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Wohnungen in der ehemaligen JVA Höchst: Wohnen im Knast: Hier zieht man bald freiwillig ein

Die frühere Justizvollzugsanstalt Höchst gehört jetzt einem Bauunternehmen; das Gelände wird voraussichtlich für Wohnungsbau genutzt. Mit den frei werdenden Klinik-Flächen steckt darin einiges an Potenzial.
Der Komplex der früheren Höchster Justizvollzugsanstalt besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlichen Alters. Welche stehen gelassen und umgebaut werden oder welche abgerissen werden sollen, ist noch ungewiss.	Foto: Maik Reuß Der Komplex der früheren Höchster Justizvollzugsanstalt besteht aus mehreren Gebäuden unterschiedlichen Alters. Welche stehen gelassen und umgebaut werden oder welche abgerissen werden sollen, ist noch ungewiss. Foto: Maik Reuß
Höchst. 

Die ehemalige Justizvollzugsanstalt (JVA) an der Hospitalstraße in Höchst hat einen neuen Besitzer. Wie der Frankfurter Landtagsabgeordnete Uwe Serke (CDU) bestätigt, wurde das Gelände, das bisher dem Land Hessen gehörte, an einen Investor veräußert. Das Höchster Kreisblatt hatte bereits berichtet. Dieser Käufer wolle dort Geschosswohnungsbau verwirklichen. Zum Abschluss des Verkaufs sei nun noch die Zustimmung des Hessischen Landtags erforderlich, da der Wert des Grundstücks 500 000 Euro überschreitet. Die JVA Höchst war im März vor drei Jahren geschlossen worden, nachdem mit dem Neubau der Justizvollzugsanstalt in Preungesheim genügend neue Haftplätze zur Verfügung standen. Da das Gebäude dem Land Hessen gehörte, bemühte sich das Hessische Immobilienmanagement in den vergangenen Jahren um einen Käufer.

 

Stadt ausgestiegen

 

Die Stadt Frankfurt galt lange als möglicher Interessent für den Komplex, stieg jedoch letztlich aus dem Rennen um die Immobilie aus. Nun hat nach Informationen dieser Zeitung das Bauunternehmen Krieger und Schramm mit Sitz in Dingelstädt bei Kassel zugeschlagen und sich die ehemalige JVA gesichert. Das Unternehmen ist derzeit in Frankfurt bereits auf dem Riedberg aktiv.

Bei der Entscheidung von Krieger und Schramm, die JVA zu erwerben, dürfte wohl weniger die bestehende Bebauung als vielmehr die Lage des Grundstücks eine entscheidende Rolle gespielt haben. Schließlich liegt die ehemalige JVA verkehrstechnisch gut angebunden im Kern von Höchst. Zusammen mit den Neubauplänen für Teile des Areals des Klinikums Höchst – diese sollen frei werden, sobald der Neubau für das Krankenhaus an der Windthorststraße steht – könnte ein vergleichsweises großes Gebiet inmitten des Stadtteils eine neue Struktur bekommen. Und die Wohnungsnot in Frankfurt könnte durch neu geschaffenen Wohnraum etwas abgeschwächt werden.

 

Baubeginn ungewiss

 

Bis diese Pläne verwirklicht werden, wird es allerdings noch eine ganze Weile dauern. Was Krieger und Schramm auf dem Areal der JVA planen, ist derzeit noch nicht im Detail bekannt. Das Klinik-Gelände soll von der ABG bebaut werden. Hierzu hat es zumindest einen ersten städteplanerischen Wettbewerb gegeben. Wann es nördlich der Hospitalstraße wirklich losgeht, hängt aber auch davon ab, wann der Neubau für das Klinikum bezugsfertig sein wird, mit dem bislang noch nicht angefangen werden konnte.

Uwe Serke ist jedenfalls zuversichtlich, dass der Verkauf des Grundstücks der JVA positiven Einfluss auf die Entwicklung des Stadtteils haben wird. „Es ist gut, dass nun ein Käufer für dieses zentrale Gelände in Höchst gefunden wurde und damit ein langfristiges Brachliegen des Grundstücks vermieden wird“, betont Serke. „Für die zukünftige Bebauung würde ich mir wünschen, dass dort bezahlbarer Wohnraum etwa für junge Familien mit Kindern entsteht, denn dieser wird im Frankfurter Westen dringend gebraucht.“

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