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Zeilsheimer Doppelpässe

Von Eine große Ausstellung mit Porträts aus dem Stadtteil ist in der Zeilsheimer Filiale der Frankfurter Sparkasse eröffnet worden: „Zeilsheimer Gesichter“ bietet einen Querschnitt durch die Bevölkerung.
Die vier Fotografinnen (von links) Adrienne, Katrin und Christel Hoffmann sowie Nora Schild haben die Zeilsheimer abgelichtet. Bilder > Foto: Maik Reuß Die vier Fotografinnen (von links) Adrienne, Katrin und Christel Hoffmann sowie Nora Schild haben die Zeilsheimer abgelichtet.
Zeilsheim. 

Susanne Langohr hat den Ball. Eingefroren ist auf dem Schwarzweiß-Foto der Moment, da die Zeilsheimer Kinderbeauftragte ihn passen möchte. Links von ihr hängt ein Foto von Bernd Bauschmann: Der CDU-Ortsbeirat ist in Fänger-Haltung, scheint auf den Pass zu warten. „Die Idee dahinter ist: Kinderbeauftragte und Ortsbeirat werfen sich die Bälle zu“, sagt Bauschmann.

Susanne Langohr und er gehören zu 74 „Zeilsheimer Gesichtern“, die jetzt als Schwarzweiß-Porträts in der Filiale der Frankfurter Sparkasse in der Pfaffenwiese 45 ausgestellt sind. „Wir haben jeweils Paare gebildet“, sagt Fotografin Christel Hoffmann, „die haben immer etwas miteinander zu tun, etwa zwei Handwerker, zwei Pfarrer oder auch ein Rentner und ein Baby.“ Die Auswahl geht quer durch die Zeilsheimer Bevölkerung, aber es sind auch ein paar Menschen dabei, die nicht hier wohnen, aber dem Stadtteil sehr verbunden sind. Gezeigt werden politisch oder sozial engagierte Zeilsheimer, aber auch Gesichter, die man einfach aus dem Stadtteil kennt.

Postzustellerin und Sohn

Zu letzteren gehört Angela Ortega-Tapia, nicht bekannt als die „Christel“, aber als die „Angie von der Post“. Einen Fragebogen haben alle Teilnehmer ausgefüllt. Angela Ortega-Tapia lebt seit 2001 in der Colonie im eigenen Häuschen und ist seit mehr als einem Dutzend Jahren Postzustellerin im Bezirk Zeilsheim. Das Gesicht in ihrem „Doppel“ ist Raul Ortega-Tapia, Schüler der Käthe-Kollwitz-Schule und stolz darauf, dass er mit seinen acht Jahren schon drei Mal in der Zeitung abgebildet war.

Schulhausmeister der Käthe-Kollwitz-Schule ist seit 2002 Alexander Schnabel. Er verrät im Fragebogen sein Lebensmotto: „Hinfallen, aufstehen, Krone richten und weitergehen.“ Er mag Käsekuchen und Grie Soß’, ist bekannt als „Hausmeister Krause von der Käthe“. Seine „Doppel“-Partnerin ist Susanne Bruchhäuser, Erzieherin im Kindergarten. Was ihr an Zeilsheim besonders gefällt? „Das kleine überschaubare Örtchen mit direktem Anschluss an die restliche Welt.“

Feuerwehrleute sind Bernd Bartosch und Janina Hofmann. Auf den Fotos zündet er verschmitzt eine kleine Flamme, sie sprüht aus der Blumenspritze einen Wassernebel. Bartosch, früher Wehrführer und jetzt Vereinsvorsitzender der Freiwilligen Feuerwehr, mag an Zeilsheim die ländliche Umgebung und die Nähe zum Taunus; Janina Hofmann, gebürtige Flörsheimerin, hat bei der Gründung der Mini-Feuerwehr mitgewirkt und bezeichnet sich als „verrückte Nudel mit Aszenent Zicke“.

Vier Fotgrafinnen

„Es kann zwar nur ein Bruchteil der hier lebenden Menschen gezeigt werden; wir haben es aber geschafft, einen Querschnitt der Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit darzustellen“, sagt Christel Hoffmann, die seit 1968 mit einem Fotostudio in Zeilsheim ansässig ist, das 2003 auf die Innenstadt erweitert wurde. Vier Fotografinnen – Adrienne, Katrin und Christel Hoffmann sowie Nora Schild – haben ein Jahr lang an den Porträts gearbeitet. Sie bestechen nicht nur durch saubere fotografische Arbeit, sondern auch durch eine liebevolle inhaltliche Auseinandersetzung mit den gezeigten Personen.

Zwar gab es vor zwei Jahren die „Höchster Mädels, Höchster Buben“ und im vergangenen Jahr die Foto-Aktion „Ich in Nied“, doch haben die Macher der Zeilsheimer Ausstellung ihre eigenen Akzente gesetzt. Über die Fragebogen erfährt man mehr von den Menschen. Etwa bei Noah Becker: Der Bub, seit 2010 Zeilsheimer, will Polizist werden; „jeder Tag ohne Ball am Fuß“ ist für ihn ein verlorener Tag. Oder bei Alexander Zazarov, seit drei Jahren Zeilsheimer: Auch dieser kleine Junge will Polizist werden, und als bisher größten Erfolg seines Lebens nennt er: „Ich habe Deutsch gelernt.“

Stephan Bruhn, stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der Frankfurter Sparkasse, eröffnete die Ausstellung und freute sich, dass er viele Gesichter doppelt sah – was daran lag, dass alle Porträtierten eingeladen waren. „Zeilsheim ist ein richtig lebendiger Stadtteil“, lobte Bruhn. Stadträtin Elke Sautner (SPD) betonte, dass für viele Menschen das wichtigste in ihrem persönlichen Umfeld Familie, Freunde und Bekannte seien – die Idee der Ausstellung. „Das prägt auch Zeilsheim ganz stark.“

Die Ausstellung ist bis Freitag, 26. Februar, während der Öffnungszeiten in der Frankfurter Sparkasse, Pfaffenwiese 45, zu sehen. Ein Foto-Buch mit allen „Zeilsheimer Gesichtern“ und den Fragebögen ist zum Preis von 10 Euro zu haben – in der Sparkasse sowie in den beiden Fotostudios im Rasselweg 1 und am Weckmarkt 9.

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