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Neujahrsempfang in Eddersheim: „Wir haben es geschafft“

Von Die Hattersheimer Sozialdemokraten und die SPD Main-Taunus luden gestern gemeinsam zum Neujahrsempfang.
Thorsten Schäfer-Gümbel schwor die Gäste des SPD-Neujahrsempfangs auf Zusammenhalt ein. Foto: Maik Reuß Thorsten Schäfer-Gümbel schwor die Gäste des SPD-Neujahrsempfangs auf Zusammenhalt ein.
Eddersheim. 

An vielen Stellen des SPD-Neujahrsempfangs im Eddersheimer Begegnungshaus gab es parteiübergreifenden Applaus. Die Zustimmung aus verschiedenen politischen Lagern ergab sich aus der derzeitigen Aktualität von Themen, bei denen auf kommunaler Ebene weitgehend Einigkeit herrscht. Hauptredner Thorsten Schäfer-Gümbel sprach sich gegen Gewalt und für Solidarität mit Flüchtlingen aus. Der Landes- und Fraktionsvorsitzende der hessischen SPD gab das Ziel vor, dass die Gesellschaft wieder politischer werden müsse.

Frieden scheine angesichts der Anschläge in Paris und Beirut sowie der Übergriffe auf Flüchtlingsheime etwas Zerbrechliches geworden zu sein, betonte Schäfer-Gümbel. „Islamistischer und rechtsextremer Terror wird uns auch 2016 viel abverlangen“, erklärte der Genosse. Er forderte die Zuhörer auf, ihre Haltung zu Toleranz, Respekt und Demokratie trotz dieser Bedrohungen nie aufzugeben.

Thorsten Schäfer-Gümbel ging auch auf die Debatte um die sexuellen Übergriffe der Silvesternacht in Köln ein: „Es ist mir völlig egal, wer eine Straftat begeht“, so der SPD-Landeschef. Alle Straftaten seien im Rahmen der Gesetze zu ahnden – egal, woher die Leute kommen. Als Reaktion auf die Angriffe, sprach er sich für eine Reform des Sexualstrafrechts aus.

Schäfer-Gümbel begrüßte die Entscheidung der Bundesregierung, die syrischen Flüchtlinge aus Ungarn aufzunehmen. Die Verpflichtung zur Unterstützung gehe aus der Unantastbarkeit der Menschenwürde im Grundgesetz hervor: „Dort steht nicht, die Würde des deutschen Menschen“, erklärte der Redner. Der Landesvorsitzende kritisierte den Umgang der SPD mit der AfD, da die Gefahr durch diese Partei zu gering eingeschätzt werde. Es handele sich nicht um besorgte Bürger, sondern um „ein Sammelbecken für alle möglichen rechten Splittergruppen“. Die AfD bilde „den politischen Rahmen dafür, dass andere Molotowcocktails schmeißen“, so Thorsten Schäfer-Gümbel. Er wies darauf hin, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt in den Städten und Gemeinden entschieden werde, und schlug damit einen Bogen zur Bedeutung des Kommunalen Finanzausgleichs für die Handlungsfähigkeit der Kommunen.

Die Arbeit in der Stadt Hattersheim stand im Fokus der Rede von Rathauschefin Antje Köster. Sie erklärte, die Kommune habe ihre Hausaufgaben trotz Einschränkungen unter dem Finanz-Schutzschirm des Landes gut gemacht. „Wir haben es geschafft“ betonte Köster und hob den Haushaltsausgleich in diesem Jahr hervor. Die Rathauschefin verwies auf die Unterstützung einer großen Zahl ehrenamtlich Aktiver. Antje Köster, die sich in diesem Jahr dem Urteil der Wähler stellen muss, verbuchte für sich als Erfolge ihrer ersten Amtszeit unter anderem den Bau der neuen Kita auf dem ehemaligen Sarotti-Gelände, die Aufrechterhaltung des Stadtteilbüros südlich der Bahnlinie und den Bau des Radweges zwischen Hattersheim und Okriftel. In Hattersheim werden die Menschen am 6. März neben der Kommunalwahl auch zur Bürgermeister-Direktwahl gebeten. Antje Köster widmete dem Thema Flüchtlinge einige Sätze: Sie dankte allen, die dazu beitragen, dass das Miteinander so gut funktioniere. Die Bürgermeisterin betonte aber auch, dass Werte wie Demokratie und Offenheit nicht eingeschränkt werden dürfen.

Michael Antenbrink, Vorsitzender der SPD-Main-Taunus und Flörsheimer Bürgermeister, sprach sich unter anderem gegen Populismus in der Flüchtlingsfrage aus: „Wir sind eine repräsentative Demokratie und keine Facebook-Demokratie“, erklärte der Genosse. Mit Populismus könne man auf Dauer keine Politik machen. Für den neuen Vorsitzenden der Hattersheimer SPD, Thomas Abicht, war der Neujahrsempfang eine Premiere. Obwohl er seine Nervosität zugab, brachte der Hattersheimer Parteichef seine erste Rede souverän über die Bühne und sprach ebenfalls die große Herausforderung durch die Flüchtlingswelle an. Nach den Reden nutzten die zahlreichen Gäste den Empfang für angeregte Gespräche.

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