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Alle Auftritte abgesagt: Zerstrittene Theatertruppe löst sich auf

Von Nach der Premiere im Hattersheimer Posthofkeller sollte am heutigen Freitag das Krimi-Musical „Mord um Mitternacht“ in der Aula der Mendelssohn-Bartholdy-Schule aufgeführt werden. Doch der Termin platzt. Das Ensemble hat sich zerstritten. Alle geplanten Auftritte wurden abgesagt.
Ausgeprobt: Das Stück „Mord um Mitternacht“ – hier eine Szene vor der Premiere - wird nach internen Querelen nicht mehr aufgeführt. Ausgeprobt: Das Stück „Mord um Mitternacht“ – hier eine Szene vor der Premiere - wird nach internen Querelen nicht mehr aufgeführt.
Sulzbach. 

Seit Sommer 2017 ist Sulzbach der Probenort der Musical-Truppe und auch Sitz des Vereins „Musical-Gruppe GesCo e.V.“ Monatelang wurde in der Aula der Mendelssohn-Bartholdy-Schule geprobt (wir berichteten). Im Hattersheimer Posthofkeller ging „Mord um Mitternacht“ am 11. und 12. Mai zweimal – allerdings vor einer kleinen Zahl von Besuchern – über die Bühne. Acht weitere Auftritte der 13 Musiker und Sänger – teils Profis, teils Amateure – waren geplant; heute um 20 Uhr in Sulzbach sowie in Frankfurt, Mühlheim und Rosbach. Doch der Vorhang für das Krimi-Musical „Mord um Mitternacht“ ist für immer gefallen. Die Gruppe habe sich, so ergab eine Nachfrage dort, nach internen Streitigkeiten aufgelöst.

Nur mit Playback

„Zwei Hauptdarsteller haben gekündigt, deshalb kann ,Mord um Mitternacht’ nicht mehr aufgeführt werden. Der Verein lebt aber weiter im neuen Stil. Wir werden neue Projekte starten“, sagt der bisherige Vorsitzende Rainer Eckhardt aus Neu-Isenburg, der auf der Internetseite von GesCo jetzt als kommissarischer Vorsitzender genannt ist.

Der 49 Jahre alte Rainer Eckhardt ist der Macher der Truppe, der für das Krimi-Musical alle Dialoge und die 26 Musikstücke geschrieben hat. Aus Sulzbach zählten Boris Alexander, Renate Deckert und Kerstin Ostermeier zu der Gruppe, die nach einer langen, aufwendigen Probezeit nach nur zwei Aufführungen plötzlich vor dem Aus steht. Woran ist das ehrgeizige Projekt, das von den wenigen Besuchern durchweg gute Kritiken bekommen hat, obwohl mit Playback-Unterstützung gesungen wurde, gescheitert? Allem Anschein nach brodelte es schon lange im Hintergrund, aber zum offenen Streit kam es wohl, als es um die Vergabe des Caterings bei der in Sulzbach geplanten Veranstaltung ging. Rainer Eckhardt: „Wir wollten das selbst machen, um etwas Geld in die Kasse zu bekommen. Aber ein Mitglied des Ensembles schlug einen anderen Verein vor, von dem er der Vorsitzende ist“, sagt Rainer Eckhardt. Weitere Streitpunkte seien hinzugekommen. Wegen dieser Differenzen – so Eckhardt – haben zwei Mitglieder gekündigt: „Daraufhin habe ich mein Amt als Erster Vorsitzender niedergelegt.“

Nicht alle haben geübt

Andere Mitglieder der Gruppe wollten sich bei der Nachfrage dieser Zeitung nicht äußern. Aber offenbar knisterte es wohl schon seit Monaten im Musical-Gebälk. Rainer Eckhardt deutete an, dass bei den Aufführungen mit Playback gearbeitet werden musste, weil die gesangliche Qualität bei einigen – angeblich – zu wünschen übrig ließ: „Die wenigsten hatten auch zu Hause geübt, obwohl ich dafür immer appelliert habe.“

Jetzt – so Eckhardt – müssten noch einige Dinge geklärt werden, bevor ein Neuanfang gestartet wird: „Der Verein hat bei mir Schulden. Ich habe viel Geld vorgestreckt.“ Rainer Eckhardt, der zum Team der Frankfurter Kammeroper gehört, hat schon neue Pläne im Kopf: „Aber ,Mord um Mitternacht‘ wird nicht mehr gespielt. Da hängen zu viele schlechte Erinnerungen dran.“

Beim Weihnachtsmarkt 2017 hatten Eckhardt und ein weiterer Akteur auf der Bühne wunderbar gesungen, und auch im Vereinsring brachte sich „GesCo“ positiv ein. Jetzt stehen die Beteiligten vor einem Scherbenhaufen.

Heute Abend gibt es in der Aula der Mendelssohn-Bartholdy-Schule jedenfalls keinen Mord um Mitternacht.

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