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Firma Manpower: Zeitarbeitsfirma: Viele Flüchtlinge könnten früher arbeiten

Politik und Wirtschaft wollen das Potenzial von Flüchtlingen für den deutschen Arbeitsmarkt besser ausnutzen. Es ist schon einiges geschehen. Doch die in Eschborn-Süd ansässige Firma Manpower will offenbar mehr.
Herwarth Brune, Geschäftsführer der Manpower Group Deutschland, posiert im Rahmen eines dpa-Gesprächs am 10.03.2015 in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ Foto: Jörg Carstensen (dpa) Herwarth Brune, Geschäftsführer der Manpower Group Deutschland, posiert im Rahmen eines dpa-Gesprächs am 10.03.2015 in Berlin. Foto: Jörg Carstensen/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++
Eschborn/Berlin. 

Flüchtlinge in Deutschland sollten aus Sicht der Zeitarbeitsfirma Manpower viel früher eine Arbeit aufnehmen können. „Wenn wir die Möglichkeit hätten, Flüchtlinge relativ schnell in Jobs zu bringen, das wäre doch sensationell – für alle“, sagte Manpower-Chef Herwarth Brune in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Viele Flüchtlinge seien jung und brächten Fachkenntnisse mit. Bei Syrern beispielsweise sei es sehr wahrscheinlich, dass ihr Asylverfahren angenommen wird. „Also warum warten, bis das nach neun Monaten durch ist?“, meinte Brune. Manpower sei bereit, sich in einem Pilotprojekt mit der Bundesagentur für Arbeit die Kosten für Sprachkurs und Eingliederungsmanagement zu teilen, wenn man die Flüchtlinge dann auch unter Vertrag nehmen dürfe.

 

Selbstwertgefühl steigern

 

Nach Entscheidungen von Bund und Ländern Ende vergangenen Jahres ist der Arbeitsmarktzugang für Flüchtlinge weiter gelockert worden. Die Wartezeit für Asylbewerber und geduldete Ausländer auf eine Erlaubnis zur Arbeit ist in mehreren Schritten auf zuletzt drei Monate verkürzt worden. Außerdem gilt die sogenannte Vorrangprüfung künftig nach 15 Monaten rechtmäßigen Aufenthalts nicht mehr. Die Regelung besagt, dass Asylbewerber nur dann eine Arbeit annehmen können, wenn sich kein geeigneter Deutscher oder EU-Bürger dafür findet. Für Asylbewerber und Geduldete, die eine Qualifikation als Fachkraft für Mangelberufe vorweisen können, soll sie ganz entfallen.

Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge rechnet in diesem Jahr mit 300 000 Asylanträgen, etwa die Hälfte mehr als 2014. „Es sind eine Million offene Stellen da, und da sind Menschen, die unsere Sozialsysteme belasten“, sagte Brune. „Warum nicht gleich in Jobs bringen? Dann stehen sie nicht auf der Straße, sind produktiv, steigern ihr Selbstwertgefühl und tragen zu den Steuereinnahmen bei – das ist alles Win-Win-Win.“ Anders gesagt: Jeder hätte was davon.

 

„Sie wollen keine Almosen“

 

Nach Angaben der Bundesagentur hat etwa jeder fünfte Asylbewerber einen Hochschulabschluss, etwa jeder dritte bringt einen Abschluss mit, der dem deutschen Facharbeiter entspricht. Zeitarbeitsfirmen trifft der Fachkräftemangel besonders, weil viele sich lieber direkt bei einem Unternehmen unter Vertrag nehmen lassen.

„Alle, die kommen, wollen Geld verdienen, sie wollen keine Almosen“, sagte Brune über die Flüchtlingsströme. „Wir sollten froh sein um jeden, der nach Deutschland kommen will.“

Das Unternehmen hatte seine Deutschland-Zentrale im Jahr 2011 von Frankfurt ins Gewerbegebiet Eschborn-Süd verlegt. Das Bürogebäude befindet sich an der Düsseldorfer Straße.

(dpa,hk)
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