der Gast aus Berlin. Bade betonte, dass die aktuellen Konflikte im arabischen Raum auch Konfliktpotenzial für die westlichen Einwanderungsgesellschaften bergen. Die ständige Gegenwart einer Terrorgefahr könne die friedliche Integration gefährden.

Als Schauplatz der Eingliederung machte der Wissenschaftler die lokale Ebene aus: „Integration gelingt oder scheitert in den Kommunen.“ Die Willkommenskultur sei eine kommunale Visitenkarte.

Bade bescheinigte Flörsheim, in diesem Bereich gut aufgestellt zu sein. Zur Vertiefung einer echten Willkommenskultur sei es wichtig, das Selbstbild des eigenen Landes als Einwanderergesellschaft zu stärken. Ohne eine ideelles Element wäre Willkommenskultur nur ein Schmiermittel für das Werben von Arbeitgebern um qualifizierte ausländische Kräfte.

Das Thema Integration war auch bei den zahlreichen Ehrungen (siehe „Extra“) aktuell: Die Stadt dankte unter anderem dem Arbeitskreis Asyl der Flörsheimer Caritas, der sich seit rund einem Jahr für Flüchtlinge einsetzt. Im Herbst 2013 riefen Mitglieder des Caritasausschusses dazu auf, den 48 Asylbewerbern zu helfen, die in Wohncontainern in der Liebstraße untergebracht sind. Fünf Männer und zwei Frauen engagieren sich seither im Arbeitskreis. In einer ersten Aktion statteten sie die Flüchtlinge mit neuen Schuhen aus. Die Mitstreiter Christel Siegfried, Marianne Flesch sowie Brigitta und Heinrich Schroeder organisieren Sprachkurse. Die allgemeine Koordination der Hilfe übernimmt Rita Klee.

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